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CF Rio Boston zerlegt Cerrense - und macht's mit Stil

Wenn die Sonne über Uruguay langsam untergeht und 32.689 Zuschauer im Estadio Cerrense ihre Fahnen schwenken, ahnt noch niemand, dass der Abend für die Heimmannschaft zu einem jener Spiele werden würde, die man später nur noch mit einem tiefen Seufzer und einem "Wir haben’s versucht" kommentiert. CF Rio Boston fegte CD Cerrense mit 4:1 vom Platz - ein Ergebnis, das so deutlich war, wie es sich liest, und doch seine kleinen Geschichten hatte.

Schon die ersten Minuten ließen erkennen, dass Rio Boston nicht zum Sightseeing angereist war. Offensiv eingestellt, spielten sie wie eine Truppe, die hungrig auf Tore war. Während Cerrense-Coach Leahcim Gnipeur am Spielfeldrand noch Anweisungen brüllte, zirkelte Luke Devaney in der 23. Minute den Ball nach einer Ecke von Espen Rasmussen ins Netz. "Ich wollte eigentlich nur klären, aber dann dachte ich: Ach, wenn schon, dann richtig", grinste der Torschütze später.

Cerrense versuchte, sich zu schütteln. Der junge Carles Meira, gerade mal 17, zeigte in der Zentrale bemerkenswerte Ruhe, während Domingo Andrade und Joao Gomes wenigstens andeuteten, dass sie verstanden hatten, worum es in diesem Spiel geht. Doch Rio Boston ließ nicht locker: In der 33. Minute erhöhte Caio Simao nach klugem Zuspiel von Innenverteidiger Alfonso Mendilibar auf 2:0. Das war so präzise, dass selbst Gnipeur später sarkastisch meinte: "Die hätten heute vermutlich auch mit verbundenen Augen getroffen."

Kurz vor der Pause dann der Moment, der die Cerrense-Fans nochmal hoffen ließ: In der 45. Minute traf Domingo Andrade nach schöner Vorarbeit von Joao Gomes zum 1:2. Das Stadion erwachte, Bengalos zündeten, und Cerrenses Torhüter Thierry Benveniste schrie über den Platz: "Jetzt geht’s los, Jungs!" - ein Satz, der sich im Nachhinein als mutig, wenn nicht gar prophetisch falsch herausstellte.

Denn kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, setzte Rio Boston dort an, wo sie aufgehört hatten. Zeeman Voores, der rechte Flügelstürmer mit der Eleganz eines Tänzers und der Durchschlagskraft eines Presslufthammers, netzte in der 48. Minute ein - vorbereitet von Juanito Quiles. Nur zwei Minuten später war es wieder Caio Simao, der nach Vorarbeit des agilen Eduardo Costa zum 4:1-Endstand traf. Danach kontrollierte Rio Boston das Geschehen, als hätten sie den Ballbesitz gepachtet - 50,2 Prozent, aber gefühlte 80.

Cerrense mühte sich, kam auf acht Torschüsse, doch Rio Boston konterte mit 24. "Wir hätten auch noch bis Mitternacht spielen können, und der Ball wäre trotzdem nicht reingegangen", brummte Cerrenses Abwehrchef Dorin Dumitrache nach dem Spiel. Trainer Gnipeur fand immerhin etwas Trost: "Unsere Jungs haben gekämpft. Leider meist gegen den Ball."

Rio-Boston-Coach Reini Stöger hingegen war in Feierlaune. "Das war erwachsen, das war reif. Ich hab ihnen gesagt: Spielt wie Männer, lauft wie Kinder. Und das haben sie gemacht." Seine Mannschaft spielte mit einer Selbstverständlichkeit, die man in dieser Liga selten sieht - offensiv, sicher im Passspiel, nie überhastet. Besonders beeindruckend: Trotz der dominanten Spielweise blieb die Aggressivität im Rahmen, kein Gelb, kein Rot, nur ein unglücklicher Moment, als Luke Devaney in der 72. Minute verletzt raus musste. Stöger nahm’s gelassen: "Er hat gesagt, es ziept ein bisschen. Ich hab gesagt: Dann zieh dich aus und geh duschen."

Die Fans von Cerrense verabschiedeten ihre Mannschaft mit Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Gewohnheit. Denn trotz der Klatsche war der Wille da, und ein paar Szenen ließen erahnen, dass hier Potenzial schlummert. "Wir sind jung, wir lernen", meinte der 20-jährige Adrian Tonel, der immerhin zwei Torschüsse wagte, "bloß leider lernen wir immer aus Niederlagen."

Am Ende blieb ein eindeutiger Sieg für CF Rio Boston, ein lehrreicher Abend für CD Cerrense - und ein Spiel, das zeigte, wie gnadenlos Fußball sein kann: Wer Chancen liegen lässt, bekommt sie meist umgehend serviert - im eigenen Netz.

Oder, wie es ein älterer Cerrense-Fan beim Verlassen des Stadions trocken zusammenfasste: "Wenn man vier Tore kassiert, hat man wenigstens was zu erzählen." Und er hatte recht.

25.06.643993 17:23
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Was soll man schon erwarten? Der hat früher immer Dynamo Ost-Berlin zum Titel gepfiffen.
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