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Blau-Weiss Luzern zerlegt Kreuzlingen - ein 5:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Ein eisiger Februarabend in Luzern, 42.836 Zuschauer, Flutlicht, Atemwolken - und ein Heimteam, das offenbar beschlossen hatte, die Winterpause endgültig zu beenden. Blau-Weiss Luzern spielte am 17. Spieltag der 1. Liga Schweiz den FC Kreuzlingen phasenweise an die Wand und gewann 5:0 (3:0). Ein Ergebnis, das so deutlich war, wie es klingt - und doch in Zahlen fast paradox: mehr Ballbesitz für Kreuzlingen, aber null Wirkung.

Schon nach vier Minuten durfte das Luzerner Publikum die Handschuhe zum Jubeln lüften. Finn Hougaard, der dänische Dauerläufer im Mittelfeld, traf nach einem Pass von Robert Locklear zum frühen 1:0. "Ich dachte, der Pass war zu steil, aber dann war der Ball einfach da - und ich auch", grinste Hougaard nach der Partie, während er sich das Eis auf die Waden legte.

Luzern, taktisch von Trainer Reinhard Wild gewohnt offensiv eingestellt, spielte weiter, als gäbe es kein Morgen. Kreuzlingen dagegen wirkte in der Defensive wie ein Schülerchor ohne Dirigent - bemüht, aber verloren. In der 14. Minute erhöhte Julien Achard, der elegante Franzose im Zentrum, auf 2:0. Pierre Gramont hatte zuvor von rechts eine Flanke geschlagen, die so präzise kam, dass man fast Mitleid mit dem Kreuzlinger Torwart Marko Pivaljevic bekam.

Nur elf Minuten später durfte Robert Locklear selbst jubeln: 3:0, Vorlage Dylan Bosworth, und das Stadion vibrierte. Kreuzlingen-Trainer Matthias Kaiser stand regungslos an der Seitenlinie und sah seine Mannschaft zwar 57 Prozent Ballbesitz sammeln, aber kaum ein Tor gefährlich anvisieren. "Wir hatten den Ball, aber sie hatten die Tore. Da war wohl ein Missverständnis im Regelwerk", sagte er trocken nach dem Spiel.

Mit dem beruhigenden Polster ging Luzern in die Kabine. Reinhard Wild soll seine Spieler dort mit einem Schmunzeln erinnert haben: "Jungs, denkt dran, es heißt Blau-Weiss Luzern - nicht Blau-Weiss Sanft." Offenbar hatte er recht. Denn kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, legte Hougaard in der 56. Minute nach - sein zweiter Treffer, diesmal nach einem Pass von Innenverteidiger Franck Stock. Der junge Stock hatte kurz zuvor Gelb gesehen, weil er, so der Schiedsrichter, "etwas zu leidenschaftlich" in den Zweikampf ging.

Doch damit nicht genug: Acht Minuten später schnürte Locklear seinen Doppelpack. Flanke von Linksverteidiger Joseph Wendt, Kopfball Locklear - 5:0. Das Spiel war entschieden, bevor die Kreuzlinger Ersatzspieler ihren Tee austrinken konnten.

Danach ging es gemächlicher zu. Luzern wechselte: Barros kam für Hase, später Born für Gramont und Carr für den überragenden Hougaard. "Ich wollte Finn schonen - er hat genug Kilometer gesammelt, um bis Zürich zu laufen", witzelte Wild nach dem Spiel.

Kreuzlingen versuchte es derweil mit Schadensbegrenzung und immerhin sieben Torschüssen. Doch Luzerns Keeper Lasse Rauch, bis dahin weitgehend beschäftigungslos, hielt, was auf ihn zukam - und das war nicht viel. "Ich hatte fast Langeweile", gestand er lachend. "Aber ein 5:0 fühlt sich auch ohne Spektakel gut an."

Statistisch gesehen war das Spiel eine kleine Absurdität: 42,8 Prozent Ballbesitz für Luzern, 57,2 für Kreuzlingen - und doch 17:7 Torschüsse zu Gunsten der Gastgeber. Die Effizienz eines Uhrwerks traf auf die Ineffizienz eines Würfelspiels.

In der Schlussphase wurde’s noch etwas rustikaler. Giuliani und Bosworth holten sich Gelb ab, vermutlich um wenigstens in der Statistik nicht leer auszugehen. Kreuzlingen versuchte es weiter mit gepflegtem Ballbesitz, doch gegen Luzerns lange Bälle und schnörkellose Abschlüsse war kein Kraut gewachsen.

Nach Abpfiff stand Reinhard Wild mit einem verschmitzten Lächeln in der Mixed Zone: "Manchmal ist Fußball einfach. Der Ball muss ins Tor - und nicht nur in unseren Besitz." Matthias Kaiser nickte neben ihm, leicht gequält, aber fair: "Heute war’s Lehrgeld. Wir waren Schüler, sie Professoren."

Fünf Tore, fünf verschiedene Vorlagen, kein Gegentor: Blau-Weiss Luzern zeigte, dass Offensivgeist auch ohne 70 Prozent Ballbesitz funktioniert. Kreuzlingen dagegen wird sich fragen müssen, wie man so viel Spielkontrolle so wirkungslos gestalten kann.

Und so sangen die Fans im kalten Luzern sinngemäß: "Fünf Tore, null Sorgen." Ein Abend, der für Kreuzlingen frostig endete - und für Luzern wie ein frischer Frühlingstag schmeckte, auch mitten im Februar.

01.12.643990 03:25
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