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Cerrense ringt Colon nieder - Teenager Alvaro trifft und die Arena bebt

Es gibt Spiele, die man vergisst, sobald der Schlusspfiff ertönt - und dann gibt es jene, bei denen 31.791 Zuschauer noch Minuten später stehen bleiben, weil sie wissen: Das war der Moment, als ein 18-Jähriger zum Helden wurde. CD Cerrense gewann am 10. Spieltag der uruguayischen Primera División mit 1:0 gegen AD Colon - und verdankt den Sieg einem Teenager mit Nerven aus Stahl und einem linken Fuß, der vermutlich aus purem Selbstvertrauen besteht.

Die Partie begann, als hätte jemand den "Snooze"-Knopf auf dem Rasen gedrückt. Colon, leicht feldüberlegen mit 52 Prozent Ballbesitz, schob sich den Ball zu, Cerrense lauerte - und schoss. Und schoss. Und schoss. Schon in der ersten Minute prüfte Kay Schäfer den gegnerischen Keeper Inigo Nene, der sich mit einem Reflex aus der Torwartschule der alten Schule auszeichnete: Augen zu, Hände hoch, hoffen. Es funktionierte.

"Wir wollten gleich Druck machen", knurrte Trainer Leahcim Gnipeur nach dem Spiel, die Hände tief in den Taschen. "Druck ist gut. Nur, dass wir ihn eher auf uns selbst ausgeübt haben, weil keiner traf." Tatsächlich verzeichnete Cerrense 19 Torschüsse, während Colon mit gerade einmal fünf Abschlüssen eher die Kategorie "Sparflamme" bediente.

Bis zur Pause blieb es beim 0:0 - obwohl Cerrenses Stürmer Jose Enrique Vazquez gleich dreimal frei zum Schuss kam und Hugo Pacos in der 20. Minute fast den Pfosten abmontierte. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", sagte Pacos später mit einem Grinsen. "Mein Trainer auch. Er hat schon gejubelt. Blöd, dass der Ball dann ins Aus ist."

Doch dann kam Minute 57. Cerrense hatte sich gerade wieder in der Colon-Hälfte festgesetzt, als Hugo Pacos über links Tempo machte, den Ball präzise in die Mitte legte - und Rafael Alvaro, 18 Jahre jung, aus kurzer Distanz verwandelte. Keine Show, kein Schnickschnack, einfach Tor. Es war die Sorte Treffer, bei der man kurz vergisst, dass Fußball manchmal kompliziert ist.

"Ich hab einfach geschossen", erklärte Alvaro bescheiden, während seine Mitspieler ihn in der Kabine mit Wasserflaschen duschten. "Vielleicht sollte ich das öfter tun."

Das Stadion tobte, und man konnte fast spüren, wie ein kollektives Aufatmen durch die Ränge ging. Nach so vielen vergebenen Chancen war dieses 1:0 beinahe kathartisch. Colon versuchte danach, das Spiel an sich zu reißen - theoretisch. Praktisch verirrten sich ihre Angriffe meist in den dichten Reihen der Cerrense-Verteidiger. Die Gäste zeigten zwar Engagement, sammelten aber Gelbe Karten wie Souvenirs: drei Stück in den letzten 15 Minuten, unter anderem für Vicente Ferron, der in der 86. Minute offenbar dachte, ein Trikottausch sei auch vor Abpfiff erlaubt.

Cerrense verteidigte mit einer Mischung aus jugendlichem Übermut und nervösem Zittern. Der Ballbesitz blieb knapp unter 48 Prozent, aber die Zweikampfquote von 55 Prozent sprach Bände: Wer wollte, der kämpfte.

In der Nachspielzeit hatte Colon noch eine Halbchance durch Radek Kozel, doch Cerrense-Keeper Thierry Benveniste fischte den Ball lässig herunter. "Ich hatte schon schlimmere Kopfschmerzen als diesen Schuss", witzelte der Torwart später.

Trainer Gnipeur lobte nach dem Spiel vor allem seine jungen Offensivkräfte: "Schäfer, Mendes, Alvaro - die Jungs bringen frischen Wind. Manchmal zu viel Wind, aber das ist mir lieber als gar keiner."

Die Fans hingegen sangen noch Minuten nach Abpfiff den Namen des Torschützen. Ein älterer Anhänger auf der Tribüne fasste das Spiel treffend zusammen: "Neunzehn Chancen, ein Tor. Das ist wie Lotto - aber diesmal haben wir gewonnen."

Colon-Trainer (dessen Name sich im offiziellen Bericht leider verlor, vielleicht absichtlich) wirkte nachdenklich: "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber Cerrense hatte das Herz. Und manchmal gewinnt eben das Herz."

Am Ende blieb ein verdienter, wenn auch mühsamer 1:0-Sieg für CD Cerrense. Nicht schön, aber wirkungsvoll. Und wer weiß - vielleicht wird man in ein paar Jahren sagen: Das war der Tag, an dem Rafael Alvaro seine Karriere startete.

Oder, wie es ein Journalist auf der Pressetribüne bissig formulierte: "Ein Spiel wie ein Espresso - klein, stark, und mit bitterem Nachgeschmack für Colon."

So oder so - Cerrense darf träumen, Colon muss nachdenken. Und der Rest von Uruguay hat einen neuen Namen auf dem Zettel: Rafael Alvaro, 18, Torschütze, Publikumsliebling, Hoffnungsträger.

Und falls er nächste Woche wieder trifft, werden 31.791 Menschen wissen: Das war kein Zufall.

23.02.643994 18:56
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