Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Cerrense siegt dank Gerd "Granate" Vilhelmsen - Marde verzweifelt am eigenen Mut

Es war einer dieser Abende im Estadio del Mar, an denen man sich fragte, ob Fußball eigentlich ein Spiel der Gerechtigkeit oder der Launen ist. 32.092 Zuschauer sahen, wie Deportivo Marde beherzt kämpfte, fleißig kombinierte - und am Ende doch mit leeren Händen dastand. CD Cerrense hingegen nahm die Punkte mit der Effizienz eines Finanzbeamten mit nach Hause. 1:2 hieß es nach 90 intensiven Minuten, ein Ergebnis, das Mardes Trainer wohl noch bis zum Frühstück verfolgen dürfte.

Schon nach einer Viertelstunde war die Stimmung im Stadion kurzzeitig eingefroren. Nael Marques, Cerrenses quirliger Rechtsaußen, traf nach feinem Zuspiel von Gerd Vilhelmsen zur frühen Führung. "Ich habe einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball irgendwo zwischen Himmel und Aitor Solana landet", grinste Marques später. Der Ball landete natürlich nicht im Himmel, sondern unhaltbar im Netz.

Marde reagierte wütend, aber ohne Fortune. Louis Reid prüfte Cerrenses Keeper Joseba Mendes mehrmals (6., 21., 78. Minute), Rutger Verbeck drosch aus allen Lagen, als wollte er den Ball persönlich wieder in den Atlantik zurückbefördern. Doch die Effizienz blieb aus. Zur Pause stand es 0:1, und man hatte das Gefühl, Marde könnte noch Stunden spielen, ohne dass der Ball reinwill.

Nach dem Seitenwechsel kam die Erlösung - zumindest kurzfristig. In der 50. Minute legte Vincent Mendivil klug quer, und Jelle Knickerbacker, der zuvor eine Gelbe Karte kassiert hatte, drosch das Leder humorlos unter die Latte. 1:1, das Stadion bebte, die Fans sangen sich heiser. "Ich wollte zeigen, dass ich mehr kann, als Karten sammeln", sagte Knickerbacker mit einem Schulterzucken.

Nur hielt die Freude nicht lange. Cerrense blieb ruhig, fast stoisch. Leahcim Gnipeur, der wortgewandte Gästecoach mit dem Hang zur Understatement-Rhetorik, hatte zur Stunde schon den Joker gezogen: Jungspund Xabier Sainz kam für Arnau Sa Pint und brachte frischen Wind in die Defensive - und, man ahnt es kaum, eine glänzende Vorlage. In der 71. Minute flankte er auf den völlig freistehenden Gerd Vilhelmsen, der sich für seine Vorarbeit beim ersten Tor revanchierte und sehenswert zum 2:1 einköpfte.

"Ich hab’ den Ball gesehen und gedacht: Wenn ich den nicht reinmache, nimmt mir meine Mutter den Sonntagsbraten weg", witzelte Vilhelmsen nach dem Spiel. Der Braten dürfte gesichert sein.

Marde versuchte danach alles - elf Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz, jede Menge Herzblut. Knickerbacker, Verbeck und Reid feuerten aus allen Lagen (86., 87., 88.), doch Mendes im Cerrense-Tor wurde zur menschlichen Mauer. "Ich dachte irgendwann, er hat Magneten in den Handschuhen", knurrte Mardes Kapitän Mendivil.

Taktisch blieb alles beim Alten: Beide Teams setzten auf ausgewogene Ausrichtung, kurze Pässe, kein übertriebenes Pressing. Nur Cerrense schaltete in der Schlussphase auf "aggressiv" - und das passte zur Körpersprache. Wo Marde müde wirkte, biss Cerrense sich förmlich in die Zweikämpfe.

Gabor Szucs sah noch Gelb (62.), vermutlich aus Frust über das Schicksal, das Fußballgötter manchmal so nonchalant verteilen. Trainer Gnipeur kommentierte trocken: "Wir wollten ruhig bleiben. Wenn du gegen Marde anfängst, hektisch zu werden, kannst du dich gleich selbst auswechseln."

Nach dem Abpfiff standen beide Teams erschöpft auf dem Rasen, nur der Sieger lächelte. Mardes Trainer, der nachdenklich auf den Boden starrte, murmelte: "Wir haben gut gespielt - leider auch das gegnerische Team." Mehr musste man nicht sagen.

So bleibt Deportivo Marde im grauen Mittelfeld der uruguayischen Liga, während CD Cerrense mit diesem Sieg weiter von internationalen Plätzen träumen darf. Im Rückspiel dürfte es heiß hergehen - vielleicht zu heiß für empfindliche Fußballseelen.

"Wir nehmen drei Punkte und ein paar Schrammen mit", lachte Gnipeur beim Hinausgehen. Und während die Fans von Marde noch ihren Frust in der Meeresbrise abkühlten, summte ein Ordner beim Abschließen des Stadions: "Fußball ist manchmal einfach ein mieser Spaß."

Ein mieser Spaß - aber einer, wegen dem 32.092 Menschen wiederkommen werden.

01.01.643988 10:40
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die italienischen Vereine sagen mir: Von der Ablösesumme für Emerson könnt ihr euch doch zwei Spieler kaufen. Ich antworte denen dann immer: Dann kauft euch die doch selbst.
Rainer Calmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager