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CD Cerrense überrollt Bohemios - ein 3:0 mit Ansage

31501 Zuschauer im Estadio Cerrense sahen an diesem lauen Märzabend eine Heimmannschaft, die von der ersten Minute an keine Zweifel ließ, wem das Spielfeld gehört. CD Cerrense besiegte Bohemios Montevideo mit 3:0 (1:0) - und das Ergebnis schmeichelte den Gästen fast noch.

Es war ein Spiel, das schon früh eine Richtung nahm. Bereits in der vierten Minute prüfte Sean MacPhee den gegnerischen Torwart mit einem satten Distanzschuss. Der Ball zischte knapp am Pfosten vorbei, und man konnte aus der Pressetribüne hören, wie Trainer Leahcim Gnipeur seinem Flügelspieler zurief: "Wenn du so weitermachst, brauchst du bald keine Schuhe mehr - nur noch Zielwasser!"

Die Bohemios dagegen wirkten, als hätten sie das Navi auf "falsches Stadion" gestellt. Drei kümmerliche Torschüsse standen am Ende für sie zu Buche, und keiner davon brachte Cerrense-Keeper Joseba Mendes ernsthaft ins Schwitzen. Trotzdem blieb es bis kurz vor der Pause spannend - zumindest vom Ergebnis her.

Dann kam die 45. Minute: Sean MacPhee flankte von rechts, und Ryan Skene rauschte heran wie ein Güterzug ohne Bremse. Mit dem linken Fuß voll durchgezogen, 1:0. Der Jubel hallte minutenlang durch das Stadion, und Skene grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber dann dachte ich mir: Ach, wenn schon, denn schon."

Zur Pause führte Cerrense also verdient, und Coach Gnipeur wirkte zufrieden, aber nicht satt. "Wir spielen offensiv, weil wir’s können", meinte er mit einem Schulterzucken. Und seine Mannschaft folgte dieser Philosophie in Halbzeit zwei noch konsequenter.

Die Gäste versuchten, offensiv zu bleiben - zumindest auf dem Papier. Taktisch blieb Bohemios bei einer offensiven Ausrichtung, aber auf dem Platz war davon wenig zu sehen. Ihre Passquote war "balanciert", ihre Wirkung eher homöopathisch.

In der 63. Minute setzte sich Jose Enrique Vazquez im Strafraum durch, legte uneigennützig quer, und Nael Marques brauchte nur noch einzuschieben. 2:0, und diesmal jubelte selbst der sonst so stoische Gnipeur kurz auf. "Das war Team-Fußball pur", sagte Marques anschließend und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Ich musste nur noch treffen - das ist sonst nicht so mein Ding."

Bohemios Montevideo taumelte fortan wie ein Boxer in der achten Runde. Die Abwehrspieler riefen sich gegenseitig Dinge zu wie "Ruhig bleiben!" - was in etwa so wirkte, als würde jemand im Sturm schreien "Kein Wind bitte!". Nur fünf Minuten später krönte Christian Petrizzi die Gala: nach Vorarbeit von Gerd Vilhelmsen drosch der Mittelfeldmann den Ball aus gut 20 Metern ins Netz - 3:0 in der 68. Minute.

Danach war die Luft raus, aber Cerrense spielte weiter wie eine Mannschaft, die noch etwas beweisen wollte. Insgesamt 19 Torschüsse standen am Ende zu Buche - fast das Sechsfache der Gäste. 53 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die deutlich machen: Hier war einer klar besser.

Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Innenverteidiger Alejandro Xuarez sah in der 82. Minute Gelb, nachdem er Jacinto Galindo etwas zu herzhaft am Trikot zupfte. "Ich wollte nur wissen, aus welchem Stoff das ist", scherzte Xuarez nach dem Spiel.

Bei Bohemios war die Stimmung entsprechend gedrückt. Stürmer Galindo, der mit drei Abschlüssen noch der Aktivste seines Teams war, meinte trocken: "Wir hatten heute einfach zu viel Respekt - und zu wenig Ball." Sein Trainer, der namentlich nicht genannt werden wollte, murmelte nur: "Manchmal ist Fußball einfach ungerecht. Heute war er gerecht."

Am Ende feierte Cerrense einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Drei verschiedene Torschützen, Tempo, Spielfreude - und ein Publikum, das sich mit Standing Ovations verabschiedete.

Trainer Gnipeur fasste es mit einem Lächeln zusammen: "Ich sag’s den Jungs immer: Wenn ihr Spaß habt, gewinnen wir. Heute hatten wir sehr viel Spaß."

Und wer weiß - vielleicht war dieses 3:0 mehr als nur ein Sieg. Vielleicht war es die Ansage, dass CD Cerrense in dieser Saison in Uruguay ganz oben mitspielen will. Bohemios dagegen wird sich fragen müssen, ob "offensiv" wirklich die richtige Taktik ist, wenn man kaum über die Mittellinie kommt.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne es trocken formulierte: "Das war kein Spiel - das war Unterricht."

08.01.643994 12:06
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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