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Ayax zu stark für tapferes Tilburg - 3:1 und raus aus dem Pokaltraum

Wer den Pokal liebt, liebt auch seine kleinen Sensationen. Im Stadion von SC Tilburg roch es am Freitagabend tatsächlich kurz nach einem dieser Abende, an denen der Fußball die Hierarchien auf den Kopf stellt. 16.000 Zuschauer froren bei vier Grad und heißem Tee - und bekamen immerhin eine halbe Stunde lang das Gefühl, dass David den Stein schon in der Schleuder hätte. Doch am Ende setzte sich der große Ayax Amsterdam standesgemäß mit 3:1 (2:1) durch und zog in die vierte Runde ein.

Dabei begann alles wie in einem Drehbuch für Romantiker. Die 19. Minute: Ecke von links, Tilburgs Innenverteidiger Hans Vanderbilt steigt hoch, köpft - und trifft! 1:0 für den Außenseiter. Der Stadionsprecher hatte kaum Zeit, das Ergebnis zu verkünden, da grinste Vanderbilt noch in die Kamera. "Ich dachte, ich wach gleich auf", lachte der 22-Jährige später. Die Fans tobten, und Trainer Jochen Eichhorst auf der Gästebank sah plötzlich so aus, als würde er den Rasen gleich selbst betreten wollen.

Doch vier Minuten später war die Märchenstunde vorbei. Der 18-jährige Ayax-Youngster Marnix Osterhoudt, gerade mal seit Sommer in der Profimannschaft, traf mit einem satten Schuss nach Vorlage von Paul Leblanc zum Ausgleich. Ein Tor, das die Hierarchien wieder gerade rückte. "Ich hab einfach abgezogen, bevor ich nachgedacht habe - das hilft manchmal", grinste Osterhoudt nach dem Spiel.

Ayax blieb danach drückend überlegen. Ganze 17 Torschüsse feuerten die Gäste ab, Tilburg kam auf ganze zwei. Der Ballbesitz war mit 50 zu 50 Prozent zwar ausgeglichen, aber das war eine der charmanten Lügen der Statistik. Während Tilburg den Ball meist in der eigenen Hälfte streichelte, spielte Ayax mit chirurgischer Präzision und jugendlicher Dreistigkeit nach vorn.

Kurz vor der Pause fiel dann der Treffer, der die Partie kippen ließ: Lauritz Keese, der bereits zuvor drei Mal am glänzend reagierenden Keeper Reece Bridges gescheitert war, vollendete in der 44. Minute einen mustergültigen Angriff über den rechten Flügel. Wieder war Leblanc der Vorlagengeber - und diesmal zappelte der Ball im Netz. 2:1. Tilburgs Trainer, dessen Name in den offiziellen Unterlagen seltsamerweise fehlt, rief den Vierten Offiziellen an: "Können wir bitte die Uhr anhalten?" - half aber nichts.

Die zweite Hälfte begann mit Mut, aber wenig Mitteln. Tilburg wollte, Ayax konnte. Der junge Vaclav Simak verpasste erst noch das 3:1, ehe er in der 85. Minute nach Vorlage von Oscar Leachman den Deckel draufmachte. "Ich hab’ gar nicht gesehen, dass der Ball drin war - ich hab nur die Hände der Fans gesehen", erzählte Simak später in der Mixed Zone, strahlend wie ein Lotto-Gewinner.

Tilburgs Pechvogel des Abends war Albin Dahlin. Erst bereitete er das 1:0 vor, dann kassierte er in der 22. Minute Gelb - und verletzte sich in der 78. Minute so schwer, dass er ausgewechselt werden musste. "Es war wohl ein Zeichen, dass ich das Spiel nicht zu Ende sehen sollte", sagte er mit schmerzverzerrtem Lächeln.

Ayax-Trainer Jochen Eichhorst zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch. "Wir hätten das früher klar machen müssen", sagte er nüchtern. "Aber Pokal ist Pokal - da zählt nur das Weiterkommen. Und heute haben die Jungs Charakter gezeigt."

Tilburgs Coach - nennen wir ihn einfach "der Mann mit dem Schal" - fasste es auf seine Weise zusammen: "Wir hatten kurz das Gefühl, wir könnten Geschichte schreiben. Dann hat uns Ayax daran erinnert, dass sie die Tinte für solche Geschichten liefern."

Am Ende stand ein verdientes 3:1 für die Gäste, die sich mit jugendlicher Spielfreude und kalter Effektivität durchsetzten. Tilburg verabschiedet sich erhobenen Hauptes - und mit einer Erkenntnis: Man kann gegen Ayax verlieren und trotzdem Beifall bekommen.

Ein älterer Fan auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt: "Wenn du gegen die spielst, musst du hoffen, dass sie den Bus verpassen. Heute waren sie leider pünktlich."

Und so endete ein Pokalabend, der kurz nach Märchen roch, aber dann doch die nüchterne Handschrift des Favoriten trug. Ayax weiter, Tilburg draußen - und irgendwo in der Kabine summte wohl jemand leise: "Vielleicht nächstes Jahr."

11.07.643987 18:10
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