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Primera Division | 5. Spieltag | 21.09.26 | CD Cerrense - Capurro Fenix 6:0 Von Beginn an machte Cerrense klar, dass der Abend kein gemütlicher Spaziergang werden sollte. Die Mannschaft von Trainer Leahcim Gnipeur rückte offensiv auf, spielte zielstrebig und setzte Capurro früh unter Druck. Schon in der ersten Minute prüfte Salvador Meira den Gästekeeper Ricardo Frechaut. Jose Enrique Vazquez legte nach, Adrian Tonel versuchte es ebenfalls - Cerrense schoss, Capurro sortierte sich. In der 14. Minute war es dann so weit: Pierre Valentine bediente Vazquez, und der Mittelstürmer traf zum 1:0. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch, nur deutlich weniger höflich gegenüber der gegnerischen Abwehr. Vazquez hätte später beinahe noch vor der Pause nachgelegt, doch Capurro überstand die erste Halbzeit mit nur einem Gegentor. Trainer Andreas Kessler soll seinen Spielern in der Kabine zugerufen haben: "Wir haben mehr Ballbesitz. Jetzt müssten wir nur noch etwas damit anfangen." Eine Erkenntnis, die vermutlich niemanden überraschte - außer vielleicht den Ball. Capurro Fenix hatte mit 54,6 Prozent sogar mehr Spielanteile als Cerrense. Doch die Gastgeber waren wesentlich gefährlicher. Insgesamt kam Cerrense auf 23 Torschüsse, die Gäste nur auf vier. Der Unterschied zwischen Ballbesitz und Torgefahr wurde an diesem Abend so deutlich, dass man ihn beinahe hätte vermessen können. Direkt nach dem Seitenwechsel fiel die Vorentscheidung. In der 46. Minute erhöhte Meira auf 2:0, nur eine Minute später schlug Vazquez erneut zu. Der Stürmer nahm einen Pass von Domingo Andrade auf und vollendete zum 3:0. Capurro war nun endgültig in jener unangenehmen Lage, in der selbst ein einfacher Querpass wie eine hochriskante Unternehmensentscheidung wirkt. Cerrense blieb gierig. Die Mannschaft presste zwar nicht dauerhaft, agierte aber mit starkem Einsatz und größerer Aggressivität als noch vor der Pause. Inigo Ze Castro und Pierre Valentine sahen im ersten Durchgang Gelb, bei Capurro wurde Jozef Skrtel nach 57 Minuten verwarnt. Der Schiedsrichter hatte also ebenfalls alle Hände voll zu tun, auch wenn er keine Tore beisteuern durfte. In der 69. Minute machte Vazquez seinen Dreierpack perfekt. Wieder war Andrade beteiligt, wieder war die Abwehr von Capurro einen Schritt zu spät. "Ich habe heute nur das gemacht, was ein Stürmer eben machen soll: auftauchen und den Ball nicht wieder hergeben", erklärte Vazquez nach dem Spiel - angeblich mit einem Lächeln, das breiter war als die ohnehin schon deutliche Anzeigetafel. Drei Minuten später durfte auch Ricardo Manuel jubeln. Der eingewechselte Mittelfeldspieler traf zum 5:0 und legte in der 78. Minute sogar noch seinen zweiten Treffer nach. Damit war aus einem überzeugenden Heimsieg eine ausgewachsene Lehrstunde geworden. Trainer Gnipeur blieb dennoch sachlich: "Wir wollten offensiv beginnen und konsequent bleiben. Nach dem 3:0 wurde es natürlich leichter." Das ist die höfliche Version von: Danach lief eigentlich alles von allein. Capurro kam zwar noch zu Abschlüssen durch Domingo Castro und Miguel Martins, doch Joseba Mendes im Tor von Cerrense musste nicht hinter sich greifen. Auch die Gäste fanden keinen Weg durch die kompakte Defensive. Die Zweikampfquote der Gastgeber von 57,7 Prozent passte zum Gesamtbild: Cerrense gewann nicht den Ballbesitz, aber fast alles, was wichtiger war. So feierte Cerrense einen perfekten Abend mit sechs Toren, fünf verschiedenen Torschützen? Nein - Vazquez und Manuel trafen mehrfach, die Statistik blieb gnadenlos präzise. Und Capurro? Hatte den Ball. Sehr oft sogar. Nur leider nicht im Tor. 21.09.2026 22:12 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler