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Bonns Fußball-Feuerwerk: Izquierdo tanzt Ilmenau schwindelig

Ein Flutlichtabend am Rhein, 30.642 Zuschauer im Sportpark Nord - und ein Bonner SC, der von der ersten Minute an keinerlei Zweifel daran ließ, wer hier Chef im Ring ist. Am 16. Spieltag der 1. Liga Deutschland fegte die Mannschaft von Trainer Lukas Teuber den völlig überforderten Aufsteiger Germania Ilmenau mit 4:0 vom Platz. Drei Tore in den ersten 17 Minuten - das war kein Fußballspiel, das war eine Machtdemonstration.

Schon nach 60 Sekunden bebte das Stadion. Vicente Izquierdo, der quirlige Mittelfeldspieler mit dem südländischen Temperament, nahm nach Pass von Adamantios Manos Maß und drosch den Ball unter die Latte. 1:0 - Ilmenau hatte da vermutlich noch nicht einmal den ersten Schweißfleck auf dem Trikot. "Ich dachte, der Schiri pfeift noch an", stöhnte Ilmenaus Torwart Luis Kern später.

Doch Bonn hatte Blut geleckt. Nur drei Minuten später schlug Izquierdo erneut zu, diesmal nach Vorlage des erfahrenen Linksverteidigers Damian Pinto. Wieder zappelte der Ball im Netz, wieder brandete Jubel auf. "Wir wollten zeigen, dass wir zu Hause niemandem etwas schenken", grinste Trainer Teuber später, als wäre ihm gerade ein besonders gelungener Schachzug geglückt.

Das 3:0 in der 17. Minute war dann endgültig das Sahnehäubchen. Antonio Gutierrez flankte von links, Izquierdo rauschte heran und nickte ein. Drei Tore in 17 Minuten - das nennt man wohl einen Arbeitstag, der sich sehen lassen kann. "Ich hatte einfach Spaß", sagte der 23-Jährige hinterher mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Selbstzufriedenheit pendelte.

Ilmenau dagegen? Versuchte sich zu wehren, aber mehr als drei Gelbe Karten (Schultz 24., Erdmann 27., Domingos 57.) sprangen dabei kaum heraus. Die Gäste wollten offensiv agieren, standen laut Trainer Thorben Hartung "mutig hoch", was sich schnell als euphemistische Umschreibung für "hoffnungslos offen" entpuppte. "Wenn du in Bonn so auftrittst, brauchst du einen Plan B, C und D - wir hatten nur A", gab Hartung nach dem Spiel selbstkritisch zu.

Statistisch gesehen war der Abend eine klare Angelegenheit: 63,6 Prozent Ballbesitz für den Bonner SC, 14 Torschüsse gegenüber mageren vier der Gäste. Dass es zur Pause "nur" 3:0 stand, war fast gnädig. In der zweiten Halbzeit ließ Bonn es ruhiger angehen, wechselte munter durch - Amaury Costinha und Arnau Mascarenhas kamen zur Pause - und verwaltete das Spiel mit der Lässigkeit einer Mannschaft, die weiß, dass ihr heute nichts passieren kann.

Die Gäste versuchten, über Fynn Hennig und Luca Erdmann Nadelstiche zu setzen, doch Bonns Keeper Mirko Okonski hatte einen erstaunlich ruhigen Abend. Seine spektakulärste Aktion bestand darin, in der 52. Minute einen halbhohen Ball aus der Luft zu pflücken - und dabei so unbeteiligt zu wirken, als hole er nur die Sonntagszeitung aus dem Briefkasten.

In der 86. Minute setzte Esteban Makukula dann den Schlusspunkt. Nach feiner Vorarbeit von Eduardo Garcia schob der Mittelfeldmann überlegt ein - 4:0 und endgültig Feierabend für die Gäste. "Wir wollten kein Risiko mehr, aber Esteban hat sich das Ding einfach geschnappt", lachte Teuber am Spielfeldrand.

Das Publikum verabschiedete seine Mannschaft mit stehenden Ovationen. Vicente Izquierdo durfte sich zurecht als Held des Abends feiern lassen. "Er hat heute gespielt, als hätte er einen Magneten im Fuß", schwärmte Mitspieler Gutierrez.

Und Ilmenau? Der Verlierer des Abends suchte Trost in der Erkenntnis, dass man gegen einen solchen Gegner einfach nicht viel machen kann. "Wir haben Lehrgeld bezahlt", meinte Kapitän Luca Erdmann lakonisch. "Teuer war’s, aber vielleicht hilft’s uns."

Am Ende blieb ein Abend, an dem der Bonner SC zeigte, dass Offensivfußball nicht nur schön, sondern auch gnadenlos effektiv sein kann. Vier Tore, 14 Schüsse aufs Tor, drei Assists, ein Superstar. Und irgendwo in der Bonner Kabine soll Izquierdo nach dem Spiel leise gesungen haben - nicht aus Übermut, sondern aus purer Freude.

Oder, wie Trainer Teuber es trocken formulierte, bevor er Richtung Pressekonferenz verschwand: "Wenn du mit 3:0 nach 17 Minuten führst, darfst du kurz lächeln. Danach wieder arbeiten."

Ein Abend zum Lächeln war es allemal. Für Bonn, für 30.642 Zuschauer - und für alle, die schönen, ehrlichen Fußball lieben.

19.11.643990 16:14
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