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CD Cerrense zerlegt Nacional mit 7:0 - Meira und Valentine glänzen

Primera Division | 32. Spieltag | 12.09.26 | CD Cerrense - Nacional 7:0

34169 Zuschauer kamen am 32. Spieltag der Primera Division ins Stadion von CD Cerrense. Sie sahen ein Fußballspiel, das nach 93 Minuten weniger wie ein Duell zweier Mannschaften und mehr wie eine öffentliche Lehrstunde wirkte. CD Cerrense besiegte Nacional mit 7:0 (2:0) - und hätte bei 25 Torschüssen durchaus noch ein paar Erinnerungsstücke fürs Publikum produzieren können.

Dabei begann Nacional keineswegs völlig verschüchtert. In der 2. Minute prüfte Nestor Veloso den Torhüter, später versuchten sich Leandro Mingo und Carlos Conceicao an weiteren Abschlüssen. Es blieb bei drei Torschüssen der Gäste. Der Unterschied zwischen Mut und Wirkung war an diesem Abend ungefähr so groß wie der zwischen einem Regenschirm und einem Dach.

Cerrense übernahm früh die Kontrolle, ohne sich dabei in hektischen Aktionismus zu verlieren. 52,9 Prozent Ballbesitz reichten, um das Spiel fast durchgehend in der Hälfte von Nacional stattfinden zu lassen. Trainer Leahcim Gnipeur hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, zunächst mit ausgewogenem Passspiel und sicherem Abschlussverhalten. Das klang auf dem Papier vernünftig - auf dem Rasen wurde es für Nacional schnell unangenehm.

In der 19. Minute fiel das 1:0. Domingo Andrade traf nach Vorarbeit von Hans Jakobsen. Der zentrale Mittelfeldspieler schaltete sich energisch ein und ließ den Ball im Netz verschwinden. "Ich habe nur gesehen, dass die Lücke da war", sagte Andrade anschließend in der fiktiven Mixed Zone mit jener beneidenswerten Bescheidenheit, die Fußballer entwickeln, sobald sie getroffen haben. "Dann wäre es ja fast unhöflich gewesen, nicht zu schießen."

Nacional fand keine Antwort. Cerrense blieb geduldig, spielte weiter nach vorn und belohnte sich kurz vor der Pause: In der 43. Minute erhöhte Pierre Valentine nach Zuspiel von Silvestre Verdasco auf 2:0. Valentine war ohnehin auffällig, hatte bereits mehrfach den Abschluss gesucht und sollte später noch zwei weitere Male jubeln dürfen. Zur Halbzeit war die Sache zwar noch nicht mathematisch, aber emotional ziemlich eindeutig.

"Wir wollten kompakt bleiben", soll Nacional-Trainer Karl Rausch nach dem Spiel gesagt haben. "Das ist uns gelungen - zumindest theoretisch. Praktisch standen wir leider meistens dort, wo der Ball gerade nicht war." Ein Satz, der vermutlich nicht in die Vereinsbroschüre aufgenommen wird, aber den Abend treffend zusammenfasst.

Nach dem Seitenwechsel brach Cerrense endgültig den Widerstand. Bereits in der 46. Minute traf Valentine erneut, diesmal nach Vorlage von Adrian Tonel. In der 61. Minute machte der Angreifer seinen Hattrick perfekt, Andrade lieferte den Assist. Zwei Minuten später war Tonel wieder beteiligt: Friedrich Voss vollendete zum 5:0.

Cerrense erhöhte nach der Pause den Einsatz und reagierte im Rückstand sogar mit aktivem Pressing. Nacional blieb dagegen bei seiner vorsichtigen, ausgewogenen Ausrichtung - eine taktische Konstanz, die angesichts des Spielstands beinahe rührend wirkte. Bei Nacional sah Alex Peragon in der 82. Minute noch die Gelbe Karte. Vermutlich war das die energischste Form von Widerstand, die an diesem Abend noch übrig war.

Trainer Gnipeur wechselte in der 64. Minute Arvid Davidsen für Valentine ein, zwei Minuten später kam Prokhor Petrenko für Inigo Ze Castro. Valentine durfte seinen Arbeitstag also nach drei Toren beenden - vernünftig, schließlich sollte er nicht noch versehentlich vier erzielen und damit die Erwartungen für die kommenden Wochen ruinieren.

Ganz am Ende schlug die Stunde von Salvador Meira. Der rechte Angreifer traf in der 91. Minute nach Vorlage von Voss und legte in der 93. Minute nach Zuspiel von Tonel noch das 7:0 nach. Nacional hatte da längst aufgehört, an eine Wende zu glauben; wahrscheinlich suchte man bereits kollektiv den Ausgang.

"Wir haben heute sehr viel richtig gemacht", sagte Gnipeur angeblich. "Und Nacional hat uns freundlicherweise dabei geholfen, das zu zeigen." Humor ist manchmal die letzte verbliebene taktische Option.

So endet ein Abend, an dem Cerrense 25-mal aufs Tor schoss, Nacional nur dreimal - und der Torhüter der Gäste vermutlich trotzdem mehr zu tun hatte als der Stadionsprecher. Viel deutlicher kann ein 7:0 kaum aussehen.

12.09.2026 22:13
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