Sport-Blick
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Blau-Weiss stolpert daheim - Brugg tanzt mit Madigan, Hubtschew und Gontschar

Luzern, 27. Januar 2026 - 55.458 Zuschauer im ausverkauften Seestadion hatten sich auf einen heißen Fußballabend gefreut. Und sie bekamen ihn - allerdings nur, wenn sie es mit dem FC Brugg hielten. Die Gäste gewannen am 26. Spieltag der 1. Liga Schweiz hochverdient mit 3:1 bei Blau-Weiss Luzern. Was sich in Zahlen recht nüchtern liest, war auf dem Rasen ein lehrbuchartiger Beweis, dass Ballbesitz eben doch manchmal etwas nützt - und dass Brandon Madigan offenbar einen Magneten im linken Fuß trägt.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - oder besser gesagt: mit vielen Paukenschlägen auf der Brugger Seite, allerdings ohne zählbaren Erfolg. Schon in der 2. Minute prüfte Detlev Hafner den Luzerner Keeper Lasse Rauch, und in den folgenden 20 Minuten schien der Strafraum der Hausherren zum Schießstand umfunktioniert. "Ich dachte, wir spielen Handball - wir standen ja ständig im Kreis", witzelte Luzerns Verteidiger Marcel Benveniste später mit einem müden Lächeln.

Trotz 62 Prozent Ballbesitz und 20 Abschlüssen brauchte Brugg bis nach der Pause, um die Überlegenheit in Tore umzumünzen. In der 49. Minute war es dann soweit: Madigan, der schon zuvor jede zweite Luzerner Abwehrreihe wie ein Slalomfahrer umrundet hatte, traf nach Pass von Wasili Gontschar zum 0:1. "Ich hab’ einfach draufgehauen - ehrlich, ich wollte eigentlich flanken", grinste Madigan nach dem Spiel und verdrehte dabei die Augen in Richtung Trainer Schreiner. Der konterte trocken: "Wenn alle meine Flanken so einschlagen würden, hätte ich weniger graue Haare."

Luzern zeigte sich kurz geschockt, doch dann erwachte Roger Römer. Der 22-jährige Flügelflitzer, einer der wenigen mit Offensivdrang, nutzte in der 61. Minute den einzigen echten Moment kollektiver Entschlossenheit seiner Mannschaft. Nach einer Ecke von Jean-Pierre Carey stieg Römer höher als alle anderen und köpfte zum 1:1 ein. Für einen Augenblick bebte das Stadion - und Trainer Reinhard Wild schrie seinem Team von der Seitenlinie zu: "Jetzt sind sie nervös, Jungs! Draufgehen!" Leider blieb das der letzte Moment, in dem Brugg auch nur ansatzweise nervös wirkte.

Nur neun Minuten später schlug die Effizienz der Gäste zurück: Christo Hubtschew, der schon in der ersten Hälfte eine Gelbe Karte kassiert hatte, zog in der 70. Minute von links nach innen und traf sehenswert unter die Latte - Morabito hatte das Spiel mit einem präzisen Pass eröffnet. 1:2, und Luzern verlor endgültig den Faden. "Da haben wir’s wieder zu schön versucht, statt einfach zu spielen", knurrte Wild später. Seine Spieler versuchten es tatsächlich: lange Bälle, Flanken aus allen Winkeln, aber kaum Präzision. Neun Torschüsse waren am Ende zu verzeichnen - ein eher bescheidener Wert für eine Truppe, die laut Statistik offensiv auf den Flügeln agierte.

In der 77. Minute machte Brugg dann endgültig den Deckel drauf. Gontschar bedankte sich für Madigans Vorlage mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck - 1:3. Der Rest war Schaulaufen, inklusive zweier spät eingewechselter Teenager: Darijo Boksic und Daniel Ames durften für Madigan und Hafner ran, um ein paar Minuten Erstligaluft zu schnuppern. "Die Jungs sollen sehen, wie sich ein Sieg anfühlt", sagte Trainer Schreiner augenzwinkernd. Er wusste, dass er an diesem Abend alles richtig gemacht hatte: seine Mannschaft spielte diszipliniert, aggressiv, aber nie überhastet. Luzern dagegen rannte mit offenem Visier - aber ohne Plan.

Zwei Gelbe Karten bei den Gastgebern - Benveniste (68.) und Chawanow (79.) - passten ins Bild: Frust statt Struktur. Auch die Einwechslungen von Chalbinski, Giuliani und Caballero brachten keine Wende, obwohl Letzterer immerhin einen sehenswerten Schuss in der 81. Minute abgab. Der Ball flog allerdings so hoch, dass mancher Zuschauer glaubte, die neue Dachkonstruktion werde auf ihre Stabilität getestet.

Nach dem Schlusspfiff stand Reinhard Wild minutenlang mit verschränkten Armen am Spielfeldrand. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen - außer vielleicht, dass wir zu oft den Ball hatten, wenn der Gegner ihn schon wieder hatte", murmelte er in die Mikrofone. Ein Satz, der wohl in die Sammlung kurioser Fußballweisheiten eingehen wird.

So bleibt festzuhalten: FC Brugg war clever, zielstrebig und hatte mit Madigan, Hubtschew und Gontschar gleich drei Spieler, die den Unterschied machten. Blau-Weiss Luzern hingegen war bemüht - und das ist im Fußball bekanntlich das freundlichste Wort für "zu wenig".

Und irgendwo im Stadion summte einer der Zuschauer beim Verlassen leise vor sich hin: "Immer wieder Brugg…" - aber das war dann wohl schon zu viel des Sarkasmus.

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