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Cerrense fegt Hispana vom Platz - ein lehrbuchhafter Auswärtssieg

Es war noch keine Minute gespielt, da suchten viele der 20.000 Zuschauer im Estadio Central Hispana noch ihre Plätze - und verpassten gleich den ersten Paukenschlag. Ryan Skene, der wuchtige Linksaußen von CD Cerrense, nahm sich ein Herz, zog aus halblinker Position ab, und ehe Keeper Nestor da Costa überhaupt die Hände sortiert hatte, zappelte der Ball schon im Netz. 1:0 nach 120 Sekunden, und das nur der Anfang eines Abends, an dem Central Hispana nach allen Regeln der Fußballkunst seziert wurde.

"Wir wollten eigentlich ruhig anfangen", grinste Cerrense-Coach Leahcim Gnipeur später verschmitzt. "Aber Ryan hat das wohl anders verstanden." Keine vier Minuten später hatte Salvador Meira, der pfeilschnelle Rechtsaußen, ebenfalls getroffen - nach schöner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Alejandro Nani. 6. Minute, 0:2, und auf den Rängen machte sich ein leises Raunen breit: Das könnte ein langer Abend werden.

Central Hispana, unter dem noch ungenannten Coach, versuchte es mit Ballbesitzfußball - immerhin 49,8 Prozent am Ende - doch die Zahlen täuschen. Cerrense war bissiger (Tacklingquote 55,8 Prozent), zielstrebiger (13 zu 4 Torschüsse) und schlicht effektiver. Während die Gastgeber gefällig von links nach rechts kombinierten, spielte Cerrense schnörkellos nach vorn - und ließ Hispana aussehen, als hätten sie gerade erst erfahren, dass ein Ball rund ist.

In der 19. Minute meldete sich Hispana erstmals gefährlich: Jordi de la Fuente prüfte Gäste-Keeper Thierry Benveniste mit einem beherzten Schuss, doch der Franzose im Cerrense-Tor parierte souverän. "Da dachte ich, jetzt kommen sie vielleicht ins Spiel", meinte Benveniste später, "aber dann kam… nichts."

Cerrense dagegen präsentierte sich in Spiellaune. Besonders das Mittelfeldduo Brinkmann und Andrade zog die Fäden. "Wir hatten heute einfach Spaß", sagte Knud Brinkmann später, und wer ihn in der 65. Minute beobachtete, konnte das glauben: Ein trockener Schuss aus 18 Metern, unhaltbar für da Costa, das 0:3 - und der endgültige K.-o.-Schlag für Hispana. Assistiert hatte ausgerechnet der Routinier Dorin Dumitrache, 36 Jahre jung, der den Ball vorher mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters durch die Schnittstelle gespielt hatte.

Hispana reagierte mit Symbolhandlungen: mehr Gestik, weniger Präzision. Rafael de Almeida kassierte in der 62. Minute noch Gelb, offenbar aus purer Verzweiflung, weil er wenigstens in irgendeiner Statistik auftauchen wollte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", erklärte er nach Abpfiff mit einem Schulterzucken.

Bradley Chattan, der rechte Flügelstürmer der Gastgeber, hatte zwischen der 53. und 59. Minute gleich drei Abschlüsse - alle knapp vorbei, alle symptomatisch. "Ich glaube, das Tor war heute einfach kleiner als sonst", witzelte er in der Mixed Zone.

Gnipeur dagegen hatte gut lachen: "Unsere Jungs haben den Plan perfekt umgesetzt: früh Druck, schnell Tore, danach Kontrolle." Tatsächlich wirkte Cerrense über 90 Minuten wie das reifere Team. Ihre offensive Grundordnung - OFFENSIVE, BALANCED, SURE, wie es die Analysten trocken nennen - spiegelte sich auch auf dem Feld wider: mutig, aber nie kopflos, aggressiv ohne überhart zu sein. Nur eine Gelbe Karte (Hans Jakobsen, 13. Minute) - das nennt man Effizienz mit Stil.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst einige Heimfans anerkennend. 0:3 - ein klares Resultat, das genauso deutlich war, wie es klingt. In der Pressekonferenz wurde Gnipeur gefragt, ob das nun der beste Auftritt seiner Mannschaft in dieser Saison gewesen sei. "Nein", lachte er, "aber der leiseste. Wir haben gar nicht so viel reden müssen - der Ball hat’s übernommen."

Für Central Hispana bleibt die Frage: Wie findet man nach so einem Start wieder ins Spiel? Vielleicht mit weniger Taktiktafel und mehr Leidenschaft. Oder, wie ein frustrierter Fan beim Hinausgehen murmelte: "Vielleicht sollten sie einfach mal pünktlich anfangen."

So endete ein Abend, der lehrte, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Wer Tore schießt, gewinnt. Und wer zwei davon in den ersten sechs Minuten kassiert, der hat meistens ein Problem, das auch 50 Prozent Ballbesitz nicht lösen können.

Ein leises Schulterklopfen für Cerrense - und ein Weckruf für Hispana.

03.09.643993 06:08
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