Sport-Blick
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Altstetten besiegt Luzern spät - Mai sorgt für Winterglanz

Ein kalter Februarabend, 40.945 Zuschauer im Stadion Altstetten - und ein Spiel, das erst in den letzten Minuten richtig heiß wurde. Der FC Altstetten gewann am 33. Spieltag der 1. Liga Schweiz mit 2:1 gegen Blau-Weiss Luzern, und das mit einem Schuss Dramatik, den selbst ein Drehbuchautor nicht besser hätte schreiben können.

Trainer Simon Baudach stand nach Schlusspfiff mit einem breiten Grinsen vor den Mikrofonen. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon friert, dann lauft wenigstens warm. Und siehe da - sie haben’s wörtlich genommen", schmunzelte der Altstetter Coach.

Dabei begann die Partie alles andere als gemütlich. Schon in der zweiten Minute holte sich Altstettens Abwehrveteran Guy Letourneur eine frühe Gelbe Karte ab - vermutlich, um zu zeigen, wer im eigenen Strafraum das Sagen hat. "Ich hab nur die Richtung anzeigen wollen", verteidigte sich der 34-Jährige später augenzwinkernd.

Altstetten übernahm schnell die Kontrolle, spielte offensiv mit langen Bällen und hatte mit 57,8 Prozent Ballbesitz das Heft in der Hand. Die ersten Chancen ließen nicht lange auf sich warten: Martin Auch (10.) und Gökay Gönül (15.) prüften Luzerns Keeper Lasse Rauch, der allerdings seinen Nachnamen Lügen strafte und brennend heiß hielt.

In der 42. Minute dann das erste Mal Jubel: Nach einem weiten Ball von Innenverteidiger Letourneur setzte sich Marcio Alves kraftvoll durch, dribbelte noch einen Verteidiger aus und schob eiskalt zum 1:0 ein. "Ich hab gesehen, dass der Torwart leicht wackelt - also hab ich’s einfach probiert", lachte Alves später. Ein klassisches Stürmertor - direkt, entschlossen, unaufgeregt.

Doch kaum war die Pause vorbei, schlug Luzern zurück. In der 46. Minute kombinierte sich Julien Achard durchs Zentrum, steckte auf Roger Römer durch - und der 22-Jährige blieb cool. 1:1. Trainer Reinhard Wild schlug dabei die Hände über dem Kopf zusammen, allerdings aus Freude. "Endlich mal ein Angriff, der so läuft, wie ich ihn im Training zeichne", grinste er.

Das Spiel kippte nun hin und her. Altstetten blieb feldüberlegen, Luzern konterte gefährlich. Beide Teams lieferten sich eine offene Schlacht mit insgesamt 20 Torschüssen - 12 für Altstetten, 8 für Luzern. Besonders auffällig: Der 17-jährige Luzerner Phillip Lavoie, der nach einer Stunde für Mantovani kam, zeigte keine Spur von Nervosität. "Ich dachte, ich wär noch in der U19", sagte er später lachend.

Das entscheidende Kapitel schrieb aber Altstettens Joker Sascha Mai. Der 20-Jährige kam in der 78. Minute für Martin Auch - und nur fünf Minuten später stand er im Mittelpunkt. Nach einem präzisen Pass von Gökay Gönül zog Mai aus halblinker Position ab, der Ball schlug unhaltbar im rechten Eck ein. 83. Minute, 2:1, das Stadion tobte. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", meinte Mai. "Vielleicht war das genau das Richtige."

Luzern warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, doch der Wille reichte nicht. Stattdessen kassierte Diego Giuliani (63.) Gelb, Dylan Bosworth verletzte sich kurz vor Schluss (88.), und die Hoffnung auf einen Punkt verflog mit jedem Altstetter Konter.

In der Nachspielzeit sah auch Altstettens Mittelfeldmann Curt Aimee noch Gelb - eine Art Trophäe für 90 Minuten Kampf. Der Rest war Jubel, Applaus und ein sichtlich erleichterter Trainer Baudach. "Wir haben gezeigt, dass wir auch mal ein dreckiges Spiel gewinnen können", sagte er. "Und dass junge Spieler wie Mai Verantwortung übernehmen - das ist Gold wert."

Luzerns Coach Wild nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wir haben heute alles gegeben - fast alles. Vielleicht lassen wir das nächste Mal die Geschenke zu Hause."

Statistisch gesehen war Altstetten an diesem Abend schlicht reifer: mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Ideen. Und am Ende auch mehr Tore. Der Sieg festigt den Platz im oberen Tabellendrittel, während Luzern weiterhin um den Klassenerhalt kämpfen muss - mit einer Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und defensiver Nervosität.

Ein Fan fasste es auf der Tribüne treffend zusammen: "Altstetten spielt manchmal wie ein Puzzle - aber heute haben die Teile endlich gepasst."

So bleibt der 2:1-Erfolg nicht nur ein weiterer Sieg auf dem Papier, sondern ein kleiner Wintermärchen-Moment für die Altstetter, die mit warmen Herzen in die kalte Februarnacht hinausgingen.

13.04.643990 16:47
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