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Barendrecht siegt souverän - Staphorst ohne Torschuss im Regen stehen gelassen

Wenn eine Fußballmannschaft ein Spiel absolviert, ohne auch nur einen einzigen Schuss auf das Tor zu bringen, dann sagt das etwas über den Verlauf des Abends. Am 4. Spieltag der 3. Liga Niederlande (2. Div) lieferten die Männer von Barendrecht vor 14.744 Zuschauern ein einseitiges, aber unterhaltsames Schauspiel ab - und schickten Staphorst mit einem deutlichen 2:0 nach Hause.

Dabei war der erste Durchgang noch ein Geduldsspiel, das den Heimfans einiges an Nervenstärke abverlangte. 25 Torschüsse insgesamt, davon 15 schon vor der Pause - aber kein Ball wollte über die Linie. "Ich dachte irgendwann, der Ball hat heute einfach keinen Bock", scherzte Barendrechts Trainer Horst Zachary hinterher, sichtbar erleichtert, dass es am Ende doch noch klappte.

Und wie! In der 57. Minute war es der erfahrene Hanson Oudekirk, der mit 34 Jahren offenbar beschlossen hatte, das Toreschießen zur Chefsache zu machen. Nach feinem Zuspiel von Xabi Arroyo - der an diesem Abend mehr Kilometer machte als der Linienrichter - nahm Oudekirk Maß und traf flach ins linke Eck. Das 1:0 war hochverdient und löste im Stadion die Art von Jubel aus, bei der selbst die Pommesverkäufer kurz das Frittierfett stehen lassen.

Nur neun Minuten später wiederholte sich das Schauspiel - gleiches Drehbuch, anderer Hauptdarsteller. Laurens Spoor, der schon in der Anfangsphase mehrfach auffällig wurde, setzte sich nach einem Pass (natürlich wieder von Arroyo) auf links durch und nagelte den Ball ins Netz. 2:0, 66. Minute, Spiel gelaufen. Spoor rannte jubelnd vor die Kurve, hob beide Hände und grinste: "Endlich! Ich hab’s schon fünfmal versucht, da muss ja irgendwann einer rein."

Von Staphorst kam dagegen - nun ja - nichts. Kein einziger Schuss auf das Tor, keine echte Chance, kein Moment, in dem Barendrechts Torhüter Garritt Vanderspeigle überhaupt hätte eingreifen müssen. Die Statistik spricht Bände: 25 Torschüsse zu null, 55 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, und eine Zweikampfquote, die mit fast 61 Prozent ebenfalls klar an Barendrecht ging.

Man musste fast Mitleid mit den Gästen haben. Ihr Trainer, dessen Name in den Unterlagen nicht überliefert ist, sah sich nach dem Spiel zu einer ungewöhnlich ehrlichen Analyse gezwungen: "Wir hätten heute wahrscheinlich auch mit zwei Bällen gespielt und trotzdem nicht getroffen." Immerhin blieb es bei Schadensbegrenzung - auch, weil Barendrecht in der Schlussphase eher Kunststücke als Tore suchte.

Eine kleine Randnotiz brachte die 70. Minute: Staphorsts Innenverteidiger Iuliu Konrad sah Gelb, nachdem er Laurens Spoor mit einer Grätsche stoppte, die mehr nach Verzweiflung als nach Timing aussah. Zehn Minuten später revanchierte sich Barendrechts Abwehrmann Carlos Travassos mit einem eigenen gelben Karton, wohl um die Fairness zu wahren. "Ich wollte nur, dass’s ausgeglichen bleibt", grinste Travassos danach.

Ansonsten blieb Barendrecht seiner Linie treu: ruhig, strukturiert, ohne Hektik. Die Taktik blieb über 90 Minuten ausgewogen - keine wilden Pressing-Experimente, kein überzogener Offensivdrang. "Wir wollten einfach geduldig bleiben", erklärte Coach Zachary. "Wenn du 25 Mal aufs Tor schießt, darfst du dich nicht wundern, wenn irgendwann einer reingeht."

Für Staphorst war es ein Abend zum Vergessen. Ihr Torhüter Claudios Devenpeck tat, was er konnte - und das war eine Menge. Ohne ihn wäre es locker zweistellig geworden. Nach dem Spiel sagte er mit einem gequälten Lächeln: "Ich hab mehr Bälle gefangen als in zwei Trainingswochen zusammen. Das spricht wohl Bände."

So stand am Ende ein 2:0, das den Spielverlauf nur unzureichend widerspiegelt - denn Barendrecht war in jeder Hinsicht überlegen. Es war ein Sieg, der nicht nur Punkte, sondern auch Selbstvertrauen brachte. Und während die Fans im Regen noch einmal "Barendrecht, olé!" skandierten, nahm Hanson Oudekirk auf der Bank einen tiefen Schluck Wasser und meinte trocken: "Zwei Tore hätten’s ruhig mehr sein dürfen - aber wir wollen ja nicht unhöflich sein."

Ein Abend, der zeigte: Auch in der dritten Liga kann Dominanz schön anzusehen sein - solange man auf der richtigen Seite steht.

16.12.643993 07:16
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