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Beuel trotzt Eschborn in wildem Schlagabtausch ein 2:2 ab

Ein lauer Märzabend, 48.245 Zuschauer im Stadion, Flutlicht, Spannung - und am Ende ein 2:2, das keiner so richtig einordnen konnte. Der SV Beuel und der 1. FC Eschborn lieferten sich am 28. Spieltag der 1. Liga Deutschland ein Duell, das irgendwo zwischen Fußballdrama und Slapstick pendelte.

Schon nach sechs Minuten rieben sich die Beueler Fans die Augen: Xavier Ximenis, Eschborns quirliger Linksaußen, spazierte nach einem feinen Pass von Eduardo de la Fuente durch die Abwehr wie durch den Stadtpark und schob eiskalt zur frühen Führung ein. "Ich dachte erst, der Ball sei schon draußen - aber dann war er plötzlich im Netz", stöhnte Beuels Torhüter Jay Reid später.

Doch Beuel reagierte prompt. Nur fünf Minuten später drosch Leandro Rodrigo den Ball nach Vorarbeit von Jürgen Michels unter die Latte - 1:1, und das Stadion bebte. Trainer René Kuhl riss die Arme hoch, als wolle er den Mond begrüßen. "Das war pure Energie!", grinste er anschließend, "Leandro hat endlich mal das gemacht, was wir im Training üben - den Ball nicht in die Wolken jagen."

Doch die Freude währte kurz. Erneut Ximenis, diesmal nach einem Kopfball-Ablagen-Kunstwerk des Innenverteidigers Rastislav Harsanyi, traf in der 16. Minute zur erneuten Gästeführung. Eschborn spielte in dieser Phase wie entfesselt, aggressiv, mit langen Bällen und gefährlichen Kontern - genau so, wie Coach Yas Sin es liebt. "Wir wollten Beuel wehtun, wenn sie zu hoch stehen", erklärte Sin trocken.

Aber Beuel wäre nicht Beuel, wenn die Mannschaft nicht in der Lage wäre, Chaos in Kreativität zu verwandeln. Bailey Galbraith, der bullige Mittelstürmer mit dem Charme eines Betonmischers, wuchtete in der 33. Minute eine Flanke von Mario Sousa per Kopf zum 2:2 ins Tor. "Ich hab einfach gehofft, dass der Keeper noch überlegt, ob er rauskommt", lachte Galbraith. "Und er hat überlegt - zu lange."

Danach war Feuer drin. 15 Torschüsse hatte Beuel insgesamt, fast doppelt so viele wie die Gäste (7). Der Ballbesitz lag leicht auf Beueler Seite (53 zu 47 Prozent), und auch optisch drückten die Gastgeber nach der Pause. Nur das Tor fehlte. Rodrigo schoss in der 71. Minute aus 18 Metern knapp vorbei, Galbraith scheiterte gleich dreimal in den letzten zehn Minuten - einer dieser Abende, an denen das Tor kleiner wirkt als sonst.

Eschborn dagegen blieb gefährlich, wenn auch seltener. Ein Konter in der 79. Minute durch Marek Kisel brachte noch einmal Unruhe, doch Beuels Torhüter Reid war diesmal hellwach. Kurz darauf sah Eschborns Abwehrmann Harsanyi Gelb, nachdem er Galbraith mit einem Griff wie aus dem Ringen gestoppt hatte.

Die Schlussphase war wild: Flanken aus allen Richtungen, Schreie von der Bank, und irgendwo dazwischen Trainer Kuhl, der immer wieder "Pressing!" rief, als würde er eine Oper dirigieren. Auf der anderen Seite gestikulierte Yas Sin, als wolle er ein Taxi anhalten. "Wir wollten das 3:2, aber wir hatten einfach keine Beine mehr", gab er später zu.

Auch die Statistik sprach eine klare Sprache: Beuel mit mehr Abschlüssen, mehr Zweikämpfen (53 Prozent gewonnen), mehr Einsatz. Aber Fußball bleibt eben ein Spiel der Effizienz - und da hatte Eschborn mit zwei Treffern aus fünf ernsthaften Chancen die Nase vorn.

In der 88. Minute hätte Galbraith zur Legende werden können: ein wuchtiger Kopfball, der schon halb drin schien, doch Eschborns Keeper Logan Cochran kratzte den Ball mit einem Reflex aus der Ecke. Danach pfiff der Schiedsrichter ab, und 48.000 Menschen atmeten kollektiv aus.

"Ein gerechtes Unentschieden", fand Beuels Trainer Kuhl, "aber ich hätte mir gewünscht, dass wir uns für unseren Aufwand belohnen." Ximenis grinste nebenan in die Kameras: "Zwei Tore sind schön, aber ein Sieg wäre schöner."

So trennten sich beide Teams mit einem Ergebnis, das zwar niemandem richtig hilft, aber allen Gesprächsstoff liefert. Beuel bleibt offensiv gefährlich, defensiv wacklig; Eschborn effektiv, aber nervös.

Und irgendwo auf der Tribüne sagte ein Fan beim Hinausgehen: "Wenn die so weiterspielen, wird das nächste 2:2 wenigstens 5:5 enden." Man darf gespannt sein.

30.07.643993 18:47
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Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon
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