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Dunajska Streda trotzt Platzverweis - 2:1-Sieg gegen Raca Bratislava

Es war ein Sommerabend, wie ihn Fußballromantiker lieben: 20.30 Uhr, 38.726 Zuschauer, ein prall gefülltes Stadion in Dunajska Streda und zwei Teams, die sich nichts schenkten. Am Ende jubelte die Heimmannschaft über ein 2:1 gegen Raca Bratislava - ein Sieg, der Kampfgeist, Chaos und ein bisschen Fußballpoesie vereinte.

Die Partie begann mit offenem Visier. Dunajska Streda, von Trainerin Maya Kaiser gewohnt offensiv eingestellt, drängte früh auf die Führung. Bereits in der 9. Minute prüfte Emil Musiala den Gästetorwart Daniel Custov - noch vergeblich. Doch neun Minuten später ließ sich der 23-Jährige nicht zweimal bitten: Nach klugem Zuspiel von Michel Doucet zog Musiala aus 18 Metern ab, der Ball küsste die Unterkante der Latte und sprang ins Tor. 1:0 - ein Treffer mit dem Prädikat "Kunstwerk".

"Ich habe einfach draufgehalten", grinste Musiala später, "und gehofft, dass der Ball nicht auf dem Parkplatz landet."

Drei Minuten hielt die Freude. Raca Bratislava zeigte, dass auch sie Fußball spielen können. Adriano Deco, der Name verpflichtet, ließ sich in der 21. Minute nicht lumpen: Nach feiner Vorarbeit von Jorge Veloso schlenzte er den Ball zum 1:1-Ausgleich ins lange Eck. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur mitspielen, sondern auch treffen können", sagte Deco mit einem Augenzwinkern - und nickte in Richtung der heimischen Fans, die das weniger charmant fanden.

Das Spiel blieb intensiv, manchmal übermotiviert. Dunajska Streda sammelte Chancen wie Briefmarken - 15 Torschüsse insgesamt -, doch bis zur Pause blieb es beim 1:1. Trainerin Kaiser war trotzdem zufrieden: "Wir haben Raca laufen lassen, auch wenn der Ballbesitz etwas anders aussieht." Tatsächlich: 54 Prozent für Bratislava, aber die gefährlicheren Aktionen gehörten den Gastgebern.

Nach der Pause wurde es wild. In der 47. Minute sah Innenverteidiger Faas Van Antwerp glatt Rot, nachdem er einen Konter der Gäste rustikal beendete - und das im Stil eines Holzfällers. "Ich habe den Ball gespielt", versicherte er hinterher, woraufhin ein Reporter trocken fragte: "Welchen?" Die Szene brachte Dunajska Streda in Unterzahl, und für einen Moment schien das Spiel zu kippen.

Doch Maya Kaiser reagierte clever: Sie brachte in der 49. Minute Verteidiger Leo Murray für den offensiven Cole Palmer - ein Zeichen, dass man das 1:1 notfalls auch mit Zähnen und Krallen verteidigen wollte. Raca Bratislava drückte, hatte durch Marek Janocko (53.) und Jorge Veloso (60., 62.) gute Möglichkeiten, aber Keeper Levi Sahar parierte glänzend.

Dann kam die 73. Minute - und mit ihr ein Moment, der das Stadion explodieren ließ. Gyula Braun, gerade erst eingewechselt, setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte punktgenau in die Mitte, wo Joao Eusebio lauerte. Der 33-jährige Stürmer schraubte sich in die Luft und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. 2:1 für Dunajska Streda - in Unterzahl!

Eusebio jubelte mit geballter Faust Richtung Tribüne, während Trainerin Kaiser ihm zurief: "Das ist Erfahrung, mein Freund!" Später erklärte sie: "Joao hat schon viele Spiele entschieden, aber dieses war besonders. Vielleicht, weil er vorher geflucht hat, dass die Flanke eh nie kommt."

Die letzten 20 Minuten gehörten dem Nervenkitzel. Bratislava versuchte alles, doch Dunajska verteidigte mit Leidenschaft. Selbst Linksverteidiger Stefano Fumagalli schaltete sich noch in einen Angriff ein und zwang Custov in der 84. Minute zu einer Glanzparade. Kurz darauf sah Charlie Kendall Gelb, ein kleines taktisches Foul, das man unter "Notwendiges Übel" verbuchen darf.

Am Ende pfiff der Schiedsrichter ab, und die Fans sangen sich die Kehlen wund. Die Statistik sprach zwar leicht für Bratislava - mehr Ballbesitz, zehn Torschüsse -, aber das Ergebnis blieb klar: 2:1 für Dunajska Streda.

"Wir haben heute Herz gezeigt", sagte Maya Kaiser nach dem Spiel, während sie sich ein Handtuch um den Hals legte. "Und manchmal reicht das, wenn man nur zu zehnt ist." Ihr Kollege auf der anderen Seite, der wortkarge Trainer von Bratislava, murmelte lediglich: "Fußball ist kein Geduldsspiel, aber manchmal wäre es schön, wenn es eins wäre."

Vielleicht trifft er damit den Kern. Dunajska Streda spielte nicht den schönsten Fußball, aber den ehrlichsten. Sie rannten, kämpften, schwitzten - und gewannen. Ein Abend, an dem Zahlen Nebensache waren und Emotionen das Spiel bestimmten.

Oder, wie Eusebio später in der Mixed Zone sagte: "Manchmal reicht ein Kopfball, um alles zu vergessen - sogar die rote Karte."

Ein Satz, der bleibt - wie dieses Spiel.

02.07.2026 21:11
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Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe.
Werner Lorant
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