Sport-Blick
+++ Sportzeitung für Schweiz +++

Blau-Weiss Luzern zerlegt Altstetten nach der Pause - Chalbinski tanzt zweimal

Es war ein kalter Februarabend in der Swissporarena, aber die 39.787 Zuschauer brauchten keine Decke - sie bekamen stattdessen ein Feuerwerk serviert. Blau-Weiss Luzern fertigte den FC Altstetten am 10. Spieltag der 1. Liga Schweiz mit 4:1 ab, und das nach einer ersten Halbzeit, die eher nach Schlafmittel als nach Spitzenfußball schmeckte. Doch dann kam Ilias Chalbinski, der Mann mit dem linken Fuß und dem rechten Timing.

Altstetten legte forsch los. Schon in der 4. Minute prüfte Martin Auch den Luzerner Keeper Lasse Rauch, und die Luzerner Abwehr wirkte kurz, als hätte sie den Anpfiff verschlafen. In der 21. Minute durften die Gäste dann tatsächlich jubeln - wieder war es Martin Auch, der nach feinem Zuspiel von Yves Horst eiskalt blieb. 1:0 für Altstetten, und Trainer Simon Baudach ballte an der Seitenlinie die Faust. "Wir wollten Luzern überraschen, und das hat geklappt - für 20 Minuten", sagte er später mit bitterem Lächeln.

Doch Luzern wäre nicht Luzern, wenn es sich mit einem Rückstand zufriedengeben würde. In der 37. Minute zündete Diego Giuliani den Turbo. Nach einem Pass des unermüdlichen Finn Hougaard zog der rechte Mittelfeldspieler aus 20 Metern ab - und plötzlich war das Spiel wieder offen. 1:1, und die Arena erwachte.

"In der Pause hab ich den Jungs gesagt, sie sollen endlich Fußball spielen und nicht Geografie studieren", grinste Luzerns Coach Reinhard Wild nach dem Spiel. Offenbar hatte die Ansprache gesessen.

Denn nach dem Seitenwechsel spielte nur noch eine Mannschaft. In der 55. Minute war es Chalbinski, der nach einem Abpraller am schnellsten reagierte und die Kugel trocken ins lange Eck setzte - 2:1. Drei Minuten später wollte auch Rechtsverteidiger Pierre Gramont mitreden. Nach einer Chalbinski-Vorlage donnerte der 32-Jährige den Ball unter die Latte, als hätte er jahrelang auf diesen Moment gewartet. "Ich hab einfach draufgehalten", meinte Gramont später, "und gehofft, dass keiner im Weg steht."

Altstetten taumelte, Luzern tanzte. Und wer sonst sollte den Deckel drauf machen, wenn nicht Chalbinski selbst? In der 61. Minute schob er nach schöner Vorarbeit von Jesus Langer zum 4:1-Endstand ein. Zwei Tore, eine Vorlage - Chalbinski war der Mann des Abends. "Ich fühlte mich heute einfach leicht", sagte er fast entschuldigend. "Vielleicht lag’s am neuen Haarschnitt."

Altstetten versuchte zwar noch einmal, mit jungen Kräften wie dem eingewechselten Sascha Mai und Frank Matthieu das Ruder herumzureißen, doch Luzerns Abwehr um Benveniste und Langer ließ kaum etwas zu. Nur ein paar harmlose Fernschüsse, die Rauch souverän pflückte - und ein verzweifelter Baudach, der an der Seitenlinie gestikulierte, als wollte er per Telepathie das 2:4 erzwingen.

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 14 Torschüsse für Luzern, nur 6 für Altstetten. 55 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, die in der zweiten Halbzeit wie entfesselt kombinierten. Dass Luzern in der Schlussphase noch drei Gelbe Karten kassierte - Gramont (75.), Giuliani (78.) und Benveniste (81.) - störte kaum jemanden. "Wenn du 4:1 führst, darfst du auch mal rustikal klären", witzelte Wild.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen. Besonders bewegend: Als der 17-jährige Henri Diarra in der 73. Minute für den ausgepumpten Roger Römer eingewechselt wurde, brandete Applaus auf. "Der Junge hat Zukunft", murmelte ein älterer Fan, während er sich die Bratwurstreste vom Schal wischte.

Altstettens Trainer Baudach dagegen suchte nach Worten. "Wir haben stark angefangen, aber nach dem 1:2 war die Luft raus. Luzern hat uns dann einfach überrollt." Sein Gegenüber Wild grinste nur: "Wir haben ein bisschen gebraucht, um warm zu werden. Aber dann war’s ein schöner Abend - für uns zumindest."

Ein schöner Abend also für Luzern, ein schmerzhafter für Altstetten. Chalbinski wird wohl noch lange von diesem Spiel erzählen - und Altstetten wird hoffen, dass er beim Rückspiel vielleicht erkältet ist.

Und während die Fans noch durch die kalte Nacht nach Hause zogen, summte einer leise vor sich hin: "Wenn Chalbinski tanzt, dann tanzt ganz Luzern." Ironisch gemeint, aber irgendwie stimmte es.

11.09.643990 06:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager