// Startseite
| Voetbal International |
| +++ Sportzeitung für Niederlande +++ |
|
|
|
Amsterdam - 38.488 Zuschauer im Johan-Cruyff-Stadion sahen am Freitagabend ein Spiel, das wieder einmal bewies: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. Ayax Amsterdam besiegte den FC Sittard mit 3:1 (1:1) und machte dabei aus weniger Spielanteilen das Maximum. Trainer Jochen Eichhorst grinste nach Abpfiff verschmitzt: "Wir hatten den Ball vielleicht nicht so oft, aber wir wussten wenigstens, was wir damit anfangen wollten." Von Beginn an war klar, dass Sittard mitspielen wollte - und das taten sie auch. 54 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse, ordentlich Kombinationsspiel. Doch Ayax, in gewohnter Offensivhaltung, zeigte sich in den entscheidenden Momenten einfach kaltschnäuziger. Bereits in der 5. Minute prüfte Lars Vanderveer den Sittarder Keeper Karol Vencel - ein erster Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte. Die Gäste antworteten munter: Elmo Barhydt, quirliger Rechtsaußen mit einer Frisur, die an einen übermotivierten Popstar erinnerte, setzte gleich dreimal gefährlich an. Einer seiner Schüsse (17.) zwang Ayax-Torwart Henry Besson zu einer Flugeinlage, die so spektakulär war, dass selbst die hintere Tribüne kurz applaudierte. In der 33. Minute dann der erste Treffer des Abends: Espen Coeyman, der linke Mittelfeldmotor der Amsterdamer, vollendete nach feinem Zuspiel von Lucas O’Dea zum 1:0. Ein Schuss flach ins lange Eck - Lehrbuchstoff. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Coeyman hinterher lachend. "Wenn ich nachdenke, geht der Ball meistens drüber." Doch die Freude währte kurz. Nur zwei Minuten später konterte Sittard über Damian Albentosa, der mustergültig auf den 19-jährigen Gregor Weidman flankte. Der Youngster nickte ein - 1:1. "Ich hab den Ball gar nicht richtig gesehen, nur gespürt", meinte Weidman verschmitzt. Es war sein erstes Saisontor und ein kleiner Schock für die Gastgeber, die sich danach in die Pause retteten. Nach dem Seitenwechsel kam Ayax mit frischem Schwung - und frischem Personal: Vaclav Simak ersetzte Daniel Willoughby, und kaum zehn Minuten später machte der junge Tscheche das, wofür er kam. In der 55. Minute drückte er eine Hereingabe von Stephane Robert über die Linie. 2:1 - das Stadion bebte. Sittard wirkte kurz geschockt, und Ayax nutzte das Momentum. Nur sieben Minuten später sorgte Lars Vanderveer für die Entscheidung. Wieder war Lucas O’Dea beteiligt, der mit Übersicht und Tempo den Pass in den Lauf spielte. Vanderveer blieb cool, schob ein, 3:1. "Ich dachte, ich hätte abseits gestanden", gab der Torschütze später grinsend zu. "Zum Glück dachte der Schiedsrichter was anderes." Danach verwaltete Ayax klug. Zwar versuchte Sittard alles - Godewyn Van Schoonhoven feuerte gleich dreimal in kurzer Folge (74., 78., 80.), doch Besson hielt, was zu halten war. Trainer Patrick We, sichtlich genervt, kommentierte trocken: "Wir hatten mehr Ball, mehr Schüsse, mehr Frust. Das ist wohl Effizienzunterricht auf Niederländisch." In der Schlussphase wurde’s noch einmal ruppig: Gelb für Gottfried Sleeper (27.) und in der 90. Minute auch für Ayax’ Oskar Ottosen, der offenbar vergessen hatte, dass Trikotziehen nicht als Tanzfigur gilt. Statistisch gesehen war Sittard nah dran: 54,7 Prozent Ballbesitz, fast ausgeglichene Zweikampfquote, doch Ayax nutzte 3 ihrer 14 Schüsse - Sittard traf nur einmal aus zwölf Versuchen. Manchmal liegt eben in der Einfachheit der Erfolg. Trainer Eichhorst fasste es nach dem Spiel charmant zusammen: "Wir spielen nicht, um schön auszusehen. Dafür haben wir unsere Trikots. Wir spielen, um zu gewinnen." Und so ging ein unterhaltsamer Abend zu Ende, an dem Ayax den Pragmatismus zelebrierte und Sittard trotz ansehnlichem Spiel mit leeren Händen dastand. Ein Zuschauer brachte es beim Hinausgehen auf den Punkt: "Sittard hatte das Spiel, Ayax das Ergebnis." Und das ist, wie man weiß, die einzige Statistik, die am Ende zählt. 21.04.643987 17:43 |
Sprücheklopfer
Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
Felix Magath