Sport-Blick
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Basel ringt Luzern nieder - ein 3:2 voller Drama, Flanken und Flüche

Manchmal ist Fußball wie ein guter Espresso: kurz, stark und mit einem bitteren Nachgeschmack für den Verlierer. 43.500 Zuschauer im ausverkauften St.-Jakob-Park bekamen an diesem Dienstagabend genau das - ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Gelbe Karten und ein Trainerduell, das an der Seitenlinie fast so heiß war wie das Geschehen auf dem Rasen. Am Ende setzte sich Rot-Blau Basel mit 3:2 gegen Blau-Weiss Luzern durch und bleibt damit in der 1. Liga Schweiz in der Spur.

Von Beginn an machte Basel klar, wer Herr im Haus ist. Schon in der zweiten Minute prüfte Simone Rose den Luzerner Keeper Rauch - eine Vorwarnung, die man im Gästeblock wohl ignorierte. In der 21. Minute dann das logische Resultat: Rose vollendete nach feiner Vorarbeit von Jorge Pelaez zum 1:0. "Ich hab’ einfach gehofft, dass er mich sieht", grinste Rose nach dem Spiel. "Jorge sieht alles - sogar durch drei Luzerner Beine."

Doch wer dachte, Luzern würde einbrechen, irrte. Der 19-jährige Phillip Lavoie, der aussieht, als würde er noch bei der U20 mitspielen, zeigte, warum man ihn in Luzern den "Teenage-Torjäger" nennt. In der 33. Minute traf er abgeklärt nach Pass von Dylan Bosworth - 1:1, und Trainer Reinhard Wild brüllte so laut, dass selbst die Ersatzspieler vom Schreck aufsprangen. "Wir wollten mutig bleiben", sagte Wild später, "auch wenn Basel manchmal mit fünf Mann gleichzeitig anläuft. Das ist nicht Pressing, das ist Belagerung."

Kurz vor der Pause wurde’s ruppig: Gelb für Finn Hougaard (Luzern, 30.) und Günter Franke (Basel, 43.) - zwei Fouls, bei denen der Rasen gelitten hat, aber wenigstens niemand ernsthaft. Basel-Coach Kevin Keegan kommentierte trocken: "Wenn Günter foult, dann hat’s wenigstens Stil."

Nach dem Seitenwechsel kam Basel mit Volldampf. Kaum war der Anpfiff verklungen, drosch Bruno Fernandes den Ball nach Pass von Ingo Da Cru in die Maschen - 46. Minute, 2:1. Fernandes jubelte mit ausgestreckten Armen zur Kurve, während Keegan mit einem Lächeln auf der Bank blieb, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag.

Aber Luzern blieb gefährlich. Robert Locklear, der Rechtsaußen mit der Statur eines Rugbyspielers, schweißte in der 65. Minute den Ball zum 2:2-Ausgleich ein - wieder nach feiner Vorarbeit aus dem Mittelfeld, diesmal von Finn Hougaard, der seine Gelbe Karte offenbar vergessen hatte. Das Spiel stand auf Messers Schneide, und die 43.500 Zuschauer rochen das Drama.

Fünf Minuten später explodierte der St.-Jakob-Park: Björn Skov, frisch eingewechselt und eigentlich eher für ruhiges Passspiel bekannt, zog aus 20 Metern ab - 3:2 (70.). "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Skov grinsend nach Abpfiff. "Aber wenn der Ball so schön liegt, dann fragst du nicht lange."

Luzern versuchte in der Schlussphase alles, brachte Marcel Benveniste für den jungen Franck Stock (72.) und warf die Formation komplett um. Doch Basel hielt stand, auch weil Torwart Olivier Van Hoyweghen in der 88. Minute gegen Roger Römer heldenhaft parierte. "Ich hab’ einfach gehofft, dass er dahin schießt, wo ich schon stand", sagte der Keeper mit einem Augenzwinkern.

Statistisch war Basel einen Tick besser - 18 Torschüsse zu 9, 52 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote knapp über 52 Prozent. Doch das Spiel lebte nicht von Zahlen, sondern vom Chaos, das schöner war als jede Statistik.

Kevin Keegan fasste es in seiner typischen Mischung aus britischem Humor und Schweizer Gelassenheit zusammen: "Wir haben offensiv gespielt, defensiv überlebt und am Ende gewonnen - das ist doch Fußball." Sein Gegenüber Wild war weniger philosophisch: "Wenn du drei Tore kassierst, hast du meist ein Problem. Heute hieß das Problem Basel."

Am Ende applaudierten auch die Luzerner Fans - und das will etwas heißen. Basel bleibt mit diesem Sieg oben dran, Luzern nimmt immerhin die Erkenntnis mit, dass Mut belohnt wird - wenn auch diesmal nur mit Applaus statt Punkten.

Oder, wie Skov es beim Hinausgehen sagte, während er noch Autogramme schrieb: "Ich hab’ schon schlechter geschossen - aber selten schöner gewonnen."

Ein Abend, der zeigt, warum man Fußball liebt: weil er manchmal genau so verrückt ist wie seine Spieler.

23.11.643993 02:31
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