A Bola
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Vitoria Setubal zerlegt Portimao - jugendlicher Sturm fegt über die Algarve

Es war ein Abend, an dem der FC Portimao am liebsten die Stadionbeleuchtung gedimmt hätte. Vor 20.000 Zuschauern im heimischen Estádio Municipal setzte es am 17. Spieltag der 1. Liga Portugal eine deutliche 1:4-Niederlage gegen ein Vitoria Setubal, das vor Spielfreude nur so sprühte - und dabei gleich zwei Teenager ins Rampenlicht katapultierte.

Bereits nach 18 Minuten begann das Unheil: Domingo Semedo, gerade einmal 18 Jahre jung, jagte den Ball nach einem feinen Querpass von Filipe Barros unhaltbar in die Maschen. "Ich habe gar nicht nachgedacht, einfach draufgehauen", grinste der Nachwuchsspieler später, während sein Trainer Ramon Seidel ihm anerkennend auf die Schulter klopfte.

Kaum hatten die Heimfans den ersten Schock verdaut, klingelte es erneut. Acht Minuten später legte Setubals zweiter Jungspund Sergio Couto nach - ebenfalls 18, ebenfalls eiskalt. Portimaos Abwehr wirkte in dieser Phase, als hätte sie die Pause bereits vorgezogen. Trainer Ramon Seidel kommentierte trocken: "Unsere Jungs sind jung, aber sie wissen, wo das Tor steht. Und Portimao hat es ihnen heute großzügig gezeigt."

Zur Halbzeit stand es 0:2, und die Statistik sprach eine klare Sprache: 10 zu 2 Torschüsse für Setubal, 54 Prozent Ballbesitz, mehr Tempo, mehr Ideen. Luis Capucho, Portimaos erfahrener Mittelfeldmann, versuchte in der Kabine laut eigener Aussage, seine Kollegen wachzurütteln: "Ich hab gesagt: Leute, das ist kein Trainingsspiel. Aber irgendwie hatten wir die Ohren noch auf Standby."

Die zweite Hälfte brachte keine Erlösung - im Gegenteil. Marvin Hoppe erhöhte in der 58. Minute auf 3:0, nach schöner Vorarbeit von Jonatan Marcussen, der zuvor mit chirurgischer Präzision durch das Mittelfeld marschiert war. Portimaos Torwart Rafael Carvalho streckte sich vergeblich, während auf der Tribüne bereits die ersten Fans begannen, das unvermeidliche "Wir wollen euch kämpfen sehen!" anzustimmen.

Fünf Minuten später war es dann endgültig ein kleines Fußballfest für die Gäste: Arnau Iniguez, der 33-jährige Routinier, stocherte den Ball nach Vorarbeit von Semedo über die Linie - 4:0. Trainer Seidel drehte sich zur Bank und meinte mit einem Schmunzeln: "Jetzt können wir ja auch mal den dritten Torwart testen." Gesagt, getan: In der 46. Minute hatte er bereits zweimal den Keeper gewechselt, offenbar aus reiner Experimentierfreude - ein Luxus, den man sich beim Stand von 4:0 leisten konnte.

Immerhin: Julio Costa gelang in der 73. Minute der Ehrentreffer für Portimao. Nach einem beherzten Lauf von Dimas Baiao landete Costas Schuss endlich im Netz, und das Stadion jubelte, als wäre es der Siegtreffer. "Da war wenigstens ein bisschen Stolz dabei", sagte Costa nach dem Spiel, "aber ehrlich: Das war heute wie gegen den Sturm anzulaufen - und der Sturm hieß Setubal."

Die letzten Minuten vergingen ohne größere Überraschungen, abgesehen von einem letzten Torschuss des unermüdlichen Filipe Barros in der 90. Minute, den Carvalho immerhin parieren konnte. Statistisch blieb Setubal klar überlegen: 15 zu 4 Schüsse aufs Tor, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Ballbesitzvorteil, der die Überlegenheit auch in Zahlen ausdrückt.

Portimaos Trainer - der sich nach dem Spiel wortlos in den Kabinengang zurückzog und erst später mit einem lapidaren "Wir müssen die Köpfe oben behalten" zitiert wurde - dürfte in den kommenden Tagen einiges zu besprechen haben. Denn seine Mannschaft wirkte über weite Strecken planlos, trotz offensiver Ausrichtung, die auf dem Papier stand.

Vitoria Setubal dagegen zeigte, dass Offensive nicht nur ein taktischer Begriff ist, sondern ein Lebensgefühl. Der Mix aus jugendlicher Unbekümmertheit und abgeklärtem Passspiel ließ den Gastgeber alt aussehen. Selbst in der Schlussphase, als die Gäste den Einsatz drosselten, blieb der Ball fast ausschließlich in ihren Reihen.

Vielleicht war es diese Mischung aus jugendlichem Leichtsinn und taktischer Disziplin, die den Unterschied machte. Oder, wie es der doppelte Torschütze Semedo mit einem Augenzwinkern zusammenfasste: "Wir haben einfach Spaß gehabt - und manchmal reicht das schon."

Ein bitterer Abend für Portimao, ein süßer für Setubal. Und für alle neutralen Zuschauer ein Spiel, das zeigt, wie schön Fußball sein kann, wenn 18-Jährige keine Angst vor großen Bühnen haben.

Schlusswort? Nun, wenn Portimao das nächste Mal wieder zu Hause spielt, sollte man vielleicht die Tore etwas kleiner machen - oder gleich das Torwartkarussell von Setubal ausleihen.

02.08.643987 18:20
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