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CD Cerrense ringt Sisley Uruguay in der Verlängerung nieder - 3:2 im Pokaldrama

Als der 17-jährige Carles Meira in der 120. Minute beherzt abzog und der Ball unhaltbar im linken Toreck einschlug, explodierte das Estádio Municipal wie ein Schnellkochtopf. 32.625 Zuschauer schrien sich die Stimmbänder wund, während CD Cerrense - mit letzter Kraft, aber viel Herz - den Einzug in die nächste Pokalrunde perfekt machte. 3:2 nach Verlängerung gegen Sisley Uruguay, ein Ergebnis, das so knapp war wie die Nerven der Fans auf den Tribünen.

Dabei hatte alles so harmlos begonnen. In der kühlen Abendluft von Cerrense war vom späteren Drama zunächst nichts zu spüren. Die Hausherren, von Trainer Leahcim Gnipeur offensiv eingestellt ("Wir wollten von Anfang an das Heft in die Hand nehmen", erklärte er später mit einem verschmitzten Grinsen), starteten druckvoll. Schon in der dritten Minute prüfte der junge Rafael Alvaro den Gästekeeper Mario Bischoff - ein Vorgeschmack auf die 18 Torschüsse, die Cerrense im Laufe des Abends abfeuern sollte.

In der 28. Minute dann der erste Treffer: Ausgerechnet der 36-jährige Innenverteidiger Dorin Dumitrache, den viele schon im Fußballruhestand wähnten, wuchtete eine Ecke mit der Stirn ins Netz. "Ich wollte eigentlich nur meinen Kopf dazwischenhalten", meinte der Routinier danach augenzwinkernd, "aber manchmal küsst der Ball eben den Richtigen."

Die Freude währte allerdings nur kurz. Zwei Minuten später antwortete Sisley Uruguay eiskalt. Santiago Izquierdo flankte, Stanislav Zarzycki rauschte heran und vollstreckte - 1:1. Cerrense-Keeper Thierry Benveniste schüttelte den Kopf: "Ich sah den Ball zu spät, und dann war’s zu spät."

Mit diesem Spielstand ging es in die Pause, und das Publikum diskutierte bereits über mögliche Elfmeterschützen, bevor überhaupt feststand, dass es welche brauchen würde. In der Kabine muss Gnipeur die richtigen Worte gefunden haben - vielleicht etwas in der Art von "Ihr wollt doch nicht, dass ein Team aus Uruguay euch hier austrickst, oder?" -, denn Cerrense kam mit neuem Schwung aus der Halbzeit.

In der 61. Minute war es Kay Schäfer, der nach feiner Vorarbeit von Domingo Andrade den Ball in die Maschen drosch. 2:1 - und die Fans sangen, was die Kehlen hergaben. Schäfer, der später noch Gelb sah, kommentierte trocken: "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach rein. Da wollte ich nicht im Weg stehen."

Doch dann kam die 87. Minute, und das Drama nahm Fahrt auf. Johann Endres, bisher eher unauffällig, traf nach Pass von Antonio Coluna ins rechte Eck - 2:2. Trainer Gnipeur warf seine Wasserflasche, Sisley jubelte, und einige Cerrense-Fans begannen schon, ihren Puls zu messen.

Die Verlängerung wurde zum Kraftakt. Bei Sisley musste der junge Eskil Vidarsdottir nach einer Verletzung raus, während Cerrense weiter anrannte. Die Gäste lauerten auf Konter, kamen aber kaum gefährlich vors Tor - neun Torschüsse insgesamt, zu wenig für einen Pokal-Coup.

Dann, in der letzten Minute der Verlängerung: Nael Marques flankte butterweich, der Ball segelte durch den Strafraum, und Meira - gerade einmal 17, kaum Bartwuchs, aber Nerven wie Drahtseile - nahm Maß. Der Schuss, perfekt. Das Stadion, im Ausnahmezustand. Trainer Gnipeur fiel seinem Assistenten um den Hals. "Ich wusste, dass der Junge das kann", sagte er später, "auch wenn er in der Schule morgen Mathe schreibt."

Sisley Uruguay, das über weite Strecken mutig mitspielte, musste die Heimreise mit gesenkten Köpfen antreten. "Wir waren nah dran", sagte Torschütze Zarzycki, "aber am Ende fehlte uns das Quäntchen Glück - und vielleicht ein bisschen Kondition."

Statistisch fiel das Spiel knapp, aber verdient zugunsten von Cerrense aus: 52 Prozent Ballbesitz, 18 zu 9 Torschüsse, dazu die klar bessere Zweikampfquote. Und doch war es kein Spaziergang, sondern eine Achterbahnfahrt, wie man sie nur im Pokal bekommt - unberechenbar, wild, manchmal ungerecht, aber immer elektrisierend.

Als die Fans nach Schlusspfiff den Platz stürmten, sang jemand ein altes Vereinslied, und Dumitrache hob den jungen Meira auf die Schultern. "Ich bin zu alt für so was", rief er lachend, "aber für heute mache ich eine Ausnahme."

Und so endete ein kalter Februarabend mit warmen Herzen in Cerrense. Der Pokal lebt - und CD Cerrense auch.

04.10.643990 09:50
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