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Blau-Weiss Luzern schießt Zürich früh K.o. - 3:0-Auswärtssieg mit Ansage

Es war ein kalter Februarabend im Zürcher Stadion, aber Blau-Weiss Luzern brachte schon in der Anfangsviertelstunde genug Feuer mit, um Rot-Weiss Zürich komplett einzufrieren. 28.710 Zuschauer sahen beim 19. Spieltag der 1. Liga Schweiz ein 0:3, das schon nach 17 Minuten entschieden war - und das, obwohl der Anstoß kaum verklungen war, als der Ball schon das erste Mal im Netz zappelte.

Sechste Minute: Roger Römer, der flinke Linksaußen der Luzerner, bekam einen Steckpass von Dylan Bosworth, drehte sich elegant um seinen Gegenspieler und vollendete trocken ins kurze Eck. 1:0 - und Zürichs Torwart Harry Craven schaute so verdutzt, als hätte jemand heimlich die Regeln geändert. "Ich dachte, er will flanken", stammelte Craven später.

Doch keine sieben Minuten später war die Flanke dann tatsächlich ein Tor: Robert Mantovani köpfte nach einem hohen Ball von Verteidiger Franck Stock das 2:0. Trainer Reinhard Wild, sonst eher der stoische Typ, sprang kurz auf wie ein Teenager beim ersten Konzertbesuch. "Wir wollten aggressiv in die Räume, nicht aggressiv in die Beine", grinste er nach dem Spiel - eine subtile Spitze gegen die Zürcher, die ihre Zweikämpfe mit 43 Prozent Erfolgsquote verloren.

Und als wäre das noch nicht genug, legte Mantovani in Minute 17 nach, diesmal nach Vorarbeit von Finn Hase. Ein Doppelpack - und die Gastgeber schauten sich gegenseitig an, als fragten sie: "Wann ist die Halbzeit?" Trainer Ha Luncke raufte sich die Haare, die ohnehin schon im Wind standen, und murmelte Richtung Bank: "Wir haben doch offensiv aufgestellt, oder?"

Tatsächlich hatte Luncke seine Rot-Weißen offensiv ausgerichtet, mit langen Pässen über die Flügel. Doch was nützt das, wenn vorne keiner bleibt, um sie zu erlaufen? Sechs Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände - und nicht besonders dicke. Der prominenteste Versuch kam von Joshua Albers in der 43. Minute, ein wuchtiger Schuss, aber genau auf den Mann. Luzerns Keeper Lasse Rauch nahm ihn lässig auf die Brust und grinste: "War das schon der angekündigte Sturm?"

Nach der Pause schaltete Luzern einen Gang zurück, dominierte aber weiter mit 53 Prozent Ballbesitz und stolzen 23 Torschüssen. Mantovani hätte fast noch den Dreierpack geschnürt, scheiterte aber mehrfach an sich selbst oder am tapferen Craven, der wenigstens die zweite Halbzeit als persönliches Bewerbungsvideo nutzen konnte. "Wenn du 17 Minuten lang drei Tore kassierst, bleibt dir nur noch Humor", sagte der Keeper mit einem Schulterzucken.

In der 72. Minute durfte der 18-jährige Phillip Lavoie für den Doppeltorschützen Mantovani ran - eine symbolische Geste von Trainer Wild. Der Youngster war sofort präsent, prüfte Craven dreimal (78., 84., 90.), doch der Torwart parierte alles. "Er hat mir zugelächelt, nachdem ich geschossen habe", erzählte Lavoie. "Das war komisch - fast höflich."

Zürich probierte es noch mit ein paar späten Distanzschüssen. Marjan Dragutinovic zog in der 88. Minute ab, aber auch das war nur ein freundlicher Gruß an die Tribüne. Dazwischen bekam Sebastien Lenentine noch Gelb für ein Frustfoul - immerhin ein Lebenszeichen.

Am Ende stand ein klarer 0:3-Endstand, der genauso deutlich war, wie er klingt. Luzern spielte kurz, präzise und mit Leichtigkeit, während Zürichs lange Bälle selten länger als zwei Stationen überlebten. Auch die Statistik spricht Bände: 23:6 Torschüsse, 53 zu 46 Prozent Ballbesitz - und das Gefühl, dass hier eine Mannschaft Fußball spielte und die andere nur versuchte, ihn zu verhindern.

"Das war kein perfektes Spiel", meinte Mantovani bescheiden, "aber fast." Sein Trainer Wild nickte trocken: "Wenn du nach 17 Minuten 3:0 führst, darfst du auch mal früh Feierabend machen."

Zürichs Coach Luncke hingegen blickte in die Mikrofone wie ein Mann, der gerade in der Lottoannahmestelle erfahren hat, dass er auf die falsche Woche getippt hat. "Wir müssen das aufarbeiten", sagte er, "aber nicht heute. Heute trinken wir Tee."

Ein Satz, der sinnbildlich für den Abend stand: Heiß angefangen, schnell abgekühlt - und am Ende blieb nur der bittere Nachgeschmack.

Vielleicht sollte Rot-Weiss Zürich beim nächsten Mal die ersten 20 Minuten einfach überspringen. Dann wäre es zumindest spannend geblieben.

04.01.643991 20:57
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Sprücheklopfer
Ich bin gespannt auf den ersten Augenblick, wenn er auf dem Spielfeld erstmals wegen seiner Erkrankung von einem Gegenspieler dumm angemacht wird. Wenn er ihm dann in die Eier tritt, dann weiß ich, dass er gesund ist.
Uli Hoeneß zum Gesundheitszustand von Sebastian Deisler
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