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Ein kalter Januarabend, Flutlicht über der Swissporarena und 48.104 Zuschauer, die sich fragten, ob Blau-Weiss Luzern endlich wieder einmal überzeugen würde. Am Ende gab es immerhin ein 1:1 gegen den FC Kreuzlingen - ein Ergebnis, das sich nach Arbeit, Schweiß und einem Schuss Verzweiflung anhörte. Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Kreuzlingen, von Trainer Matthias Kaiser taktisch perfekt eingestellt, überließ den Luzernern den Ball - aber nur so viel, wie nötig war, um sie in Sicherheit zu wiegen. In der 26. Minute schlug dann die Stunde von Luís Ramallo. Der 27-jährige Rechtsaußen, der schon zuvor mit seiner Dynamik auffiel, zog nach Vorlage von Pavel Balcarek trocken ab. Der Ball zischte ins rechte Eck, Luzerns Keeper Lasse Rauch streckte sich vergebens. 0:1 - und die 400 mitgereisten Kreuzlinger Fans feierten, als hätte ihr Team gerade die Champions League gewonnen. "Wir wollten geduldig bleiben, unsere Momente nutzen", erklärte Kaiser nach dem Spiel mit einem zufriedenen Lächeln. "Luís hat das genau so umgesetzt, wie wir es besprochen haben - nur dass er sonst nie zuhört." Blau-Weiss Luzern hingegen wirkte in der ersten Halbzeit wie ein Schüler, der zwar fleißig mitschreibt, aber den Unterrichtsstoff nicht versteht. Zwar kam man auf zehn Torschüsse (Kreuzlingen zwölf), doch echte Gefahr war erst nach der Pause zu spüren. Besonders Roger Römer, der 22-jährige Wirbelwind auf der linken Seite, rackert sich durch die Abwehrreihen, als wolle er das Spiel im Alleingang drehen. Trainer Reinhard Wild reagierte zur 72. Minute: Daniel Barros und Piotr Chawanow kamen - und siehe da, plötzlich war Leben im Spiel. Nur eine Minute später kam der große Moment für Römer. Barros, gerade erst eingewechselt, setzte sich auf links durch, flankte scharf in den Strafraum, und Römer grätschte die Hereingabe zum 1:1 über die Linie. Ein Tor der Kategorie "mit allem, was man hat". "Ich hab nur gedacht: Jetzt oder nie", grinste Römer später. "Und dann war’s halt jetzt." Das Stadion erwachte, die Luzerner Fans skandierten, als stünde der Sieg kurz bevor. Doch Kreuzlingen blieb stoisch. Kein Pressing, kein hektisches Umschalten, einfach solide: eine Mannschaft, die wusste, dass man mit 57 Prozent Ballbesitz nicht zwingend das Spiel gewinnt, aber sehr wohl die Ruhe behält. In der Schlussphase wurde es hitzig. Pedro Doreste sah in der 86. Minute Gelb, nachdem er Römer mit einem rustikalen Tritt stoppte. "Der Junge war einfach zu schnell", gab Doreste später zu. "Ich wollte nur den Ball treffen - aber der Ball war schon in einem anderen Postleitzahlengebiet." Luzern drückte in den letzten Minuten, Caballero und Mantovani versuchten es aus allen Lagen, doch die Abwehr um den eingewechselten Oldie Gunborg Bjorklund (34) hielt stand. "Da hinten stand der Betonmischer", murmelte ein frustrierter Luzerner Fan beim Verlassen des Stadions. Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 12 zu 10 Torschüsse, 50:49 Prozent gewonnene Zweikämpfe - also praktisch Gleichstand. Doch in Sachen Kontrolle hatte Kreuzlingen den kühleren Kopf. Sie spielten "SURE"-Fußball - lieber ein sicherer Schuss als ein spektakulärer Fehlversuch. Luzern hingegen ballerte aus allen Lagen ("ANYTIME" laut taktischer Vorgabe) - mit entsprechendem Streuverlust. "Wir haben zu viel gewollt und zu wenig getroffen", bilanzierte Trainer Wild und rieb sich die Schläfen. "Aber immerhin: Charakter gezeigt, nicht aufgegeben. Jetzt trinken wir einen Kamillentee und schauen nach vorne." Kreuzlingens Coach Kaiser hingegen konnte sich den Seitenhieb nicht verkneifen: "Wenn man in Luzern spielt, braucht man Nerven wie Drahtseile. Und eine gute Busverbindung nach Hause - denn nach so einem Spiel will man nicht im Stau stehen." So blieb es beim 1:1, das wohl beide Seiten als "gerecht, aber unbefriedigend" abhaken werden. Luzern rettete spät einen Punkt, Kreuzlingen nahm ihn gerne mit - und die Zuschauer bekamen ein Spiel, das mehr Spannung als Schönheit bot. Oder, wie ein älterer Herr auf der Tribüne es zusammenfasste: "War nix fürs Auge, aber fürs Herz schon." Und das, an einem frostigen Montagabend, ist im Fußball manchmal das höchste der Gefühle. 04.11.643987 13:52 |
Sprücheklopfer
Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga: