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Eredivisie | 33. Spieltag | 13.09.26 | Ayax Amsterdam - Capelle 3:0 Dabei war Capelle keineswegs bloß als höflicher Gast angereist, der nach dem Abpfiff die drei Punkte ordentlich verpackt überreicht. Die Gäste besaßen sogar knapp mehr Ballbesitz: 50,7 Prozent standen am Ende für Capelle zu Buche, Ayax kam auf 49,3. Der Unterschied lag also nicht im langen Halten des Balles, sondern darin, was anschließend damit geschah. Ayax schoss zwölfmal auf das Tor, Capelle nur fünfmal. Fußball ist eben manchmal ein ungerechtes Spiel - besonders für Mannschaften, die den Ball gerne besitzen, ihn aber offenbar nicht zu lange in Richtung Strafraum tragen möchten. Ayax begann offensiv und mit ausgewogenem Passspiel. Das klingt nach einem taktischen Plan, ist aber vermutlich auch die höfliche Umschreibung für: Wir wollen nach vorne, ohne dabei völlig die Kontrolle zu verlieren. Schon in der siebten Minute prüfte Pauel Van Dyck den Torhüter Pedro Pere. Capelle antwortete vier Minuten später durch Mirko Mamic. Die Partie war offen, doch Ayax wirkte zielstrebiger. In der 16. Minute fiel schließlich das 1:0. Gottfried Mesick, der zentrale Mittelfeldspieler, schloss eine Aktion nach Zuspiel von Sascha Fuchs ab. Mesick hatte zuvor bereits auf das Tor geschossen - offenbar war der erste Versuch eher die Generalprobe, der zweite dann die Premiere mit Publikum. Auf den Rängen brandete Jubel auf, während sich Capelle vermutlich fragte, ob 49 Prozent Ballbesitz auch dann zählen, wenn der Gegner daraus ein Tor macht. Ayax blieb gefährlicher. Van Dyck tauchte mehrfach auf, Lovre Jurcevic sorgte im Zentrum für Unruhe, und Moshe Melchior prüfte Capelles Abwehr kurz vor der Pause. Capelle kam durch Walter Albert zu einer Möglichkeit, doch zur Halbzeit stand es folgerichtig 1:0. Folgerichtig im sportlichen Sinn, nicht unbedingt im Besitzfußball-Sinn. Nach dem Seitenwechsel wurde die Begegnung etwas zerfahrener. Carles Herrera sah in der 46. Minute Gelb, später wurden auf beiden Seiten personelle Änderungen vorgenommen. In der 56. Minute musste zudem Tord Uggla behandelt werden. Capelles Dennis Spizak und Guillaume Leblanc holten sich ebenfalls Verwarnungen ab. Es war kein brutales Spiel, aber eines, in dem die Schiedsrichterkarte gelegentlich mehr Bewegung zeigte als manche Angriffsbemühung der Gäste. Die Entscheidung fiel in der 71. Minute. Jurcevic traf zum 2:0, Mesick lieferte die Vorlage. Der Mittelfeldspieler war damit an beiden ersten Treffern beteiligt - ein Arbeitstag, der sich sehen lassen konnte. "Ich habe einfach weitergemacht, bis der Ball endlich das tat, was wir wollten", lautet ein sinngemäßes, nicht wörtlich überliefertes Zitat, das man Mesick nach dieser Leistung durchaus in den Mund legen könnte. Sechs Minuten später setzte Daniel Willoughby den Schlusspunkt. Der 36-Jährige vollendete nach Zuspiel von Miguel Bertran zum 3:0. Capelle hatte danach noch einzelne Abschlüsse, unter anderem durch Pim Houghtailing, doch Ayax ließ nichts mehr anbrennen. Trainer Jochen Eichhorst durfte seine offensive Grundordnung bis zum Ende beibehalten, auch wenn Ayax in der Schlussphase sichtbar Kräfte sparte. "Am Ende war die Rechnung einfach: weniger Ball, mehr Wirkung", könnte Eichhorsts nüchterne Bilanz gelautet haben. Eine echte Aussage ist das nicht - aber eine ziemlich passende Zusammenfassung. Ayax gewann 3:0, Capelle gewann immerhin die Ballbesitzstatistik. Für den Tabellenkeller der Fußballromantik ist das sicher ein kleiner Pokal. 13.09.2026 22:15 |
Sprücheklopfer
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte