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Bonner SC zerlegt SV Beuel - ein 0:5, das weh tat

Wer am Freitagabend ins Stadion an der Rheinaue kam, um ein spannendes Derby zu sehen, bekam zumindest Tore geboten - allerdings nur in eine Richtung. Der Bonner SC fegte den SV Beuel mit 5:0 vom Platz und ließ dabei keinen Zweifel daran, wer in der Stadt derzeit die sportliche Lufthoheit besitzt. 48.017 Zuschauer sahen eine Partie, die schon nach drei Minuten entschieden war - zumindest gefühlt.

Denn da traf Antonio Gutierrez, der flinke Linksaußen der Bonner, nach einem wuchtigen Antritt über die linke Seite. Während Beuels Abwehr noch diskutierte, ob das jetzt schon Pressing sei oder einfach Pech, rollte der Ball bereits im Netz. "Wir wollten kompakt stehen", murmelte SV-Trainer René Kuhl später ins Mikrofon, "aber das war dann wohl zu kompakt - keiner ist mehr rausgekommen."

Bonns Trainer Lukas Teuber dagegen grinste breit: "Wir hatten uns vorgenommen, früh Akzente zu setzen. Antonio hat das etwas zu wörtlich genommen."

In der Folge entwickelte sich ein Spiel, das eher an ein Trainingsspiel mit ungleichen Mannschaften erinnerte. Charles Catrall, der bullige Mittelstürmer der Gäste, traf in der 22. Minute nach feiner Vorarbeit von Adamantios Manos zum 0:2. Sechs Minuten später durfte auch Cameron Prinsloo jubeln, der von Amaury Costinha mustergültig bedient wurde. Nach 28 Minuten stand es 0:3, und auf der Beueler Trainerbank wurde hektisch an der Taktiktafel gewischt.

Die Statistik wird Beuel in gewisser Weise trösten - 50,5 Prozent Ballbesitz klingen nach Augenhöhe. Doch wer das Spiel sah, weiß: Es war der Ballbesitz eines Teams, das nicht wusste, wohin damit. Kein einziger Torschuss fand den Weg auf das Tor von Bonns Keeper Amaury Panero. Währenddessen zählten die Gäste 25 Abschlüsse - eine Demonstration, die selbst den Bonner Fanblock zum Staunen brachte.

In der Pause wechselte Trainer Kuhl. Joshua McGeady kam für den gelbverwarnten Julian Teixeira, später sollten noch Noah Kaiser und Jose Galisteo folgen. "Wir wollten frischen Wind bringen", erklärte Kuhl, "aber der Wind kam nur von der Bonner Seite."

Der Bonner SC spielte weiter unbeirrt offensiv, als würde es noch um die Meisterschaft gehen - und vielleicht tut es das ja wirklich. Nach einer Stunde durfte Esteban Makukula für den ausgepumpten Costinha ran, und der Portugiese setzte in der 84. Minute selbst den Schlusspunkt. Zuvor hatte Catrall in der 79. Minute bereits seinen zweiten Treffer markiert - ein klassischer Mittelstürmermoment nach Vorlage von Prinsloo, der an diesem Abend auf seiner rechten Seite schaltete und waltete, als sei das Spielfeld sein Wohnzimmer.

Zwischenzeitlich versuchte Beuel es mit beherzten Zweikämpfen, auch mit der gelben Karte in der Hand: Teixeira (2.), Hummel (73.) und McGeady (82.) nahmen Erinnerungen mit, aber keine Punkte. Im Gästeteam sah nur Gutierrez Gelb - vermutlich wegen Übermotivation nach seinem Traumstart.

"Wenn du kein Tor schießt, kannst du kein Spiel gewinnen", sagte Beuels Mittelfeldmann Jürgen Michels nach dem Spiel und fügte mit einem gequälten Lächeln hinzu: "Aber immerhin haben wir auch keins kassiert, als der Schiri abgepfiffen hat."

Die Bonner Fans sangen noch lange nach Spielende, während sich die Beueler Spieler wortlos in den Kabinengang schlichen. Trainer Teuber bedankte sich artig beim Gegner und meinte: "Respekt an Beuel, sie haben es versucht. Aber unsere Jungs waren heute einfach auf einem anderen Planeten."

Ein anderer Planet - das beschreibt den Abend wohl treffend. Während Beuel mit Defensive und Kontern experimentierte, flog der Bonner SC mit Offensivdrang über die Flügel. Das taktische Bild war klar: Die Gäste spielten, die Gastgeber liefen hinterher. 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, präzises Passspiel und eiskalte Chancenverwertung - ein Musterbeispiel modernen Offensivfußballs.

"Ich habe irgendwann aufgehört zu schreien", gestand ein Beuel-Fan auf der Tribüne, "weil ich nicht mehr wusste, in welche Richtung."

Das Fazit dieses Abends ist ebenso deutlich wie das Ergebnis: Der Bonner SC hat das Stadtderby nicht nur gewonnen, sondern dominiert - mit Stil, Tempo und einer Prise Spott. Beuel dagegen muss die Wunden lecken und hoffen, dass die nächste Partie weniger schmerzhaft wird.

Oder, wie es Bonns Doppeltorschütze Catrall trocken formulierte: "Manchmal läuft’s einfach. Heute lief’s - für uns."

Und für Beuel? Nun, vielleicht läuft’s beim nächsten Mal wenigstens in Richtung gegnerisches Tor.

16.01.643991 10:13
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Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic
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