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Blau-Weiss Luzern siegt dank kaltschnäuziger Offensive - Aarberg hadert mit Effizienz

Ein kalter Februarabend, 31.589 Zuschauer im Aarberger Stadion, Flutlicht, Atemwolken - und ein Spiel, das so typisch war für den FC Aarberg: viel Ball, viel Wille, aber am Ende wieder zu wenig Zählbares. Blau-Weiss Luzern nahm mit einem 2:1-Auswärtssieg die Punkte mit auf die Heimreise und ließ Aarbergs Trainer Joao Alves ratlos zurück. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", knurrte er nach dem Abpfiff und verschwand im Nebel der Mixed Zone.

Dabei begann alles nach Maß. In der 13. Minute stand plötzlich Linksverteidiger Rui Canton im Strafraum - ein Ort, an dem er normalerweise nur beim Einwerfen auftaucht. Nach einer Ecke von Lajos Garaba landete der Ball über Umwege bei ihm, und Canton drosch ihn mit links humorlos in den Winkel. 1:0 für den FC Aarberg, das Stadion bebte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später zu, halb lachend, halb verlegen. "Aber wenn der Ball so schön fliegt, sagst du nicht nein."

Doch die Freude währte kurz. Nur fünf Minuten später schlug Luzerns Torjäger Robert Mantovani zu. Nach feinem Zuspiel von Rechtsaußen Diego Giuliani tanzte er Garaba aus und schob den Ball unter Aarbergs Keeper Diego Zapatero hindurch. 1:1 - und das war, wenn man ehrlich ist, der Auftakt zu einer Luzerner Dominanz, die sich das ganze Spiel über durchzog.

Blau-Weiss Luzern, angeführt von Trainer Reinhard Wild, hatte sich für eine offensive Marschroute entschieden, wie es ihre Taktikdaten verrieten: offensiv, durch die Mitte, lange Bälle, kein Pressing - aber viel Zielstrebigkeit. 19 Torschüsse untermauerten das, was das Auge ohnehin sah: Luzern war gefährlicher, direkter, bissiger. Mantovani prüfte Zapatero schon in der 2., 4. und 5. Minute, Giuliani hatte seine Schüsse in der 9. und 48. Minute. Aarberg kam zwar auf 54 Prozent Ballbesitz, aber nur auf sieben Abschlüsse.

Kurz vor der Pause kassierte Arthur Furtok die erste Gelbe Karte für ein rustikales Einsteigen. "Er hat den Ball klar gespielt", brüllte Trainer Alves Richtung Schiedsrichter - allerdings war der Ball da schon drei Meter weitergeflogen.

Nach Seitenwechsel blieb das Bild gleich: Aarberg kombinierte, Luzern konterte. In der 56. Minute fiel die Vorentscheidung. Wieder Giuliani, diesmal über rechts, eine butterweiche Flanke, und Roger Römer stieg im Strafraum wie ein junger Kranich. Sein Kopfball schlug unhaltbar im langen Eck ein - 2:1 für Luzern. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", grinste Römer später. "Und gehofft, dass es irgendwie passt."

Aarberg versuchte zu antworten, aber es blieb beim Versuch. Mariusz Nawalka, Claus Kofod und Domingo Vaz scheiterten nacheinander am glänzend reagierenden Luzerner Torhüter Robert Siebert, der an diesem Abend seinen Namen in den Notizblock der Scouts schrieb.

Die letzte halbe Stunde war ein Lehrbuchbeispiel für Luzerner Effizienz. Während Aarberg den Ball quer und zurück zirkulieren ließ, prüfte Luzern aus allen Lagen den gegnerischen Keeper: Römer in der 60., Benveniste in der 82., Locklear in der 85. Minute. Das 3:1 lag mehrfach in der Luft, wollte aber nicht fallen.

Und dann war da noch der Auftritt von Henri Diarra, 17 Jahre jung, in der 72. Minute eingewechselt. Kaum auf dem Platz, setzte er zum Solo an, als wolle er die halbe Aarberger Abwehr in Rente schicken. "Ich hab mich gefühlt wie in der U18", lachte er später, "nur dass die Gegenspieler doppelt so groß waren."

Aarberg sammelte in der Schlussphase noch zwei Gelbe Karten - Rui Canton (67.) und Adam Neil (68.) - ein symbolischer Ausdruck wachsender Frustration. Die Fans pfiffen nicht, aber man hörte deutlich das Knirschen auf den Rängen.

Nach dem Spiel lobte Luzerns Trainer Wild das Rezept seiner Mannschaft: "Wir wollten mutig sein. Wenn man 19 Mal aufs Tor schießt, darf man auch zwei Tore machen. Wir hätten sogar noch mehr verdient." Ein Satz, der Alves vermutlich noch die ganze Nacht beschäftigen dürfte.

Unterm Strich bleibt für den FC Aarberg ein bitteres Fazit: mehr Ball, weniger Erfolg. Für Blau-Weiss Luzern dagegen war es ein Auswärtssieg mit Ansage - nüchtern, abgeklärt, effizient. Und wie sagte Kommentatorin Laura Steiner im Radio so schön: "Wenn Fußball nach Schönheit bewertet würde, hätte Aarberg gewonnen. Aber auf der Anzeigetafel steht’s halt nicht: 1:2."

Vielleicht tröstet das den Heimtrainer ein wenig. Aber wahrscheinlich nicht.

30.08.643990 14:03
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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