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Bonner SC ringt Eschborn nieder - Catrall trifft, Chaos inklusive

Ein Freitagabend in Bonn: 36 637 Zuschauer, Flutlicht, Bratwurstgeruch und die leise Hoffnung, dass der Bonner SC endlich wieder ein Spiel gewinnt, das man nicht sofort vergessen möchte. Am Ende stand ein 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Eschborn - ein Sieg, der hart erarbeitet, stellenweise chaotisch und irgendwie typisch Bonner SC war.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - allerdings auf der falschen Seite. In der 14. Minute tauchte Tomasz Buchholz aus heiterem Himmel im Strafraum auf, als wäre er durch ein Wurmloch dorthin gelangt, und versenkte den Ball eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste der 26‑jährige Eschborner später. Sein Trainer Yas Sin hingegen konnte nicht ganz so lachen: "Wir wollten kompakt stehen. Offenbar war das ein Missverständnis."

Bonn schüttelte sich kurz und fand dann in den Rhythmus. In der 25. Minute zirkelte Amaury Costinha nach feiner Vorarbeit von Charles Catrall den Ball zum 1:1 ins Netz. Ein Treffer, der so elegant war, dass selbst der Linienrichter kurz das Jubeln vergaß. "Charles hat mir den Ball perfekt aufgelegt", sagte Costinha, "ich musste eigentlich nur noch Danke sagen."

Danach wurde das Spiel zum offenen Schlagabtausch. Bonn suchte den Weg über die Flügel, Eschborn lauerte auf Konter. Das statistische Gleichgewicht - 49,7 % Ballbesitz Bonn, 50,3 % Eschborn - täuschte allerdings: während Bonn 14 Torschüsse verzeichnete, kamen die Gäste nur auf fünf. Die Gastgeber wirkten einfach gefährlicher, auch wenn sie sich dabei gelegentlich selbst im Weg standen.

Die zweite Halbzeit begann mit einer gelben Karte für Cameron Prinsloo (50.) - wegen eines Tacklings, das mehr nach Rugby aussah. Trainer Lukas Teuber kommentierte trocken: "Cameron wollte wohl zeigen, dass er auch körperlich kann. Ich hätte mir technisch mehr gewünscht." Kurz darauf nahm er den Heißsporn vom Platz und brachte Eduardo Garcia - eine Maßnahme, die sich später bezahlt machen sollte.

In der 61. Minute dann der Knackpunkt: Eschborns Linksverteidiger Werner Ledig sah nach einer rustikalen Grätsche glatt Rot. Selbst sein Trainer Yas Sin musste zugeben: "Das war eher Karate als Fußball." Eschborn verlor danach den Faden, während Bonn Blut leckte.

Und dann kam Charles Catrall. 74. Minute, Flanke von Mario Baiao, Kopfball Catrall - Tor. Der Angreifer riss die Arme hoch, das Stadion tobte. "Ich wusste, dass Mario die Flanke bringt. Wir trainieren das jeden Donnerstag - meistens klappt’s nicht", lachte Catrall nach Spielende.

Eschborn versuchte, irgendwie zurückzukommen, brachte frische Kräfte - Luis Klug und Jan Yilmaz - doch es half nichts. Bonn stand hinten stabil, wenn auch leicht nervös. Ein letzter Versuch von Antonio Gutierrez in der 91. Minute hätte das Ergebnis sogar noch ausbauen können, aber Eschborns Keeper Logan Cochran fischte den Ball spektakulär aus dem Winkel.

"Das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte", bilanzierte Bonns Coach Teuber zufrieden. "Wir haben gezeigt, dass wir auch dreckig gewinnen können." Sein Pendant aus Eschborn sah es etwas anders: "Nach der Roten Karte war klar, dass wir hier kaum noch was reißen. Trotzdem: Wir haben uns nicht aufgegeben."

Die Zuschauer gingen zufrieden nach Hause - manche, weil ihr Team gewonnen hatte, andere, weil sie endlich wieder Grund zum Meckern bekamen. "Wenn wir so weiterspielen, reicht’s vielleicht wenigstens für Platz 8", murmelte ein Bonner Fan beim Verlassen des Stadions.

Ein Fazit bleibt: Der Bonner SC hat Moral bewiesen. Nach frühem Rückstand, trotz hitziger Szenen und gelber Karte, drehte die Mannschaft das Spiel mit Wucht und Wille. 14 Torschüsse sprechen eine klare Sprache, ebenso die Zweikampfquote von über 54 %. Es war kein perfekter Abend - aber ein ehrlicher.

Und vielleicht ist das ja genau der Fußball, den man in Bonn so liebt: ein bisschen chaotisch, ein bisschen leidenschaftlich und am Ende erfolgreich. Oder, wie Catrall es formulierte: "Manchmal musst du einfach den Ball ins Tor prügeln und hoffen, dass keiner fragt, wie’s passiert ist."

Bonner SC 2, Eschborn 1. Drei Punkte, ein bisschen Drama - und reichlich Gesprächsstoff für den Stammtisch.

04.01.643991 20:42
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Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic
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