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Zapatero zerlegt Madrid - Barcelonas 3:1-Sieg mit Stil und Spielfreude

Ein lauer Frühlingsabend, 40.817 Zuschauer im Estadio Metropolitano, und doch wurde es für Athletic Madrid schnell frostig. Der SC Barcelona kam, sah - und schoss. Drei Tore in 18 Minuten, alle von einem Mann, der offenbar beschlossen hatte, den Abend zu seinem ganz persönlichen Kunstwerk zu machen: Emilio Zapatero.

Schon in der 17. Minute, kaum hatte der Stadionsprecher die erste Verwarnung für Barças Linksverteidiger Pau Menendo verkündet, zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Daniel Velazquez hatte auf der linken Seite Platz, legte flach in den Strafraum, und Zapatero drosch den Ball mit einer Selbstverständlichkeit ins Eck, als sei er im Training. 0:1, und Athletic-Trainer Rocky Schönknecht raufte sich die Haare.

Sechs Minuten später dasselbe Lied, nur mit anderem Komponisten: diesmal kam der Ball von Agustin Adao. Zapatero stand wieder goldrichtig, 0:2 nach 23 Minuten. "Ich dachte, das Spiel hätte noch gar nicht richtig begonnen", stöhnte Madrids Keeper Antonio Rivilla später.

Und weil aller guten Dinge drei sind, legte Zapatero in der 35. Minute nach - ein feiner Pass von Alejandro Linares, ein kurzer Haken, ein Schuss - 0:3. Die Heimfans, zuvor euphorisch, begannen, ihre Sitznachbarn mit einem resignierten Schulterzucken anzusehen. "Wir haben ihnen zu viel Platz gelassen", erklärte Schönknecht nach Abpfiff, "aber das wäre selbst in einer Telefonzelle gefährlich geworden, wenn Zapatero da drin gestanden hätte."

Die Statistik sprach eine klare Sprache: Barcelona mit 15 Schüssen aufs Tor, Madrid mit 13, aber die Qualität machte den Unterschied. Während die Gäste ihre Chancen "sicher" suchten, wie es ihre taktische Vorgabe vermuten ließ, schien Madrid auf spontane Eingebungen zu setzen - meist leider auf die falschen.

In der Halbzeit klatschte Barcelona-Coach Walter Temmel seine Spieler ab, als hätten sie gerade eine Tanzvorstellung absolviert. "Wir wollten ruhig bleiben, den Ball laufen lassen - und Emilio hatte heute einfach einen heißen Fuß."

Doch Madrid kam kämpferisch aus der Kabine. In der 53. Minute endlich der Lichtblick: Ezequiel Ordonez, einer der Aktivposten im roten Trikot, fasste sich ein Herz. Nach einem klugen Zuspiel des jungen Linksverteidigers Alfonso Alvarez zog er von der Strafraumkante ab - 1:3, das Stadion jubelte, als wäre der Ausgleich gefallen.

Kurz darauf musste der 17-jährige Cristobal Gontan verletzt raus, was Trainer Schönknecht zu einem verzweifelten Fluch verleitete, den man bis in die Pressetribüne hörte. Ignacio Hermenegildo kam rein, und immerhin: Madrid stabilisierte sich. Ordonez, der kurz darauf Gelb sah, lief weiter, als würde er versuchen, das Spiel im Alleingang zu drehen.

Barcelona aber verwaltete souverän. Zapatero hätte sogar sein viertes Tor machen können, als er in der 93. Minute noch einmal abzog - Rivilla rettete diesmal glänzend. "Ich wollte fair sein", grinste der Dreifachtorschütze anschließend, "auch die Torhüter sollen ja mal was zu tun haben."

Am Ende blieb es beim 1:3, ein Ergebnis, das den Spielverlauf durchaus widerspiegelte. Ballbesitz fast ausgeglichen (49 zu 51 Prozent), aber die Effizienz des SC Barcelona war schlicht eine andere Liga.

"Wir haben das Spiel in der ersten halben Stunde verloren", bilanzierte Schönknecht, "danach war’s Schadensbegrenzung." Sein Gegenüber Temmel nickte nur milde und meinte: "Wenn Emilio so drauf ist, kann man sich eigentlich nur zurücklehnen und genießen."

Die Zuschauer taten genau das - zumindest die 2.000 mitgereisten aus Katalonien, die nach Abpfiff noch minutenlang sangen, während die Madrilenen zwischen Wut und Ratlosigkeit schwankten.

Athletic Madrid zeigte Moral, Jugend und Leidenschaft, aber auch eine gewisse Naivität. Barcelona dagegen wirkte abgeklärt, professionell, fast gelangweilt in seiner Dominanz - ein Team, das wusste, dass es an diesem Abend schlicht besser war.

Und irgendwo in der Katakombe des Stadions summte Emilio Zapatero noch leise vor sich hin, als er auf dem Weg zum Mannschaftsbus war. Auf die Frage, ob er das perfekte Spiel erlebt habe, grinste er nur: "Perfekt? Nein. Ich hab ja nur drei gemacht."

Ein Satz, der in Madrid vermutlich noch lange nachhallen wird.

27.12.643993 23:00
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