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CD Cerrense jubelt dank Teenager Alvaro - 2:1 gegen CD Atenas

Es war einer dieser Abende, an denen ein 17-Jähriger die Fußballwelt ein kleines Stück heller leuchten lässt. Vor 29.857 Zuschauern im Estadio de Cerrense hat CD Cerrense den Gast aus Atenas mit 2:1 besiegt - und das in einem Spiel, das so ausgeglichen war, dass selbst die Statistik nicht wusste, auf wessen Seite sie stehen sollte: 11 Torschüsse auf beiden Seiten, Ballbesitz knapp 49 zu 51 Prozent. Doch am Ende entschied jugendliche Unbekümmertheit über routinierte Abgeklärtheit.

Trainer Leahcim Gnipeur, der sonst für seine stoische Miene bekannt ist, grinste nach dem Schlusspfiff wie ein Lotto-Gewinner. "Ich habe Rafael gesagt: Geh rein und mach’s einfach. Und er hat’s einfach gemacht", lachte der Coach, während er versuchte, seine Spieler vom Zaun zu lösen, wo sie mit den Fans feierten.

Dabei begann alles ganz nach Plan für Cerrense. Schon in der 20. Minute zirkelte Nael Marques den Ball nach Vorarbeit von Sean MacPhee ins Netz - ein Angriff wie aus dem Lehrbuch: rechte Seite, Doppelpass, Flanke, Tor. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Marques bescheiden. Sein Trainer hinter ihm schnaubte: "Wenn das so einfach wäre, würde ich auch noch spielen."

Doch Atenas, das Team mit der etwas kühleren norduruguayischen Ader, ließ sich nicht lange bitten. In der 36. Minute war es der 33-jährige Joan Santoyo, der nach einem schnellen Umschaltmoment die Lücke fand und zum 1:1 traf. Ein Treffer, der Leahcim Gnipeur sichtbar auf die Palme brachte - beziehungsweise auf die Coaching-Zone, wo er wild gestikulierend seine Abwehr zur Ordnung rief. "Wir haben kurz geschlafen", knurrte Verteidiger Dorin Dumitrache später, "und gegen Atenas darf man nicht schlafen. Die riechen das."

Die zweite Halbzeit begann dann so, wie die erste aufgehört hatte: mit Chancen hüben wie drüben. Der junge Rafael Alvaro, gerade mal 17 Jahre alt, bekam in der 47. Minute seine erste Gelegenheit, verzog aber noch. Atenas antwortete mit einer Serie von Angriffen über die Flügel - Joao Tonel und Domingo Rielo prüften Cerrenses Keeper Joseba Mendes mehrfach, doch der 26-Jährige zeigte, warum er als einer der sichersten Torhüter der Liga gilt.

"Ich mag es, wenn sie schießen", sagte Mendes hinterher mit einem Grinsen. "Dann weiß ich wenigstens, dass ich gebraucht werde."

In der 67. Minute kassierte José Enrique Vázquez Gelb, nachdem er meinte, ein robustes Tackling sei die beste Form der Kommunikation. Nur acht Minuten später sah auch Sean MacPhee Gelb - beide Male kopfschüttelnd akzeptiert, denn Schiedsrichter Esteban Durán hatte einen guten Überblick, auch wenn er ihn manchmal etwas zu leidenschaftlich nutzte.

Und dann kam die 86. Minute. Der Moment, über den in Cerrense wohl noch eine Weile gesprochen wird. Nach einer Ecke, getreten von Brinkmann, stieg Verteidiger Xabier Sainz hoch - aber statt den Ball direkt zu köpfen, legte er ihn mit der Brust ab auf… Rafael Alvaro. Der Teenager nahm Maß, schoss - und traf. 2:1. Sein erstes Tor in der 1. Liga Uruguay, und was für eines!

"Ich hab einfach nicht nachgedacht", stammelte Alvaro später, als die Mikrofone auf ihn einprasselten. "Ich hab den Ball gesehen, das Tor gesehen - und dann war ich schon am Jubeln."

Die letzten Minuten überstand Cerrense mit Herz und Krampf. Atenas versuchte es noch einmal mit allem, was sie hatten - Leandro Xavier aus der Distanz, Tonel im Strafraum, Söderberg mit einem verzweifelten Kopfball. Doch diesmal war das Glück, das sonst so ungern bleibt, auf Seiten der Gastgeber.

"Manchmal musst du leiden, um zu gewinnen", resümierte Trainer Gnipeur, als die Nacht über das Stadion fiel. "Und manchmal hilft es, einen 17-Jährigen zu haben, der nicht weiß, dass man leiden kann."

Atenas-Coach, der sich anonym halten wollte ("Ich sag lieber nichts, das kostet mich nur Geld"), fasste es mit einem Schulterzucken zusammen: "Wir hatten den Ball, sie hatten das letzte Wort."

So endet ein Spiel, das kein Feuerwerk war, aber ein schönes Stück ehrlicher Fußball - mit Grasflecken, Emotionen und dem Duft nach geplatztem Traum der Gäste. Cerrense klettert damit in der Tabelle ein Stück nach oben, Atenas bleibt mit leicht gesenktem Kopf, aber erhobenem Anspruch zurück.

Und irgendwo in Cerrense hängt jetzt ein 17-jähriger Junge sein erstes Profi-Trikot über den Stuhl und denkt sich: Heute war nicht schlecht. Morgen wird’s besser.

08.10.643993 00:12
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