Jamaica News Bulletin
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Zerplatzte Träume in Duncan: Spanish Town siegt spät mit 2:1

Ein warmer Februarabend, 45.668 Zuschauer, Karibikluft und jede Menge Emotionen - das Spiel zwischen den Duncan Destroyers und Spanish Town am 8. Spieltag der 1. Liga Jamaica hatte alles, was ein Fußballabend braucht: frühe Euphorie, späte Ernüchterung und eine rote Karte, die selbst den Schiedsrichter erröten ließ.

Schon in der ersten Minute ließ Nenad Rukavina die Fans der Destroyers aufhorchen, als er mit einem platzierten Schuss die Richtung des Abends vorgab. "Ich wollte gleich zeigen, dass wir da sind", sagte der 33-jährige Flügelstürmer später. Und tatsächlich: Die Gastgeber kamen schwungvoll aus der Kabine, mit beherztem Einsatz und einem klaren Plan, über die Flügel Druck aufzubauen.

In der 23. Minute platzte das Stadion förmlich: Wieder Rukavina, diesmal nach präziser Vorarbeit von Billy Malfoy, traf zum 1:0. Malfoy grinste nach dem Tor breit: "Ich hab’ den Ball einfach reingespielt, und Nenad macht den Rest - das war fast zu einfach." Vielleicht zu einfach, wie sich herausstellen sollte. Denn wer zu früh jubelt, bekommt im Fußball oft die Quittung.

Spanish Town, das Team von Trainer Ioannis Exis, ließ sich nicht beeindrucken. Der Grieche an der Seitenlinie blieb stoisch, während seine Mannschaft langsam, aber stetig die Kontrolle übernahm. Mit 53 Prozent Ballbesitz und ganzen 18 Torschüssen deutete sich an, dass der Ausgleich nur eine Frage der Zeit war.

Kurz vor der Pause dann der Dämpfer für Duncan: In der 45. Minute flankte Verteidiger Laurent Gady von hinten heraus, George Deschanel stieg hoch und köpfte zum 1:1 ein. "Ich hab gar nicht gesehen, dass der Ball kommt, ich hab’s einfach probiert", lachte der 24-Jährige nach Spielende. Der Lärm im Stadion kippte in ein kollektives Raunen - das Momentum war dahin.

Nach der Pause versuchten die Destroyers, wieder Zugriff zu bekommen. Doch während sie taktisch "balanced" blieben, schaltete Spanish Town auf "offensive" plus "strong" aggressivity - klingt nach Statistik, sah aber auf dem Platz schlicht nach mehr Biss aus.

In der 57. Minute fiel dann der Knackpunkt: Linksverteidiger Sebastien Leachman schickte einen langen Ball in den Lauf von Meik Berard, und der Mittelstürmer verwandelte eiskalt zum 2:1 für Spanish Town. "Das war der Moment, in dem wir gemerkt haben: Heute geht was", grinste Berard später, noch mit Grashalmen im Haar. Der Treffer war verdient, denn die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt bereits das Chancenverhältnis klar auf ihrer Seite.

Duncan kämpfte, aber es fehlte die letzte Durchschlagskraft. Jacob Guillory prüfte in der 90. Minute noch einmal den Keeper Christophe Marcel, doch der 23-jährige Schlussmann hielt mit einer Flugeinlage, die selbst die gegnerischen Fans applaudieren ließ.

Trainer Exis lobte nach dem Spiel seine Mannschaft: "Wir haben ruhig geblieben, auch als es hektisch wurde. Das war der Schlüssel." Sein Gegenüber, dessen Name in den Unterlagen kurioserweise nicht vermerkt ist, wirkte dagegen bedient. "Wenn du führst und dann zwei Tore kassierst, fühlst du dich wie in einem schlechten Witz", murmelte er, bevor er in die Kabine verschwand.

Für zusätzliche Dramatik sorgte in der Nachspielzeit noch Diamantis Papadopoulos, der nach einem übermotivierten Einsteigen glatt Rot sah. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte er sich, während sein Trainer die Hände über dem Kopf zusammenschlug.

Am Ende blieb die Erkenntnis: Spanish Town hatte mehr vom Spiel, mehr Ideen, mehr Schüsse - und mit 2:1 am Ende auch mehr Tore. Die Destroyers dagegen müssen sich fragen, wie man mit acht eigenen Abschlüssen und Heimvorteil so leer ausgeht.

"Wir haben zu brav gespielt", meinte Malfoy, ganz der ehrliche Arbeiter. "Vielleicht müssen wir einfach mal böse werden."

Ob das die Lösung ist, wird sich zeigen. Für den Moment aber feiert Spanish Town einen Auswärtssieg, der mehr als verdient war - und Duncan Destroyers bleibt die bittere Gewissheit, dass ein frühes Tor allein noch keinen glücklichen Abend garantiert.

Ein Reporter neben mir sagte beim Abpfiff trocken: "Destroyers? Heute eher die Destroyed." Und damit war alles gesagt.

19.08.643990 01:00
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