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Ein Tor, ein Team, ein Triumph: Cerrense stiehlt Fenix den Abend

Es war eine dieser Partien, in denen man sich nach 20 Minuten fragt, ob das Runde heute überhaupt ins Eckige will. 43.182 Zuschauer im Stadion von Capurro Fenix sahen am 13. Spieltag der 1. Liga Uruguay ein Spiel, das alles hatte - außer Toren für die Gastgeber. Am Ende stand ein nüchternes 0:1 gegen CD Cerrense auf der Anzeigetafel, aber hinter diesem Ergebnis steckte eine ganze Dramaturgie aus vergebenen Chancen, jugendlichem Übermut und einem routinierten Vollstrecker namens Ryan Skene.

Von Beginn an legte Capurro Fenix los, als wolle man das Spiel schon in der Anfangsviertelstunde entscheiden. Sergi de la Sota prüfte Cerrenses Keeper Thierry Benveniste in der 7. Minute das erste Mal ernsthaft, während Heinrich Ludwig gleich zwei Mal innerhalb weniger Minuten abzog - beide Male knapp vorbei. Trainer Andreas Kessler klatschte an der Seitenlinie trotzdem zufrieden: "So will ich das sehen, Jungs! Mutig, aber bitte auch mal zielen!"

Doch Mut ersetzt keine Präzision. Fenix hatte am Ende 13 Torschüsse, doppelt so viele wie manche Mannschaften in zwei Spielen, aber das Netz blieb jungfräulich. Der Ballbesitz von 55 Prozent und eine ordentliche Zweikampfquote halfen auch nicht, wenn Benveniste im Tor der Gäste alles hielt, was auf ihn zuflog. "Ich hab’ heute einfach Spaß gehabt", grinste der Schlussmann später. "Manchmal sind solche Spiele wie ein Computerspiel auf schwer - aber ich mag Herausforderungen."

Cerrense ließ sich davon nicht beeindrucken. Trainer Leahcim Gnipeur stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, ruhig, fast meditativ, während seine Mannschaft auf Konter lauerte. "Wir wussten, dass Fenix das Spiel machen würde. Wir wollten das Resultat holen, nicht den Schönheitspreis", erklärte er hinterher trocken.

Und dann kam die 71. Minute. Joao Gomes, der bis dahin mit stoischer Ruhe seine linke Bahn beackerte, spielte einen dieser Pässe, die man später in Zeitlupe sehen will. Ryan Skene, 30 Jahre alt, erfahren wie ein alter Fuchs, nahm den Ball mit, drehte sich - und schob eiskalt ein. 0:1. Der Jubel der Cerrense-Fans war ohrenbetäubend, während Fenix’ Torhüter Ricardo Frechaut nur konsterniert die Arme ausbreitete. "Ich hab’ den Ball spät gesehen", murmelte er später, "aber ehrlich gesagt - der war einfach gut gemacht."

Danach rannte Fenix an, als ginge es um die Meisterschaft. Michel Lupus drosch den Ball in der 90. Minute noch einmal knapp über die Latte, Christiano Manu scheiterte bereits zuvor mehrfach. Der 18-Jährige wirkte nach dem Abpfiff niedergeschlagen: "Ich wollte einfach nur treffen. Ich hab den Ball gespürt, aber er wollte einfach nicht rein. Vielleicht war das Tor beleidigt."

Cerrense blieb cool, verteidigte klug und mit zunehmender Aggressivität - ganz wie es ihre zweite Halbzeit-Taktik vorsah. Sie liefen mehr, sie bissen, sie störten, und sie gewannen. Zwei Gelbe Karten für Fenix - Rafael Bordalas (14.) und Carlos Baro (87.) - waren Ausdruck der wachsenden Frustration im Heimteam.

Trainer Kessler versuchte nach dem Schlusspfiff Galgenhumor: "Wir waren die bessere Mannschaft, aber das ist im Fußball ja ungefähr so viel wert wie ein Regenschirm in der Wüste." Dann lachte er gequält. Gnipeur konterte charmant: "Andreas’ Team spielt schönen Fußball. Aber wir haben das schönere Ergebnis."

Statistisch gesehen war es ein Spiel, das Fenix nie verlieren durfte. Mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Szenen im gegnerischen Strafraum - aber eben kein Tor. Cerrense dagegen: ein Tor aus zehn Versuchen, eine hundertprozentige Effizienz in der entscheidenden Szene. Und ein Tor, das ihnen drei Punkte schenkte, die sie wohl noch lange feiern werden.

Im Presseraum summte es später wie in einem Bienenstock. Ein Reporter fragte Skene, ob er das Tor so geplant habe. Der grinste nur: "Na klar. Ich plane meine Tore immer auf die Minute genau." Gelächter im Raum. Gnipeur klopfte ihm auf die Schulter: "Sag lieber, du hattest Glück." - "Glück", antwortete Skene, "ist, wenn du vorbereitet bist und der Ball auch mal hört, was du willst."

So ging ein Abend zu Ende, an dem Capurro Fenix alles gab, was man geben kann - nur keine Punkte. Und CD Cerrense bewies, dass ein einziger präziser Moment manchmal mehr zählt als 90 Minuten Dauerdruck.

Fazit? Fenix spielte wie ein Orchester ohne Dirigenten: laut, leidenschaftlich, aber ohne den entscheidenden Ton zu treffen. Cerrense dagegen traf genau die Note, die zählte - das 0:1. Und das klingt am Ende einfach besser.

15.10.643990 23:31
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