Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

CD Cerrense feiert späten Doppelschlag gegen Deportivo Cerrito

Es war ein Abend, der erst spät Fahrt aufnahm - aber dann gleich doppelt. Vor 28.832 Zuschauern im Estadio Municipal verwandelte CD Cerrense ein lange zähes 0:0 in einen verdienten 2:0‑Heimsieg gegen Deportivo Cerrito. Zwei Tore binnen drei Minuten entschieden das Spiel, das bis dahin eher an Schach als an Spektakel erinnerte.

Die Anfangsphase gehörte eindeutig den Gastgebern. Trainer Leahcim Gnipeur hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt - und das war zu sehen. Bereits nach vier Minuten prüfte Ryan Skene den jungen Gästekeeper Leandro Gonzalez mit einem satten Linksschuss. Kurz darauf zog Knud Brinkmann aus 20 Metern ab, ebenfalls knapp vorbei. "Wir wollten von Anfang an zeigen, wer hier das Hausrecht hat", meinte Gnipeur später mit einem Grinsen. "Leider haben wir die Tür erst in der zweiten Halbzeit richtig aufgeschlossen."

Cerrense hatte bis zur Pause 16:4 Torschüsse und 51 Prozent Ballbesitz, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Besonders Skene, der auf links ständig Alarm machte, verzweifelte mehrfach an Gonzalez. Auf der Gegenseite versuchte es François Debot einmal aus spitzem Winkel - der Ball landete im Fangnetz, und der Torwart Joseba Mendes klopfte sich demonstrativ den Staub von den Handschuhen. "Die Luft war raus", murmelte Cerrito‑Coach Delgado (der Name bleibt aus Respekt vor dem Protokoll im Dunkeln) zur Halbzeit, "wir mussten hoffen, dass es so bleibt."

Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild: Cerrense rannte an, Cerrito verteidigte - allerdings zunehmend fahrig. In der 57. Minute dann die Erlösung: Skene, der schon in der ersten Hälfte wie ein aufgezogenes Duracell‑Häschen über den Flügel sprintete, zog nach einem abgewehrten Eckball ab - und diesmal passte alles. Der Ball zischte flach ins rechte Eck, Gonzalez streckte sich vergeblich. 1:0.

Das Stadion explodierte, und kaum hatten sich die Gäste gesammelt, schlug Cerrense erneut zu. Nur zwei Minuten später bediente Rechtsverteidiger Alejandro Nani mit einem butterweichen Pass den lauernden Nael Marques, der eiskalt vollendete - 2:0, Spiel gelaufen. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Marques später bescheiden. Sein Trainer korrigierte: "Er hat ihn genau richtig hingehalten."

Von Cerrito kam danach wenig. Die Mannschaft spielte weiterhin "balanced", wie es im Taktik‑Jargon heißt - was in diesem Fall bedeutete: weder gefährlich noch kreativ. Vier kümmerliche Torschüsse standen am Ende zu Buche. Der sonst so quirlige Asier Santos versuchte in der 51. Minute einen Überraschungsschuss, der allerdings wie ein Rückpass aussah. Hinterher scherzte er: "Ich wollte den Ball elegant zurücklegen - aber leider war da kein Mitspieler."

Cerrense hingegen hätte das Ergebnis noch höher schrauben können. Brinkmann (61.) und Jakobsen (62.) scheiterten knapp, und Sean MacPhee, der in der 58. Minute Gelb sah, schoss in der 49. Minute freistehend über das Tor - zur Freude des Gegners. "Wenn der reingeht, gehen wir alle nach Hause", rief ein Cerrito‑Fan halb verzweifelt, halb bewundernd von der Tribüne.

Auffällig war Cerrenses kollektive Ruhe. Kein wildes Pressing, keine übertriebene Hektik - einfach geduldiges, kontrolliertes Spiel. "Unsere Philosophie ist simpel", erklärte Gnipeur später. "Wir schießen nur, wenn wir sicher sind, dass der Ball auch ungefähr in Richtung Tor geht." Das passte sogar zu den Statistiken: 16 Schüsse, zwei Tore, und etliche Male knapp vorbei.

Deportivo Cerrito dagegen wirkte brav, fast zu brav. Keine Karte, kein Pressing, kein Risiko. Man könnte sagen: ein höflicher Gast. Nach dem Spiel meinte Debot mit einem bitteren Lächeln: "Wir hätten vielleicht mal frecher sein müssen. Stattdessen haben wir zugeschaut, wie die anderen feiern."

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich die Cerrense‑Spieler in den Armen. Der Sieg bringt sie in der uruguayischen Liga weiter nach oben - und verschafft ihrem Trainer eine ruhige Woche. Die Fans sangen, Skene winkte ins Rund, und selbst der Stadionsprecher klang bewegt.

"Es war ein Arbeitssieg mit Stil", bilanzierte Kapitän Jose Enrique Vazquez. "Zwei Tore, kein Gegentor - das klingt nüchtern, aber es fühlt sich an wie ein kleiner Triumph."

Und so endete ein Abend, der begann wie ein Geduldsspiel und endete wie ein Feuerwerk. CD Cerrense hat gezeigt, dass man mit Geduld, Präzision und einem Schuss Selbstironie auch ohne Spektakel glänzen kann. Oder, wie es Trainer Gnipeur beim Hinausgehen trocken formulierte: "Wenn du 16‑mal schießt, darf auch mal was reingehen."

Ein Satz, der nach diesem 2:0 wohl in Stein gemeißelt werden dürfte.

21.03.643990 13:12
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager