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Ayax stolpert, Eindhoven jubelt: Spätes 1:2 schockt die Amsterdamer

Es war einer dieser Abende in der Johan-Cruyff-Arena, an denen die Zuschauer zwar Fußball sahen - aber nicht den, den sie erwartet hatten. 39.255 Fans hatten sich am 11. Spieltag der 1. Liga Niederlande eingefunden, viele mit der Hoffnung auf eine souveräne Vorstellung ihres Ayax Amsterdam gegen den alten Rivalen PVC Eindhoven. Am Ende gingen sie mit hängenden Schultern nach Hause - Eindhoven stahl die Punkte mit einem 2:1-Sieg, der so spät kam, dass mancher Ordner schon den Ausgang inspizierte.

Das Spiel begann, wie so oft, mit gepflegtem Ballbesitz der Hausherren. 58 Prozent Ballkontrolle, feines Passspiel - Ayax zeigte, dass man die Kugel durchaus lieben kann, auch wenn sie dafür nicht ins Tor will. Bereits in der 3. Minute prüfte Stephane Robert den gegnerischen Keeper Fotios Siontis mit einem knackigen Schuss, der so scharf war, dass der Torwart danach kurz seine Handschuhe musterte, als wären sie schuld.

Doch dann kam die 9. Minute, und mit ihr Lars Cure. Der junge Linksverteidiger von Eindhoven, eigentlich mehr für Grätschen als für Glanz zuständig, marschierte nach einem Doppelpass mit Gregor Houghtailing wie ein wilder Stier in den Strafraum und drosch den Ball unter die Latte - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, vielleicht war’s Glück, vielleicht göttliche Eingebung", grinste Cure nach Abpfiff.

Ayax schüttelte sich kurz, dann begann das gewohnte Spiel: viel Ball, wenig Ertrag. Lucas O’Dea zog die Fäden im Mittelfeld, Daniel Willoughby und Lauritz Keese rackerten vorn, aber der Erfolg blieb aus. Bis zur 40. Minute. Da spielte O’Dea einen Pass, so präzise, dass man ihn einrahmen könnte, und Keese verwandelte eiskalt zum 1:1. Das Stadion bebte - endlich schien der Bann gebrochen. "Ich dachte, jetzt kippt das Spiel", sagte Trainer Jochen Eichhorst später. "Tja, dachte ich."

Denn nach der Pause tat sich Ayax weiterhin schwer, aus der spielerischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Eindhoven, taktisch von Markus Frey auf "kontrollierten Beton" eingestellt, lauerte auf Konter. Thijs Dorland sah Gelb, Azmi Ramon wurde eingewechselt, und hinten hielt Paunovic die Abwehr zusammen wie ein erfahrener Maurer.

In der 60. Minute wechselte Eichhorst: Veselin Anicic kam für den müden Severin Bak, später ersetzte Lars Vanderveer den Torschützen Keese. "Ich wollte frische Beine bringen", erklärte der Coach. Leider brachte er damit auch frische Verwirrung in die Offensivabläufe.

Eindhoven dagegen roch die Chance. In der Schlussphase wurde das Spiel ruppiger, Harold Putnam musste nach einer Verletzung behandelt werden, und das Tempo nahm zu. Die Gäste setzten auf lange Bälle, Ayax auf Geduld - eine ungleiche Ehe.

Dann die 89. Minute. Ecke Eindhoven. Der Ball segelt halbhoch in den Strafraum, Ayax-Keeper Henry Besson zögert, und plötzlich fliegt Nenad Paunovic heran - Innenverteidiger, 33, mit der Anmut eines fallenden Baumes, aber mit maximaler Wucht. Kopfball, Tor, 1:2. Das Stadion verstummte.

"Ich hab einfach gehofft, dass mich keiner trifft", sagte Paunovic später schmunzelnd. "Zum Glück hab ich den Ball zuerst erwischt." Trainer Frey ergänzte trocken: "Das war taktisch genau so geplant - also, fast."

Ayax versuchte in den letzten Minuten noch, das Unvermeidliche zu verhindern, doch die Luft war raus. Sieben Torschüsse, kein weiterer Treffer. Eindhoven hatte einen weniger, dafür zwei Tore mehr - Mathematik, die wehtut.

Jochen Eichhorst wirkte nachdenklich: "Wir haben gut gespielt, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Heute war’s eher ein Schönheitsfehler." Sein Gegenüber Frey hingegen grinste in die Mikrofone: "Wenn du in Amsterdam gewinnst, musst du nicht erklären, wie."

Das Publikum verabschiedete seine Elf mit höflichem Applaus - halb Anerkennung, halb Trost. Auf den Rängen hörte man einen Fan murmeln: "58 Prozent Ballbesitz, und trotzdem verlieren - das ist Ayax pur."

Am Ende blieb das Gefühl, dass Ayax sich selbst geschlagen hatte, während Eindhoven mit Cleverness und einer Prise Glück die Punkte entführte. Vielleicht war’s kein Fußballfest, aber eine lehrreiche Episode in Sachen Effizienz.

Ayax stolpert, Eindhoven jubelt - und irgendwo zwischen Latte und Linienrichter lag die Wahrheit dieses Spiels: Wer Tore schießt, hat recht.

Und das wusste an diesem Abend nur eine Mannschaft.

15.05.643987 00:30
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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