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Ayax ringt Den Haag nieder - und das Stadion atmet auf

Das war nichts für schwache Nerven: Ayax Amsterdam schlägt am 29. Spieltag der 1. Liga Niederlande den FC Den Haag mit 2:1 (1:1). 34.117 Zuschauer im Johan-Cruyff-Stadion erlebten ein Spiel, das so wild begann wie ein Gewitter über der Nordsee - und das erst in der zweiten Halbzeit die Erlösung brachte.

Kaum hatte Schiedsrichter van der Linde angepfiffen, da bebte schon der Rasen. In der 2. Minute hämmerte Lars Vanderveer, der flügelflinke Linksaußen der Amsterdamer, den Ball nach einer Vorlage von Rechtsverteidiger Eric Lindblom ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Vanderveer nach dem Spiel, "aber dann dachte ich mir: Ach, was soll’s, schießen kann man ja mal."

Doch wer dachte, Den Haag würde sich nach diesem frühen Schock ergeben, irrte gewaltig. Nur sechs Minuten später - Spielminute 8 - schlug der junge Cafer Sedef zurück, eiskalt wie ein nordischer Profi. Nach feinem Zuspiel des quirligen Onur Ates schob der 22-Jährige zum 1:1 ein. Ayax-Torhüter Henry Besson sah dem Ball nur noch hinterher und murmelte später, halb im Spaß: "Ich hab ihn schon kommen sehen - aber leider war ich nicht rechtzeitig beim Ball, sondern nur beim Gedanken."

Die Gäste, trainiert von Bronco Capone, spielten mutig weiter, feuerten aus allen Lagen. 13 Torschüsse standen am Ende zu Buche - fünf mehr als bei Ayax. Besonders Agustin Ibanez wirbelte auf der linken Seite und prüfte Besson mehrfach, doch der blieb nach dem frühen Gegentor stabil. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur verteidigen können", sagte Capone nach Abpfiff, "und ehrlich gesagt, manchmal dachte ich, wir wären das Heimteam."

Tatsächlich hatte Den Haag fast gleich viel Ballbesitz (49,7 Prozent) und gewann sogar etwas mehr Zweikämpfe. Doch Ayax machte das, was gute Teams eben tun: Sie nutzten ihre Chancen.

In der 47. Minute, direkt nach Wiederanpfiff, war es dann Daniel Willoughby, der die Fans entzückte. Eine butterweiche Flanke von Humberto Travassos segelte in den Strafraum, Willoughby stieg höher als Van Buren im Tor und köpfte zum 2:1 ein. "Ich hab kurz überlegt, ob ich köpfen oder nachdenken soll", witzelte Willoughby später, "zum Glück hab ich mich fürs Köpfen entschieden."

Trainer Jochen Eichhorst wirkte danach erstaunlich gelassen. "Unsere Jungs haben heute Charakter gezeigt. Es war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte sind drei Punkte - und die nehmen wir gern mit."

In den Folgeminuten passierte, was passieren musste: Den Haag rannte an, Ayax verteidigte mit allem, was Beine hatte. In der 75. Minute zog erneut Cafer Sedef ab, aber Besson fischte den Ball aus dem Winkel - ein Moment für die Highlight-Zusammenfassung. Und als in der 94. Minute der eingewechselte Stephane Robert noch einmal für Ayax konterte, hielt das Stadion kollektiv den Atem an. Sein Schuss landete knapp neben dem Pfosten.

Beide Teams hatten ihre taktischen Pläne schon früh auf Angriff gestellt - "Offensiv" stand auf dem Papier, und genau so sah es aus. Pressing bis zur letzten Minute, Einsatz bis zum Umfallen. Am Ende war es jedoch die Effizienz, die den Unterschied machte.

"Wir hätten mindestens ein Unentschieden verdient", knurrte Den-Haag-Kapitän Eric Dahlstrom beim Verlassen des Platzes. "Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Heute war Ayax einfach ein bisschen cleverer - oder glücklicher."

Vielleicht war es beides. Während Eichhorst seine Spieler nach Abpfiff nacheinander umarmte, stand Capone mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und blickte in die Ferne, als würde er schon die nächste Trainingseinheit planen.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit Applaus, der mehr Erleichterung als Begeisterung verriet. Nach diesem turbulenten Abend war klar: Ayax bleibt im Rennen um die oberen Tabellenplätze, Den Haag muss dagegen weiter zittern.

Und irgendwo in der Kabine, so erzählte man später, soll Vanderveer mit einem breiten Grinsen gesagt haben: "Wenn wir weiter so anfangen, brauchen wir bald gar keine zweiten Halbzeiten mehr."

Ein Vorschlag, der vermutlich nur bei den Fans auf Zustimmung stoßen würde. Doch an diesem Freitagabend in Amsterdam war das egal - das Ergebnis stimmte, die Laune sowieso.

20.12.643987 21:50
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