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Berkum rettet sich spät - 3:3-Spektakel gegen SC Haarlem

Wenn 24.294 Zuschauer an einem kalten Januarabend ins Stadion strömen, dann wollen sie Tore sehen - und die bekamen sie. Ganze sechs Stück, verteilt auf beide Teams, in einem Spiel, das in Sachen Dramatik und Tempo locker als Bewerbungsvideo für die 1. Liga der Niederlande durchgehen könnte. Am Ende stand ein 3:3, das Berkum wie ein Sieg vorkam - und Haarlem wie eine bittere Niederlage schmeckte.

Dabei hatte alles so eindeutig begonnen. Kaum hatte Schiedsrichter van der Plas um 20:30 Uhr angepfiffen, da war Georg Pettersson schon zur Stelle. In der sechsten Minute schlenzte der Linksaußen der Gäste den Ball ins lange Eck - 0:1, und die Berkum-Defensive sah dabei aus, als wäre sie noch beim Einlaufen. "Ich dachte, wir dürfen erst ab der zehnten Minute verteidigen", knurrte Berkum-Coach Hans Huber später mit einem sarkastischen Grinsen.

Haarlem roch Blut. In der 22. Minute legte Javier Pauleta nach, nach feinem Zuspiel von Innenverteidiger Jacob Schröder. 0:2 - und die Heimfans rieben sich die Augen. "Da dachte ich, das wird heute ein ruhiger Abend", gab Haarlems Trainer Simon Schneeberger später zu, "aber dann kam dieser Bruno."

Bruno Tortora, Berkums rechter Mittelfeldmann, war an diesem Abend ein Wirbelwind in Menschengestalt. In der 26. Minute verkürzte er nach Vorlage des jungen Wouter Vanderzee - 1:2. Nur acht Minuten später traf er erneut, diesmal nach Pass von Rechtsverteidiger Maurice Lachance. Die Tribüne bebte - 2:2, und plötzlich war Berkum wieder da.

Doch Haarlem hatte noch nicht genug. Wieder Pauleta, diesmal in der 37. Minute, nach Vorarbeit von Julio Pinto, brachte die Gäste erneut in Führung. 2:3 - Halbzeitstand. Und während die Zuschauer ihre Frikandeln kauften, fragte man sich: Kann Berkum noch einmal zurückkommen?

Die zweite Hälfte begann ruhiger - zumindest auf der Anzeigetafel. Haarlem kontrollierte das Spiel, hatte mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz und kam insgesamt auf 13 Torschüsse. Berkum versuchte es mit Leidenschaft (neun Torschüsse), aber die Genauigkeit ließ zu wünschen übrig. Trainer Huber stand an der Seitenlinie, rieb sich den Bart und rief: "Kürzere Pässe, Männer! Wir spielen doch kein Flipper!"

In der 77. Minute gab es einen Schreckmoment: Haarlems Spielmacher Julio Pinto ging nach einem Zweikampf am Boden, hielt sich das Knie. Er musste raus, Edvin Thuesen kam - und brachte frischen Wind, aber keinen weiteren Treffer. "Ich hab nur den Ball gewollt", beteuerte Berkum-Mittelfeldmann Johann Blais, der kurz darauf Gelb sah (81.).

Als die Uhr die 90 überstieg, schien alles entschieden. Einige Fans machten sich bereits auf den Weg zum Parkplatz, als Maurice Lachance noch einmal die rechte Linie entlangflitzte. Seine Flanke fand Alfonso Travassos, der den Ball volley nahm - und in der 93. Minute zum 3:3 einschoss. Ein Tor, das man in Berkum wohl noch in Jahren erzählen wird.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Travassos später. "Wenn du in der Nachspielzeit den Ball so bekommst, denkst du nicht - du machst einfach." Trainer Huber umarmte ihn auf dem Platz und brüllte in Richtung der Fans: "Das ist Berkum! Wir geben nie auf!"

Haarlems Coach Schneeberger hingegen wirkte beim Abpfiff, als hätte man ihm den Autoschlüssel geklaut. "So spät den Ausgleich zu kassieren, tut weh. Aber wir haben zu wenig nachgelegt", meinte er nüchtern.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, 9 zu 13 Torschüsse, drei Gelbe Karten (zwei für Berkum, eine für Haarlem). Doch das Ergebnis fühlte sich ganz anders an - für die einen wie ein Sieg der Moral, für die anderen wie eine verpasste Gelegenheit.

Und irgendwo in der Kabine von Berkum sang jemand lautstark ein improvisiertes Lied über "Bruno, den Doppeltorschützen". Trainer Huber grinste nur: "Wenn der auch so verteidigen könnte, hätten wir gewonnen."

Ein Spiel, das keiner so schnell vergisst - und das wieder einmal beweist, warum Fußball die schönste Nebensache der Welt ist: Er ist unberechenbar, emotional, und manchmal einfach herrlich verrückt.

11.07.643987 18:45
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
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