Sport-Blick
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Blau-Weiss Luzern zaubert und siegt 4:2 gegen SC Carouge

Wenn man die 41.232 Zuschauer im Luzerner Stadion nach dem Abpfiff gefragt hätte, ob sie gut unterhalten wurden, wäre die Antwort wohl ein kollektives Nicken gewesen - begleitet von einem zufriedenen Murmeln über die wiedergewonnene Offensivfreude ihres Teams. Blau-Weiss Luzern feierte am Montagabend im Rahmen des 30. Spieltags der 1. Liga Schweiz einen 4:2-Heimsieg gegen den SC Carouge - ein Spiel, das irgendwo zwischen Spektakel und Slapstick pendelte.

Schon nach wenigen Minuten zeichnete sich ab, dass Trainer Reinhard Wild seine Elf mit reichlich Offensivdrang auf den Platz geschickt hatte. "Wir wollten von der ersten Minute an zeigen, dass das hier unser Stadion ist", grinste Wild nach dem Spiel und strich sich den Wind aus den Haaren. Seine Mannschaft verstand die Botschaft: Bereits in der 17. Minute klingelte es. Roger Römer, der flinke Linksaußen, traf nach Vorlage von Rechtsverteidiger Pierre Gramont zur Führung. "Ich hab den Ball eigentlich blind reingeschlagen", gab Gramont später lachend zu. Römer entgegnete: "Und ich hab einfach gehofft, dass er blind trifft."

Carouge, angetreten unter Trainer Stefan Häusler, wirkte zunächst überrascht, dann konsterniert. Während Luzern mit langen Bällen und hoher Präsenz im Zentrum agierte, hatten die Gäste Mühe, den Rhythmus zu finden. Die Statistik spricht Bände: 15 Torschüsse für Luzern, nur drei für Carouge.

Kurz vor der Pause legte Robert Locklear nach. In der 39. Minute - nach schöner Vorarbeit des agilen Mittelfeldmotors Dylan Bosworth - ließ Locklear den Ball wie an der Schnur gezogen ins rechte Eck zischen. 2:0, und das Publikum begann bereits, über die Rückfahrt zu diskutieren.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn alles nach Drehbuch verliefe. Direkt nach der Pause kam Carouge auf. Riley Donahue, der rechte Mittelfeldspieler der Gäste, nutzte in der 51. Minute eine Unaufmerksamkeit in Luzerns Defensive und traf nach Pass von Charles Nicksay zum 2:1. "Da haben wir mal kurz vergessen, dass auch der Gegner mitspielen darf", knurrte Luzerns Keeper Lasse Rauch später selbstironisch.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Wieder Römer, wieder kaltschnäuzig - diesmal nach Zuspiel von Finn Hougaard - stellte in der 60. Minute den alten Abstand wieder her. Es war das zweite Tor des Tages für den 23-jährigen Flügelflitzer, der an diesem Abend kaum zu stoppen war. "Ich hab’s einfach laufen lassen", sagte er schlicht, während Trainer Wild daneben schmunzelte: "Er meint, er sei Usain Bolt, aber solange er trifft, darf er das glauben."

Carouge zeigte Moral: Der eingewechselte 19-jährige Heinz Mann traf in der 70. Minute sehenswert per Kopf nach Flanke von Javier Zaera. 3:2, plötzlich war wieder Spannung im Spiel. Häusler brüllte von der Seitenlinie: "Jetzt sind wir dran!" - doch kaum hatte er den Satz beendet, traf ausgerechnet Gramont, der eben noch Vorlagengeber war, zum 4:2. Sein Schuss aus halbrechter Position in der 75. Minute war so platziert, dass Carouges Schlussmann Janos Zele nur resigniert die Handschuhe ausklopfen konnte.

Die letzten Minuten gehörten dem Kampf. Gelbe Karten für Luzerns Joseph Wendt (73.) und Carouges Haim Ajalon (89.) sorgten für ein paar hitzige Blicke, ehe Schiedsrichterin Livia Bucher das Spiel nach 95 Minuten beendete - nicht ohne auch Luzerns Marcel Benveniste noch mit Gelb zu bedenken.

"Ein verdienter Sieg", resümierte Wild. "Wir haben das Heft in der Hand gehabt, auch wenn wir es zwischendurch kurz fallen ließen." Kollege Häusler sah das ähnlich nüchtern: "Wenn du auswärts nur drei Torschüsse hast, kannst du nicht erwarten, hier Punkte mitzunehmen."

Taktisch blieb Luzern seinem Muster treu - offensiv, mit langen Bällen und viel Mut. Carouge versuchte es mit kontrolliertem Aufbau, doch die Pressingphasen verpufften meist wirkungslos.

Am Ende war es ein Abend, wie ihn die Luzerner Fans lieben: viele Tore, viele Chancen, ein bisschen Chaos, aber drei Punkte. Im Foyer des Stadions summte ein älterer Fan beim Hinausgehen leise vor sich hin: "Jetzt läuft’s wieder!" - und man konnte ihm kaum widersprechen.

Bleibt nur zu hoffen, dass Blau-Weiss diese Form konservieren kann. Denn wenn sie so weiterspielen, werden die Gegner bald schon wissen: Gegen diese Luzerner ist es besser, den Anstoß gar nicht erst zu gewinnen.

22.08.643993 16:40
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