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Capelle besiegt Heerenveen in einem 9-Tore-Wahnsinn - und keiner weiß, wie

Es war ein Freitagabend, der in Capelle noch lange im Vereinsheim nachhallen dürfte. 38.723 Zuschauer erlebten beim 22. Spieltag der 1. Liga Niederlande ein Fußballspiel, das eher an einen Jahrmarkt der Emotionen erinnerte als an taktische Feinkost. Am Ende hieß es 5:4 für die Hausherren - ein Ergebnis, das so spektakulär war, dass selbst der Stadionsprecher kurz ins Stocken geriet. "Ich musste zweimal auf die Anzeigetafel schauen", lachte Capelle-Trainer Steffen Jänike nach dem Abpfiff. "Und ehrlich gesagt, ich hätte auch mit einem 6:6 leben können."

Schon nach sechs Minuten brannte die Luft: Sigfrid Kraft, Capelles unermüdlicher Linksaußen, fasste sich ein Herz, zog aus 20 Metern ab - 1:0. Der Jubel war kaum verklungen, da tanzte derselbe Mann in der 14. Minute erneut durch die Heerenveener Abwehr und traf wieder. Zwei Tore in acht Minuten - der Mann war heißer als der Glühwein im VIP-Bereich. Die Gäste reagierten jedoch, als hätte jemand den Alarmknopf gedrückt: Pal Huszti verkürzte in der 22. Minute nach feinem Zuspiel von Hans Costar, fünf Minuten später nickte Vidar Nilsson zum Ausgleich ein.

"Wir haben einfach weitergemacht", erklärte Capelles Mittelfeldmotor Joshua Silvestre, der in der 36. Minute mit einem wuchtigen Schuss aus dem Rückraum das 3:2 markierte. "Trainer Jänike hat uns gesagt: Wenn ihr schon keinen Ballbesitzrekord brechen könnt, dann wenigstens die Latte." Mit 54,6 Prozent Ballbesitz lag Capelle zwar leicht vorn, doch die Gäste aus Heerenveen feuerten 17 Torschüsse ab - so viele, dass Torwart Yves Fricke nach Abpfiff eine Eistonne für seine Hände forderte.

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter wie in einem Actionfilm ohne Drehbuch. 49. Minute: Vitorino Tellez, Capelles wendiger Flügelstürmer, verwandelte nach tollem Zuspiel von Doppeltorschütze Kraft zum 4:2. Heerenveen, angetrieben vom unermüdlichen Wouter Wyman, antwortete mit einem Doppelschlag (61. und 63. Minute). Beide Male war Vidar Nilsson beteiligt, der sich nach dem Spiel trocken gab: "Ich dachte, 4:4 wäre ein fairer Deal. Capelle hat das anscheinend anders gesehen."

Denn Capelle hatte noch eine Pointe parat. In der 82. Minute, als die Gäste noch mit der Einwechslung eines halben Jugendkaders beschäftigt waren, stach Finlay McShane eiskalt zu - 5:4. Vorlage? Natürlich wieder Tomasz Pasieka, der in dieser Partie eher als Schattenregisseur denn als Stürmer agierte.

Heerenveen-Coach Adam Kramer rang nach der Partie um Fassung. "Wir haben offensiv gespielt, wirklich offensiv. Alignment: OFFENSIVE, Attacking: CENTER, Shooting: SURE - das steht sogar in meiner Taktik-App! Aber irgendwann hilft keine App mehr, wenn der Gegner einfach öfter trifft." Seine Mannschaft warf alles nach vorn, holte sich dafür aber spät noch eine Gelbe Karte ab - Domenico Maida sah sie in der 88. Minute, wohl mehr aus Frust denn aus Notwendigkeit.

Die Schlussphase war ein einziges Zittern. Capelle wechselte den 19-jährigen Keeper Szabolcs Puskas ein - und das nicht, weil Stammkeeper Fricke verletzt war. "Ich wollte dem Jungen mal zeigen, wie sich 5:4 anfühlt", grinste Jänike. Puskas hatte kaum Ballkontakte, aber als der Schlusspfiff ertönte, war er der erste, der jubelnd in die Luft sprang.

Die Statistiken erzählten eine andere Geschichte als das Ergebnis: Heerenveen mit mehr Torschüssen, besserer Zweikampfquote (50,7 Prozent), aber Capelle mit dem entscheidenden Biss. Oder, wie Kapitän Silvestre es formulierte: "Manchmal ist Fußball eben kein Mathe. Zum Glück, sonst hätten wir verloren."

Die Fans feierten ihre Helden, während sich die Spieler erschöpft auf den Rasen sinken ließen. Ein älterer Zuschauer fasste es am Bierstand treffend zusammen: "Das war kein Spiel, das war ein Abenteuer mit Tornachschlaggarantie."

So endete ein Abend, an dem Capelle beweisen konnte, dass Offensivgeist, Mut - und vielleicht auch ein bisschen Chaos - immer noch die besten Zutaten für einen unvergesslichen Fußballabend sind.

Wenn man Steffen Jänike zum Schluss noch fragt, ob er dieses 5:4 gerne öfter hätte, antwortet er mit einem müden Lächeln: "Nur, wenn ich dafür zwei Torhüter aufstellen darf."

30.09.643987 18:20
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Da müssten wir uns aber lange unterhalten jetzt.
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