Sport-Blick
+++ Sportzeitung für Schweiz +++

Blau-Weiss Luzern tanzt den FC Wil schwindlig - 5:1 zum Auftakt

Was für ein Auftakt in die neue Saison der 1. Liga Schweiz! 38.683 Zuschauer sahen im Luzerner Stadion einen Heimauftritt, der mehr nach Festspiel als nach Fußballarbeit roch: Blau-Weiss Luzern fegte den FC Wil mit 5:1 vom Platz - und das, obwohl die Gäste den Ball häufiger hatten. "Manchmal ist weniger Ballbesitz einfach mehr Spaß", grinste Luzerns Trainer Reinhard Wild nach dem Schlusspfiff.

Von Beginn an war klar, dass Luzern auf Angriff gebürstet war. Wild hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, die Flügelstürmer in Dauerrotation geschickt - und das Publikum bekam schon in der 9. Minute Grund zum Jubeln: Daniel Barros, sonst eher als Vorlagengeber bekannt, traf nach feinem Zuspiel von Piotr Chawanow aus spitzem Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Barros später lachend zu, "aber der Ball hat sich entschieden, ins Tor zu fliegen."

Was folgte, war ein halbstündiges Offensivspektakel in Blau-Weiss. Robert Locklear legte in der 29. Minute nach, Robert Mantovani erhöhte nur zwei Minuten darauf auf 3:0, und wieder war Barros der Regisseur. Der FC Wil schien zu diesem Zeitpunkt eher auf der Suche nach der eigenen Ordnung als nach dem Anschlusstreffer. Immerhin: In der 34. Minute gelang Massimo Sorrentino nach Vorarbeit von Abwehrrecke Rikki Putnam das 3:1 - ein kleiner Trost, den die mitgereisten Fans lautstark feierten.

Doch Luzern ließ sich die Stimmung nicht verderben. Kurz vor der Pause (41.) war es erneut Locklear, der nach einem energischen Vorstoß von Linksverteidiger Joseph Wendt zum 4:1 traf. Wendt rief danach Richtung Ersatzbank: "Chef, darf ich jetzt stürmen?" - was seinen Trainer zu einem Kopfschütteln und einem breiten Grinsen veranlasste.

Zur Halbzeit stand es 4:1, und die Statistiker kratzten sich verwundert am Kopf: Der FC Wil hatte 60 Prozent Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Kontrolle - aber Luzern hatte Tore. 17 Torschüsse verzeichneten die Hausherren am Ende, Wil kam auf 12. "Das ist wie im Leben", meinte Luzerns Mittelfeldmotor Bojan Drageljevic später trocken, "man kann viel reden, aber entscheidend ist, wer trifft."

Die zweite Halbzeit begann gemächlicher. Wil versuchte, über die Mitte zu kommen, doch Luzerns Defensive um Franck Stock und Marcel Benveniste stand sicher. Als Wild in der 64. Minute Drageljevic brachte, nahm das Spiel wieder Fahrt auf. In der 74. Minute krönte Mantovani seine starke Leistung mit seinem zweiten Treffer - diesmal nach Vorlage von Locklear, der an diesem Abend jede Menge Spaß am Spiel hatte. "Wenn Robert Mantovani den Ball in den Strafraum bekommt, kannst du schon mal jubeln üben", kommentierte Stadionsprecher Walter Haller augenzwinkernd.

Wil versuchte es weiter, aber die Angriffe verliefen im Sand. Ein Distanzschuss von Andrade (52.) und ein Versuch von Dorland (73.) waren die besten Gelegenheiten, doch Torhüter Robert Siebert ließ sich nicht mehr überwinden. In der 87. Minute traf Andrade noch einmal die Latte - ein Sinnbild für den Abend der Gäste.

"Wir waren zu brav", resümierte FC-Wil-Coach Nico Meng nach dem Spiel. "Luzern war gierig, wir waren höflich. Fußball ist aber kein Kaffeekränzchen." Seine Spieler schauten betreten zu Boden, während auf der anderen Seite die Luzerner ausgelassen mit den Fans feierten.

Kurz vor Schluss musste Arjen Vrooman nach einer unglücklichen Szene verletzt vom Platz - ein kleiner Wermutstropfen für Reinhard Wild, der trotzdem zufrieden bilanzierte: "Fünf Tore zum Start, die Jungs haben den Mut gezeigt, den ich sehen wollte. Wenn wir so weitermachen, wird’s schwer, uns zu stoppen."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, während die Spieler des FC Wil in die Kabine schlichen - vielleicht auf der Suche nach dem Ball, den sie so oft hatten, aber so selten gefährlich nutzen konnten.

Und so bleibt als Fazit dieses Abends: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. Blau-Weiss Luzern hat mit einem Offensivrausch die neue Saison eröffnet - und ganz Luzern träumt schon von mehr.

Oder, wie ein euphorischer Fan auf der Tribüne nach dem Abpfiff rief: "Wenn’s so weitergeht, brauchen wir bald ein größeres Stadion!"

11.11.643993 12:33
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Es gibt Phasen, da ist man etwas angespannter. Das ist doch menschlich. Es wäre doch blöd von mir, den Schauspieler zu mimen.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager