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Atletico Tacuarembo dreht wildes 3:2 gegen Cerrense - Doyle tanzt den Rückstand weg

Es war einer dieser Abende im Estadio Municipal von Tacuarembo, an denen 41.912 Zuschauer ahnten, dass sie ihr Ticket nicht umsonst bezahlt hatten - und an denen die Abwehrreihen beider Teams wohl lieber auf der Tribüne gesessen hätten. Atletico Tacuarembo besiegte CD Cerrense mit 3:2 (2:2) nach einem turbulenten, fast slapstickhaften Schlagabtausch, in dem Ellis Doyle zweimal traf und dabei so elegant wirkte, als hätte er den Ball persönlich zum Abendessen eingeladen.

Schon nach neun Minuten war die heimische Euphorie erst einmal eingefroren. Cerrenses Routinier Gerd Vilhelmsen, 33 Jahre jung, schlich sich auf der linken Seite davon und jagte den Ball unhaltbar ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später, "aber dann hat der Ball wohl eigene Pläne gehabt." Trainer Leahcim Gnipeur schlug nur die Hände über dem Kopf zusammen - aus Freude oder Fassungslosigkeit, das blieb sein Geheimnis.

Doch Atletico antwortete prompt. In Minute 14 legte Caio Niguez sehenswert quer, und Ellis Doyle, Herr der linken Außenbahn und Liebling der Tribüne, verwandelte trocken. Kaum hatten sich die Fans wieder hingesetzt, schlug Cerrense durch Ryan Skene zurück (15.). Der Schotte im Cerrense-Trikot nutzte eine kurze Siesta der Heimabwehr - und plötzlich stand es 1:2. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", rechtfertigte sich Innenverteidiger Onat Bartu später in der Mixed Zone, "aber er war’s leider nicht."

Das Spiel war nun ein offener Schlagabtausch, ein Fest für alle, die Statistiken lieben: 12 Torschüsse für Tacuarembo, 7 für Cerrense, 55 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber - und gefühlt 100 Herzinfarktmomente für Trainer Matheo Ronaldo an der Seitenlinie. "Ich hab’ heute mehr Kalorien verbrannt als mein Stürmer", keuchte er nach dem Spiel und griff sich an den Hals, als wolle er prüfen, ob seine Stimme noch da war.

Kurz vor der Pause dann der Moment, der das Stadion explodieren ließ: Gabriele Mandatoriccio, bis dahin eher durch Frisur als Zielgenauigkeit aufgefallen, fasste sich in der 44. Minute ein Herz und traf nach Zuspiel von Alex Dominguez zum 2:2. "Der Ball kam perfekt - so perfekt, dass ich gar nicht mehr nachdenken musste", jubelte Mandatoriccio später, während Dominguez lachend einwarf: "Das ist bei Gabriele ohnehin nie das Problem."

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel rauer. Cerrense zeigte Zähne - im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Xuarez, Brinkmann und später Jakobsen kassierten Gelb, während Tacuarembo mit Bartu (67.) und Doyle (84.) ebenfalls Farbe bekennen musste. "Wenn du gegen Cerrense spielst, musst du dein Trikot nachher neu zusammennähen", meinte Doppeltorschütze Doyle, der sich den Schweiß von der Stirn wischte.

Die Entscheidung fiel in der 77. Minute, als wieder Ellis Doyle auftauchte - dieses Mal nach einer Dominguez-Flanke, die so präzise kam, dass man sie hätte einrahmen können. Doyle köpfte zum 3:2, und das Stadion bebte. Trainer Ronaldo sprang an der Seitenlinie so hoch, dass man kurz befürchten musste, er lande auf dem Spielfeld. "Ich hab’ geschrien, bevor der Ball überhaupt im Netz war", gestand er später.

Cerrense warf danach alles nach vorne, wechselte frische Flügel ein - Hugo Pacos und Adrian Tonel kamen, um das Spiel zu drehen. Doch Atletico stand stabil, auch wenn Torhüter Joseba Ronaldo einmal mehr die Nerven seines Trainers testete, als er in der 88. Minute einen Rückpass artistisch über den eigenen Kasten lupfte. "Ich wollte das Spiel schnell machen", erklärte er trocken, woraufhin Kapitän Sutherland murmelte: "Dann mach es nächstes Mal bitte nicht so schnell."

Am Ende blieb es beim 3:2 - ein Ergebnis, das so gerecht wie unterhaltsam war. Atletico Tacuarembo zeigte die reifere Spielanlage, Cerrense die größere Leidenschaft. Beide Teams lieferten sich ein Duell, das die Fans wohl noch lange erzählen werden.

"So ein Spiel ist Werbung für den Fußball - und schlecht für den Puls", sagte Reporter-Kollege Jorge mit einem Grinsen auf der Pressebank. Und tatsächlich: Wenn Atletico Tacuarembo weiterhin so spielt, sollte man jedem Zuschauer beim Einlass gleich ein Beruhigungsmittel mitgeben.

Denn eines ist sicher: In Tacuarembo wird nicht nur Fußball gespielt - hier wird Drama inszeniert. Und diesmal endete die Vorstellung mit Applaus, Konfetti und drei Punkten für die Gastgeber.

04.12.643993 18:37
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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