Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Crvena Zvezda siegt spät - Loko Belgrad hält lange dagegen

Ein eisiger Valentinsabend in Belgrad, 36.000 Zuschauer im Stadion, und statt Rosen gab’s rustikale Zweikämpfe und einen späten Stich ins Herz der Heimmannschaft: Crvena Zvezda Belgrad gewann bei Lokalrivale Loko Belgrad mit 1:0. Der Siegtreffer fiel in der 72. Minute - und war so verdient wie mühsam erarbeitet.

Trainer Don Dirigente hatte seine Gäste von Beginn an offensiv eingestellt. "Wir wollten zeigen, dass wir die Stadt regieren", brummte er nach dem Spiel, den Mantelkragen hochgeschlagen gegen den Wind. Seine Mannschaft verstand das als Auftrag zur Dauerbelagerung: Schon in der 8. Minute prüfte Zoran Dordevic den Heimkeeper Milan Kahriman, dann folgten Schüsse im Minutentakt - 24 Torschüsse insgesamt, während Loko gerade einmal drei zustandebrachte.

Doch so einseitig die Statistik, so zäh war die Angelegenheit auf dem Rasen. Loko Belgrad stand tief, spielte konzentriert und hatte mit Kahriman einen Torwart, der sich an diesem Abend wie ein Mann mit acht Armen fühlte. In der 19. Minute lenkte er einen Drehschuss von Zivojin Bisevac an den Pfosten, in der 36. Minute hielt er einen Distanzhammer von Charles Dennehy auf der Gegenseite - ja, auch Loko durfte mal. "Wenn wir aufs Tor schießen, ist das schon ein Grund zur Freude", witzelte Dennehy später selbstironisch.

Die erste Halbzeit endete 0:0, aber mit klaren Vorteilen für die Rot-Weißen. Don Dirigente wirkte an der Seitenlinie erstaunlich gelassen. Vielleicht wusste er, dass seine Offensivreihe um Dusko Drageljevic und Gerhard Bach irgendwann treffen würde. Auf der anderen Seite fuchtelte der (namenlose) Loko-Coach wild mit den Armen, als wolle er die Zeit anhalten.

Dann die 63. Minute: Diamantis Nafpliotis sieht Gelb, weil er beim Versuch, den Ball zu erobern, eher das Schienbein seines Gegners traf. Zwei Minuten später der junge Branko Milosevic - ebenfalls Gelb. "Er ist 18, da verwechselt man manchmal den Gegner mit der Kugel", kommentierte sein Trainer trocken.

In der 66. Minute wechselte Dirigente: Zoltan Detari raus, Rene Celine rein - ein erfahrener Offensivmann, der sofort für Druck sorgte. Kurz darauf musste Youngster Sreto Pantelic verletzt raus, der 31-jährige Ferenc Bozsik kam und brachte Routine auf der linken Seite.

Und dann kam die 72. Minute, die alles entschied. Bozsik, kaum auf dem Platz, trieb den Ball über links, sah den einlaufenden Drageljevic und legte mustergültig quer. Der traf mit links flach ins lange Eck - 0:1. Der Gästeblock explodierte, während Loko-Keeper Kahriman wütend den Pfosten trat.

"Ich hab’ den Schuss spät gesehen", murmelte er später in der Mixed Zone. Drageljevic hingegen grinste: "Ich musste nur noch einschieben - der Ball hat praktisch um ein Tor gebettelt."

Danach spielte Crvena Zvezda ihre Erfahrung aus, kontrollierte das Geschehen, obwohl Loko mehr Ballbesitz hatte (52,7 Prozent). Die Gastgeber versuchten es mit langen Pässen auf Antonio Veskovac und Igor Basa, doch außer einem harmlosen Versuch in der 67. Minute kam nichts Zählbares heraus.

In der Nachspielzeit wurde Veskovac noch verwarnt - wohl mehr aus Frust als wegen eines Fouls. Der Schiedsrichter pfiff kurz darauf ab, und die Gäste jubelten. 0:1, drei Punkte, Stadt-Derby gewonnen.

Don Dirigente zeigte sich zufrieden: "Wir hätten zehn Tore machen können, aber eins reicht, um Geschichte zu schreiben." Sein Gegenüber blieb ruhig: "Wenn man 24 Schüsse zulässt, ist 0:1 fast ein Erfolg", meinte er mit sarkastischem Lächeln.

Die Fans von Loko verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Sie hatten gesehen, dass ihre Elf kämpfte, rackerte und immerhin 42 Prozent der Zweikämpfe gewann. In einem Spiel, das eher an Belagerungstaktik erinnerte, war das schon eine Leistung.

Und so endete der Valentinstag in Belgrad ohne Romantik, aber mit einem gerechten Resultat. Crvena Zvezda bleibt oben dran, Loko sucht weiter nach dem ersten Heimsieg des Jahres. "Wir haben Herz gezeigt", sagte Dennehy zum Abschied. "Nur leider kein Tor."

Ein Satz, der das Spiel besser zusammenfasst als jede Statistik.

19.08.643990 01:01
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