Voetbal International
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Barendrecht demontiert Volendam - Kolomaznik eröffnet, Spoor und Henriksson vollenden

Manchmal sind Fußballspiele wie schlechte Dates: Man merkt schon nach zehn Minuten, dass das nichts wird - und muss dann trotzdem bis zum bitteren Ende durchhalten. So dürfte es den rund 8.131 Zuschauern im Stadion in Volendam am Freitagabend ergangen sein. Ihr Team verlor am 9. Spieltag der 3. Liga Niederlande (2. Div) klar und deutlich mit 0:3 gegen ein souverän auftretendes Barendrecht.

Dabei begann alles mit einer gewissen Hoffnung. Schon in der 2. Minute zog Laurens Roorback beherzt von rechts ab, und für eine Sekunde glaubte man an das Märchen vom frühen Führungstor. Doch der Ball flog in die Arme des Barendrechter Keepers Garritt Vanderspeigle - und das war’s dann auch mit Volendams Offensivglanz.

Barendrecht dagegen hatte Lust. Viel Lust. Und einen Patrik Kolomaznik, der in der 10. Minute das tat, was Volendam über 90 Minuten nicht gelang: den Ball ins Netz jagen. Nach einer schönen Kombination über die linke Seite zog der 27-Jährige in die Mitte und traf trocken ins lange Eck. Volendams Torhüter Garritt Van Tassel streckte sich vergebens. "Er hat den Ball wahrscheinlich immer noch nicht gefunden", witzelte Barendrechts Trainer Horst Zachary später mit einem breiten Grinsen.

Volendam zeigte danach vor allem eins: Ratlosigkeit. Die wenigen Angriffe verliefen sich in der Barendrechter Ordnung, die so stabil stand wie ein niederländischer Deich im Hochsommer. Stattdessen rollten die Gäste weiter an - und in der 34. Minute war es Laurens Spoor, der nach feinem Zuspiel von Bastiaan Metternich das 0:2 markierte. Spoor, sonst eher der Mann fürs Grobe, traf diesmal mit der Eleganz eines Tänzers. "Ich dachte zuerst, ich bin im Abseits", lachte Spoor später. "Aber dann hab ich einfach weitergemacht - und plötzlich war der Ball drin. Manchmal ist Fußball ganz einfach."

Kurz vor der Pause gab’s dann noch eine Schrecksekunde für Barendrecht: Rechtsverteidiger Bastiaan van Vechten verletzte sich bei einem Zweikampf und musste raus. Für ihn kam Carlos Travassos. Doch selbst das konnte den Spielfluss der Gäste nicht bremsen.

Nach dem Seitenwechsel hatte Volendam kurz die Hoffnung, noch einmal Spannung zu erzeugen. Dreißig Sekunden lang. Dann traf Rudolf Henriksson in der 48. Minute - erneut nach Vorlage von Metternich - zum 0:3. Es war die Art von Tor, bei der man als Zuschauer fast Mitleid mit der Heimmannschaft bekommt. Henriksson schoss so trocken, dass man dachte, er hätte abends noch einen Termin.

Volendam versuchte es noch einmal in der 52. Minute, als Routinier Rutger Dirk aus 18 Metern abzog. Doch Barendrechts Keeper blieb unbeeindruckt. "Ich hatte mehr zu tun, mir die Sonne aus den Augen zu wischen, als Bälle zu halten", sagte Vanderspeigle mit einem Augenzwinkern nach dem Spiel.

Das Spiel wurde im weiteren Verlauf härter - und etwas ruppiger. Gelbe Karten für Volendams Dirk Schuyler (45.) und Noah Schwab (70.) sowie für Barendrechts Maarten van Duzen (78.) sorgten zumindest dafür, dass der Schiedsrichter nicht komplett frieren musste.

Statistisch gesehen war Barendrecht an diesem Abend in fast allen Belangen überlegen: 16 Torschüsse zu 3, 56,5 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von knapp 58 Prozent. Volendam wirkte dagegen wie ein Team im kollektiven Winterschlaf. "Wir haben heute leider alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", murmelte ein sichtlich bedienter Volendam-Kapitän Gijs Courtlandt nach dem Abpfiff. "Aber immerhin sind alle heile geblieben - na ja, fast alle."

Trainer Horst Zachary zeigte sich dagegen zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben solide gespielt, die Chancen genutzt und das Spiel kontrolliert. Mehr will man als Trainer gar nicht. Vielleicht noch einen heißen Tee, aber das ist eine andere Geschichte."

Am Ende blieb ein klarer 0:3-Auswärtssieg für Barendrecht, der in seiner Nüchternheit fast schon brutal wirkte. Volendam verließ das Feld mit hängenden Köpfen, Barendrecht mit breiten Schultern - und Metternich mit zwei Assists und einem Grinsen, das noch bis Rotterdam zu sehen gewesen sein dürfte.

Ein Zuschauer brachte es auf der Tribüne auf den Punkt: "Volendam hätte heute auch mit zwölf Mann gespielt - sie hätten trotzdem kein Tor gemacht."

Vielleicht war’s nur ein schlechter Abend, vielleicht aber auch ein Warnsignal. Für Barendrecht jedenfalls war es ein Statement - und für Volendam ein Spiel, das man am besten schnell vergisst.

Denn wie sagte Trainer Zachary beim Verlassen des Stadions so schön, halb im Spaß, halb im Ernst: "Wenn wir weiter so spielen, müssen wir bald aufpassen, dass uns niemand für die zweite Liga anmeldet."

12.02.643994 02:58
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