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Bridges-Doppelpack, Iliew antwortet doppelt: Papenburg und Merseburg teilen sich die Punkte

Ein lauer Frühlingsabend, 38.348 Zuschauer im Papenburger Stadion — und das Gefühl, als wolle der Fußballgott allen neutralen Fans einen Gefallen tun: Drama in zwei Akten, mit zwei Doppeltorschützen, zwei Halbzeiten und am Ende einem gerechten, aber für beide Seiten etwas bitteren 2:2 (2:0).

Der SC Papenburg hatte die Partie in der ersten Halbzeit scheinbar im Griff, als Christopher Bridges in der 15. und 17. Minute die Merseburger Abwehr gleich doppelt alt aussehen ließ. Beim ersten Treffer legte Julien Hubbert mit einem feinen Pass von links auf, Bridges schob überlegt ein. Zwei Minuten später kam die Vorlage aus der Zentrale, diesmal von Rui Garcia - und Bridges vollendete wieder eiskalt. "Ich dachte, ich träume. Zwei Schüsse, zwei Tore - das passiert mir sonst nur auf der Playstation", grinste der 25-jährige Engländer nach dem Spiel, während Trainer Frank Helmbrecht seinen Stürmer halb im Spaß, halb im Ernst "unseren neuen Doppelschlag" nannte.

Merseburg dagegen wirkte vor der Pause wie auf der Autobahn ohne Navi: viel Tempo, aber keine Richtung. Zwar hatte Marian Iliew (16., 38.) gleich zwei gute Chancen, doch Papenburgs Keeper Miguel Tiago war auf dem Posten. "Wir hätten auch 0:3 hinten liegen können. Dann hätten wir wohl schon in der Kabine unsere Rückfahrt gebucht", gestand Gästecoach Dieter Bergmann später.

Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel - und zwar komplett. Der VfB Merseburg kam mit Feuer zurück auf den Platz, plötzlich pressten sie, liefen an, spielten mutiger. Und dann war da eben jener Marian Iliew, der sich offenbar an Bridges’ Doppelschlag erinnerte. In der 53. Minute traf er nach schöner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Juanito Xavier zum Anschlusstreffer, sechs Minuten später machte der Bulgare seinen eigenen Doppelpack perfekt. Ein abgefälschter Ball von Youngster Fernando de Torre landete vor seinen Füßen, und Iliew drosch das Leder humorlos in die Maschen.

"Ich hab mir gedacht, was Bridges kann, kann ich auch", sagte Iliew mit einem breiten Grinsen, "nur dass ich ein bisschen länger gebraucht habe." Sein Trainer Bergmann nickte zufrieden: "Marian ist kein Mann für die feine Klinge, aber wenn er trifft, dann richtig. Und zweimal in Papenburg - das ist schon was."

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Papenburg mit leichtem Ballbesitzvorteil (53 Prozent), Merseburg mit mehr Zug zum Tor (15:11 Torschüsse). Christopher Bridges hatte in der 70. Minute die Führung erneut auf dem Fuß, scheiterte aber an VfB-Keeper Üzülmez, der kurz darauf unter stehenden Ovationen des Gästeblocks durch McGowan ersetzt wurde - offenbar eine taktische Entscheidung, die niemand so recht verstand. "Vahit hatte ein Zwicken im Oberschenkel", erklärte Bergmann hinterher, "und Robert brauchte mal wieder ein paar Pflichtspielminuten."

Auf der Gegenseite vergab Merseburgs Amaury Brito in der 90. Minute die große Chance zum Auswärtssieg, als er aus zehn Metern über das Tor zielte. "Da war ich schon im Jubelmodus", stöhnte er später. Papenburgs Verteidiger Friedrich Wolter sah in der 82. Minute noch Gelb, weil er sich bei einem Einwurf den Ball etwas zu temperamentvoll geschnappt hatte - sinnbildlich für die nachlassende Ruhe auf beiden Seiten.

Nach dem Abpfiff war das 2:2 wohl das einzig gerechte Ergebnis. Beide Teams hatten ihre Phasen: Papenburg die erste Halbzeit, Merseburg die zweite. "Wir haben das Spiel in 45 Minuten verloren und in den nächsten 45 wieder zurückgeholt", fasste Bergmann trocken zusammen.

Helmbrecht hingegen ärgerte sich: "Wenn du 2:0 führst, musst du das cleverer spielen. Wir haben aufgehört, Fußball zu arbeiten. Stattdessen haben wir gehofft, dass die Uhr schneller läuft - aber die Uhr in Papenburg ist wohl eine besonders langsame."

Taktisch blieb Papenburg über weite Strecken ausgewogen, während Merseburg seine offensive Grundhaltung nie aufgab - spätestens in der Schlussphase mit aggressivem Pressing und vollem Einsatz. In den letzten Minuten war das Spiel dann ein offenes Wettschießen, die Zuschauer standen längst.

Fazit: Ein Abend mit zwei Doppelpacks, zwei Trainern zwischen Stolz und Ärger - und einer Partie, die man getrost als Werbung für den Fußball bezeichnen darf, sofern man keine Nervenprobleme hat.

Oder, wie es SC-Kapitän Rui Garcia augenzwinkernd sagte: "Wenn wir schon Punkte teilen müssen, dann wenigstens fair - einer für Bridges, einer für Iliew, und einer für die Zuschauer."

21.02.643994 09:04
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