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Barendrecht zerlegt Waalwijk - Walther tanzt, Veeder vollendet

Ein lauer Märzabend, 15.809 Zuschauer im Stadion von Barendrecht, Flutlicht, Bratwurstgeruch - und ein Heimteam, das von der ersten Minute an so spielte, als habe es noch eine offene Rechnung offen. Am Ende hieß es 3:0 (1:0) gegen einen SC Waalwijk, der eher wie eine Kirchengruppe beim Ausflug wirkte: freundlich, bemüht, aber ohne jede Durchschlagskraft.

Schon in der 10. Minute begann das Unheil für die Gäste. Stefan Walther, 29 Jahre jung und offenbar mit einem Turbo im rechten Fuß geboren, nahm einen Pass von Xabi Arroyo auf, ließ seinen Gegenspieler ins Leere grätschen und drosch den Ball mit solcher Wucht ins Netz, dass Torwart Gerard Winchel wohl erst beim Pausenpfiff gemerkt hat, was da passiert war. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Walther später, "aber dann dachte ich, ach komm, probier’s halt mal."

Waalwijk hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine Gelbe Karte (Stefano Simone in der 5. Minute, wegen eines rustikalen Einstiegs, der nach Holz klang) und ganze null Ideen. Trainer Horst Zachary von Barendrecht stand zufrieden an der Seitenlinie, die Hände tief in der Jacke, und brummelte nach dem Spiel: "Wir wollten früh draufgehen, den Gegner nicht atmen lassen - das hat ganz gut geklappt. Und wenn’s nicht geklappt hätte, hätte ich’s halt anders gesagt."

Barendrecht spielte mit 51,6 Prozent Ballbesitz zwar nicht haushoch überlegen, aber mit 17 Torschüssen zu läppischen fünf der Gäste war die Richtung eindeutig. Besonders Walther hatte einen dieser Abende, an denen alles funktioniert: Schuss, Pass, Blick - alles saß. Arroyo, sein kongenialer Partner im Zentrum, verteilte Bälle mit der Eleganz eines Maître d’hôtel, der jeden Gast kennt und weiß, wer lieber stilles Wasser trinkt.

Die 49. Minute brachte das 2:0, und diesmal durfte Wevers Veeder jubeln. Nach einer butterweichen Flanke von Szilard Skrtel - ja, der linke Verteidiger mit dem Namen wie eine osteuropäische Rockband - schob Veeder den Ball kontrolliert ins lange Eck. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich sieht", sagte Veeder später, "und dann kam die Flanke wie bestellt. Vielleicht sollte Szilard öfter nach vorne rennen."

Kurz darauf bekam Hanson Oudekirk Gelb (50.), und 15 Minuten später die berüchtigte Ampelkarte (65.), weil er offenbar vergessen hatte, dass man auch mit Verwarnung noch höflich bleiben muss. "Ich hab nur laut gelacht", verteidigte sich der 33-Jährige, "aber der Schiri hat wohl keinen Humor." Trotzdem, auch in Unterzahl blieb Barendrecht das klar bessere Team.

Waalwijk, das in der zweiten Halbzeit weiterhin mit der Taktik "ausgewogen, aber harmlos" spielte, brachte kaum Gefahr zustande. Aad Ostrander rannte zwar tapfer rechts außen, traf in der 81. Minute sogar das Tornetz - leider von außen. Seine Gelbe Karte in der 72. Minute war damit fast der einzige Zähler, den man ihm gutschreiben konnte.

In der 74. Minute machte wieder Stefan Walther den Sack zu: Nach einem Doppelpass mit Arroyo zog er ab, und der Ball zischte erneut unhaltbar ins Eck - 3:0. Die Zuschauer sprangen auf, einer rief: "Der Stefan hat’s im Fuß!" - und man musste ihm recht geben.

Nach dem Spiel wirkte Zachary zufrieden, aber nicht übermütig: "Wir haben das Pressing durchgezogen, auch mit zehn Mann. Wenn du das tust, dann belohnt dich der Fußballgott manchmal - heute gleich dreimal."

Sein Gegenüber, der sichtlich konsternierte Gästecoach (dessen Name der Presse nicht vorlag, vielleicht zu seinem Glück), nuschelte: "Wir hatten den Plan, kompakt zu stehen. Leider haben wir vergessen, was ’kompakt’ heißt."

So endete ein Abend, an dem Barendrecht alles richtig und Waalwijk alles ein bisschen falsch machte. Die Statistik unterstreicht das Bild: 54,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 17 Schüsse aufs Tor, drei Treffer, eine rote Karte - und ein Publikum, das sich bestens unterhalten fühlte.

Stefan Walther durfte sich anschließend als Held feiern lassen. "Doppeltorschütze klingt gut", meinte er und lachte. "Aber ehrlich gesagt, Xabi hat die Tore vorbereitet - ich hab nur das Ende gemacht."

Vielleicht war das der ehrlichste Satz des Abends. Denn Barendrecht war an diesem 34. Spieltag der 3. Liga Niederlande ein Team, in dem jeder seinen Job machte - einer schoss, einer lief, einer lachte. Und am Ende stand ein 3:0, das so klar war, dass selbst der Stadionsprecher beim Abpfiff wohl kurz überlegte, ob er "Pflichtsieg" oder "Galavorstellung" sagen soll.

Er entschied sich für: "Danke fürs Kommen!" - und das passte perfekt zu einem Abend, an dem Barendrecht einfach alles im Griff hatte.

07.10.643993 21:16
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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