Sport-Blick
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Abbadies Blitztor lässt Chur jubeln - Racing GE rennt vergeblich an

Ein Tor nach 47 Sekunden - das klingt nach einem Traumstart. Für den FC Chur war es genau das. Für Racing Club Genève dagegen ein Albtraum, der sich über 90 Minuten nicht mehr auswischen ließ. 11.782 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion an der Oberalpstraße sahen am Samstagabend beim 1. Spieltag der 3. Liga Schweiz (1. Div) ein Spiel, das mit einem Knall begann und dann langsam, aber sicher in taktische Geduld überging.

Bereits nach dem ersten Angriff zappelte der Ball im Netz. Nicolas Rochefort flankte von links, Torsten Abbadie nahm den Ball volley - und ehe Racing-Torhüter Olivier Benoist auch nur "Servus" sagen konnte, stand es 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Abbadie nach dem Spiel verschmitzt. "Aber wenn der Ball so schön liegt, darf man ja mal probieren."

Churs Trainer - der sich diesmal betont gelassen gab - musste sich das Lächeln jedoch verkneifen, als er die Uhr sah: 00:47 Minuten, der schnellste Treffer des Spieltags. Danach nahm sein Team das Tempo raus, wohl wissend, dass frühe Euphorie oft zu frühem Chaos führt.

Racing Club GE, angeführt von Trainer Truthan Trainer (ja, so steht’s wirklich auf der Liste), versuchte, den Schock wegzuschütteln. "Wir wollten offensiv starten", erklärte der Coach später, "aber wir haben vergessen, dass man auch verteidigen muss." Seine Elf - jung, wild und mit einem Altersdurchschnitt von knapp 22 Jahren - brauchte eine Viertelstunde, um sich zu sortieren. Dann begann das große Anrennen.

Mathias Wild, der 19-jährige Rechtsaußen, prüfte Churs Keeper Heinz Dietrich in der 6. Minute, später in der 33. und erneut in der 63. Minute - immer ohne Erfolg. Dietrich, ein Mann mit der Ruhe eines Bergsees, kommentierte das später trocken: "Wenn die Bälle alle auf mich kommen, kann ich sie auch halten."

Chur kontrollierte das Spiel mit über 61 Prozent Ballbesitz und 12 Torschüssen, während Racing zwar achtmal aufs Tor zielte, aber selten zwingend wurde. Die Hausherren kombinierten ruhig, manchmal fast zu ruhig, als wollten sie dem Publikum zeigen, wie schön man den Ball in der eigenen Hälfte laufen lassen kann.

In der 44. Minute wurde’s dann hitzig: Racing-Verteidiger Thomas Eckert sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen Abbadie. "Ich wollte nur den Ball", beteuerte er, während Abbadie sich das Knie rieb und mit einem süffisanten "Den hast du auch getroffen - aber leider meinen" konterte.

Nach der Pause kam Racing mit drei frischen Kräften: Staunton, Halvorsen und Featherstone sollten für mehr Druck sorgen. Doch kaum war Halvorsen auf dem Platz, musste Eric Balzac, der bis dahin noch einer der Aktivposten war, verletzt runter - ein herber Rückschlag.

Die zweite Halbzeit verlief nach dem Muster: Racing rannte, Chur verwaltete. Linus Bosse hatte in der 73. und 80. Minute noch zweimal die Chance, das Spiel zu entscheiden, scheiterte aber an Benoist, der sich mit zwei Glanzparaden rehabilitierte.

In den Schlussminuten warfen die Gäste alles nach vorn. Sandor Bíro, der ungarische Mittelstürmer, versuchte es gleich dreimal (56., 84., 87.), doch seine Schüsse fanden alle den Weg in Dietrichs Handschuhe. Auf der Tribüne wurde gemunkelt, Dietrich habe magnetische Handschuhe - zumindest fühlte es sich für Bíro so an. "Ich habe alles gegeben", stöhnte der junge Stürmer nach Abpfiff, "aber der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht war das Tor zu klein."

Racing sammelte in der Schlussphase noch zwei weitere Gelbe Karten - Dieter Hartung (72.) und erneut der ungestüme Wild (85.) - und beendete das Spiel leicht frustriert, aber nicht gebrochen. "Wir haben Moral gezeigt", sagte Trainer Trainer (der Name passt einfach zu gut, um ihn nicht zu wiederholen). "Wenn man so früh ein Tor kassiert, kann es auch schlimmer enden."

Chur dagegen freute sich über einen gelungenen Start in die Saison. Abbadie wurde zum Mann des Abends gewählt, Rochefort bekam ein Schulterklopfen extra. Und Torhüter Dietrich? Der grinste nur und sagte: "Ein zu null ist das schönste Ergebnis - vor allem, wenn man fast nichts zu tun hat."

So endete ein Spiel, das früh entschieden war, aber nie langweilig wurde. Chur zeigte Routine, Racing zeigte Herz, und die Zuschauer zeigten Geduld. Und irgendwo, hoch über dem Platz, dürfte ein Fußballgott geschmunzelt haben: Manchmal reichen 47 Sekunden, um ein ganzes Spiel zu schreiben.

09.06.643990 09:37
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