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Den Haag überrollt Ayax - ein 5:3, das nach Knallbonbon schmeckte

Es war einer dieser Winterabende, an denen der Fußball in Den Haag glühte wie ein Kaminfeuer. 31.416 Zuschauer im Stadion, ein klarer Himmel über der Nordsee und ein Spiel, das so gar nicht nach dem ordentlichen 1.-Liga-Alltag roch. Beim 5:3-Spektakel gegen Ayax Amsterdam erlebte man alles, was man in 90 Minuten Fußball hineinpacken kann: wilde Tore, Gelbe Karten, hitzige Blicke und ein Publikum, das irgendwann einfach nur noch lachte.

Dabei hatte es gar nicht so gut angefangen für den FC Den Haag. Schon in der 17. Minute stürmte Ayax’ Linksaußen Lars Vanderveer durch die Abwehr, als sei sie aus Butter, und schob nach Pass von Oskar Ottosen zum 0:1 ein. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", fluchte Den-Haag-Trainer Bronco Capone später, "aber der Junge hat einfach weitergespielt - das hat mich fast nostalgisch gemacht."

Doch Den Haag antwortete postwendend. Nur zwei Minuten später kombinierte sich Alessandro Lago über links nach vorn, legte clever quer, und Joao Travassos drosch den Ball humorlos unter die Latte - 1:1. Kaum hatte das Publikum den Torjubel beendet, stand es schon 2:1: Archie McGowan zog in der 22. Minute von der Strafraumkante ab, nachdem Francisco Gomes, der zuvor Gelb gesehen hatte, sich den Ball in der eigenen Hälfte erkämpft hatte.

Wer dachte, das Spiel würde sich dann beruhigen, wurde eines Besseren belehrt. In der 32. Minute kam wieder Vanderveer, diesmal nach Vorlage von Rechtsverteidiger Eric Lindblom - 2:2. Vier Tore in 15 Minuten, und auf der Haupttribüne flogen die Pappbecher wie Konfetti.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Travassos, der an diesem Abend so treffsicher war wie ein Uhrwerk, traf in der 50. Minute zum 3:2. Es war seine zweite Bude und der Moment, in dem Den Haag das Ruder endgültig übernahm. Kurz darauf sah Ayax’ Noach Buckhout Gelb (49.), wohl aus Frust über die immer frecheren Attacken der Hausherren.

Ayax gab sich nicht geschlagen. Wieder war es Vanderveer, der in der 67. Minute seinen dritten Treffer markierte - ein lupenreiner Hattrick, der allerdings in der Statistik kaum Trost bot. "Ich hätte lieber drei Punkte als drei Tore", seufzte er nach dem Spiel und verschwand mit gesenktem Kopf im Kabinengang.

Doch Den Haag hatte jetzt Blut geleckt. Nur drei Minuten später legte Jorge de Almeida quer, und Lago hämmerte den Ball zum 4:3 ins Netz. Der Jubel war so laut, dass man ihn vermutlich bis zum Binnenhof hörte. Und als McGowan in der 78. Minute, wieder nach Vorlage von Gomes, das 5:3 erzielte, war das Stadion endgültig ein Tollhaus.

Zwischendurch flogen noch zwei weitere Gelbe Karten: Eustatius Onderdonk für Den Haag (75.) und Lucas O’Dea für Ayax (77.) - beide eher aus dramaturgischen Gründen, denn wirklich böse war das Spiel nie. "Das war kein Kampf, das war Kunst", sagte Capone nach dem Abpfiff mit einem Grinsen, das verriet, dass er genau wusste, wie besonders dieser Abend war.

Statistisch war alles fast ausgeglichen: 17 Torschüsse für Den Haag, 14 für Ayax; Ballbesitz 48,6 zu 51,3 Prozent. Doch in den entscheidenden Momenten war Den Haag schlicht gnadenlos effizient. "Wir haben uns heute den Schneid abkaufen lassen", räumte Ayax-Coach Jochen Eichhorst ein. "Und ehrlich gesagt, die haben uns mit ihrer Leidenschaft überrascht. Ich dachte, das gibt’s nur noch in alten VHS-Aufnahmen."

Ein kleines Highlight am Rande: Als Den Haags Ersatzstürmer Joseph Boulanger in der 55. Minute ausgewechselt wurde, klopfte ihm Capone auf die Schulter und sagte: "Du hast heute alles gegeben - na gut, fast alles." Boulanger grinste, als wüsste er, dass sein Trainer ihn liebt und gleichzeitig meint, er müsse noch zwei Kilo mehr laufen.

So blieb am Ende ein Abend, der in Den Haag wohl noch lange besprochen werden dürfte. Ein 5:3 gegen Ayax Amsterdam - das ist kein Zufall, das ist ein Statement. Der Stadionsprecher fasste es beim Abpfiff unfreiwillig poetisch zusammen: "Wir melden: Den Haag lebt noch!"

Und wie. Wer dieses Spiel gesehen hat, wird es nicht so schnell vergessen. Vielleicht, weil es ein Spiel war, das alles hatte - außer Langeweile.

26.05.643987 11:08
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Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni
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