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Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 40.596 Zuschauer - und ein Heimteam, das von der ersten Minute an so spielte, als wolle es den Winter vertreiben. Blau-Weiss Luzern besiegte am 14. Spieltag der 1. Liga Schweiz den FC Breitenrain mit 3:0 (2:0) und schickte die Gäste mit frostiger Laune zurück nach Bern. Es dauerte keine zehn Minuten, bis die Luzerner erstmals zupackten. Nach einem beherzten Vorstoß über die linke Seite legte Jesus Langer den Ball flach in den Strafraum, wo Robert Mantovani lauerte. Der Stürmer, mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der morgens im Halbschlaf Kaffeetassen jongliert, schob zur frühen Führung ein (8.). "Ich hab nur den Fuß hingehalten", grinste Mantovani später und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Aber das war der richtige Fuß." Breitenrain antwortete, wie man eben antwortet, wenn man überrascht wird: mit einem Foul. Vitor Sandoval sah nach zehn Minuten Gelb, was immerhin zeigte, dass die Gäste noch wach waren. Ansonsten hielt sich ihr Offensivdrang in Grenzen - ganze sechs Torschüsse standen am Ende auf ihrem Konto. Ganz anders die Luzerner. Acht Minuten nach dem 1:0 schlug Diego Giuliani zu. Nach Pass von Julien Achard zog der rechte Mittelfeldmann trocken ab (16.) und traf zum 2:0. "Ich hab Julien vorher gesagt, er soll mir den Ball nur nicht zu weit nach außen spielen", verriet Giuliani. "Er hat auf mich gehört - das ist selten." Trainer Reinhard Wild grinste: "Wir haben heute einfach Bock auf Fußball gehabt. Und das hat man gesehen." Man sah es tatsächlich. 18 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, ein Pressing, das zwar offiziell "BEHIND" genannt wird, in Wahrheit aber eher "immer drauf" bedeutete. Breitenrain hatte Mühe, über die Mittellinie zu kommen. Wenn sie es doch schafften, stand meist Dylan Bosworth bereit, der im Mittelfeld die Bälle verteilte, als gehöre ihm der Platz. In der zweiten Halbzeit ließ Luzern es zunächst ruhiger angehen. Vielleicht wollten sie den Gästen den Ball mal zeigen, vielleicht auch nur den Puls runterbringen. Aber ernsthaft gefährdet war der Sieg nie. Breitenrain-Coach Markus Stoller versuchte es mit frischen Kräften, wechselte spät dreimal - darunter sogar den Torhüter in der 90. Minute. "Ognjen war einfach durch", erklärte Stoller. "Drei Gegentore, das zerrt an der Seele." Das dritte Tor fiel bereits in der 74. Minute: Achard krönte seine starke Leistung mit einem Treffer, vorbereitet von Mantovani. Eine Kombination, die klang wie ein Schweizer Uhrwerk - präzise, elegant, unaufhaltsam. "Julien war heute unser Taktgeber", lobte Trainer Wild. "Wenn er ruft, hören alle." Breitenrain versuchte es noch einmal in der Schlussphase. Ein Schuss von Vitor Sandoval (87.) ging immerhin aufs Tor, aber Luzerns Keeper Lasse Rauch blieb unbeeindruckt. "Ich hatte kalte Füße, das war die einzige Rettungstat, um mich aufzuwärmen", sagte er hinterher schmunzelnd. Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 18 zu 6 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, drei Treffer - und null Zweifel. Trotzdem blieb Wild auf dem Boden: "Wir sind nicht perfekt. Aber heute waren wir verdammt nah dran." Breitenrain-Coach Stoller dagegen suchte die positiven Aspekte: "Wir haben immerhin alle elf Mann auf dem Platz behalten." Dann lachte er kurz und fügte hinzu: "Gut, am Ende waren’s vierzehn, aber das zählt ja auch." Das Publikum feierte sein Team minutenlang, während die Spieler in die Kurve winkten. Mantovani war der Letzte, der ging - mit einem breiten Grinsen und dem Ball unter dem Arm. "Darf ich den mitnehmen?", soll er den Schiedsrichter gefragt haben. Der soll nur genickt haben: "Wenn Sie ihn behalten, trifft er vielleicht nächste Woche wieder." Ein rundum gelungener Abend also im Stadion an der Reuss - zumindest für Blau-Weiss Luzern. Für Breitenrain blieb nur die Erkenntnis, dass man manchmal einfach gegen eine Mannschaft spielt, die an diesem Tag alles richtig macht. Und das, so ehrlich muss man sagen, sieht man nicht alle Wochen in der 1. Liga. Oder, wie Giuliani es beim Abgang in die Kabine formulierte: "Manchmal läuft’s einfach. Und wenn’s läuft - dann läuft’s eben blau-weiß." 18.06.643987 14:42 |
Sprücheklopfer
Der Dieter Hoeneß hat die Glatze noch ganz nass gehabt. Da geht es um 30 bis 35 Millionen. Das ist Monopoly original.
Rainer Calmund zur großen Bedeutung der Partie zwischen Hertha und Leverkusen in der Saison 2000/2001