A Bola
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Vitoria Setubal tanzt Beira-Mar aus - 2:0 und Samba in Setúbal

Es war ein Montagabend, wie ihn die 29.472 Zuschauer im Estádio do Bonfim so schnell nicht vergessen werden: Flutlicht, Fado und ein Hauch von Fußball-Romantik. Vitoria Setubal besiegte den FC Beira-Mar hochverdient mit 2:0 - ein Ergebnis, das so klar klingt, wie es sich auf dem Platz anfühlte.

Schon in den ersten Minuten wurde klar, wer Herr im Haus ist. Die Gastgeber spielten offensiv, fast schon übermütig, als wollten sie dem Tabellenkeller mit einem Lächeln entfliehen. Charlie Stewart prüfte den Beira-Mar-Keeper schon nach zwei Minuten mit einem Schuss, der mehr nach Warnung als nach echter Gefahr aussah. Trainer Ramon Seidel grinste an der Seitenlinie: "Wir wollten gleich zeigen, dass heute kein Bus vor unserem Tor parken darf."

Beira-Mar, unter der Leitung von Luki Sombrero - ein Name, der so sehr nach Sonne klingt, wie seine Mannschaft nach Schatten spielte - versuchte, das Spiel ruhig aufzubauen. Doch mit nur vier Torschüssen blieb der Versuch, Setubal aus der Balance zu bringen, eher theoretischer Natur.

In der 41. Minute platzte der Knoten. Der 18-jährige Domingo Semedo, der aussieht, als würde er nach dem Spiel noch Hausaufgaben machen müssen, traf nach Vorlage von Ingo Antonio zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten. Der Ball war brav genug, den Rest selbst zu erledigen", sagte Semedo später mit einem Grinsen, das selbst erfahrene Reporter ein bisschen entwaffnete.

Kurz darauf kam Bewegung in die Torwartfrage bei Setubal: Nelio Andrade musste verletzt vom Platz, William Preher übernahm - und zeigte, dass man auch als dritter Keeper nicht nur Handschuhe zum Wärmen trägt. "Ich wusste gar nicht, dass ich heute spielen darf", scherzte er nach dem Spiel, "aber ich hatte mir sicherheitshalber die Haare gemacht."

Mit 54 Prozent Ballbesitz und einer Tacklingquote von fast 56 Prozent kontrollierte Setubal das Geschehen. Die Gäste wirkten bemüht, aber harmlos - wie ein Regenschirm in der Wüste. Ihr gefährlichster Moment kam kurz vor der Pause, als Vincent Teixeira und Leandro Tiago nacheinander zweimal auf das Tor feuerten. Doch Preher, frisch eingewechselt, hielt souverän.

Nach dem Seitenwechsel blieb der Rhythmus derselbe. Setubal drückte, Beira-Mar verteidigte - und zwar mit jener "balancierten" Taktik, die Trainer Sombrero in der Analyse später als "noch nicht ganz verstanden" bezeichnete.

In der 64. Minute folgte dann das 2:0, der endgültige Stoß in die müden Beine der Gäste. Jorge Delgado, der schon in der ersten Halbzeit ständig für Unruhe gesorgt hatte, vollendete nach schöner Vorarbeit von Manuel Chalana. Der Jubel war laut, der Tanz elegant, und Delgado kommentierte trocken: "Manchmal kann man das Spiel nur mit einem guten Schuss und einem schlechten Witz entscheiden. Heute hat beides gereicht."

Von Beira-Mar kam danach herzlich wenig. Nur Vitorino Chalana versuchte sich in der 58. Minute an einem Distanzschuss, der ebenso weit vom Tor entfernt landete wie seine Mannschaft vom Punktgewinn. "Wir haben nicht schlecht gespielt", behauptete Trainer Sombrero nach dem Spiel. "Nur der Gegner war in allem besser. Sogar beim Einlaufen."

In der Schlussphase wechselte Seidel munter durch - inklusive Torwarttausch Nummer zwei (Roberto Barbosa kam für Preher). Die Fans nahmen es mit Humor: "Wir haben mehr Torhüter als Gegentore!", rief einer von der Tribüne. Und tatsächlich: Setubal spielte die Partie souverän zu Ende, ließ Ball und Gegner laufen, als wäre es ein Trainingsspiel.

Statistisch liest sich das Spiel wie ein Eintrag im Lehrbuch: 18 Torschüsse zu 4, 54,5 Prozent Ballbesitz, zwei Tore, kein Gegentor. "Wir wollten kontrollieren, nicht zerstören", erklärte Seidel mit verschmitztem Lächeln. "Und wenn’s dabei schön aussieht, nehmen wir das gerne mit."

Beira-Mar dagegen bleibt ein Rätsel. Eine Mannschaft, die taktisch "ausgewogen" heißt, aber selten das Gleichgewicht findet. "Wir müssen lernen, dass Fußball kein Schönheitswettbewerb ist", meinte Sombrero. "Obwohl unsere Trikots wirklich top sind."

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Fans von Setubal rhythmisch - nicht wie nach einem hart erkämpften Sieg, sondern wie nach einem gelungenen Abend im Theater. Und vielleicht war es das auch: ein Abend, an dem ein 18-Jähriger zum Helden wurde, ein Torwart-Drehtür-Epos entstand und Vitoria Setubal bewies, dass man auch mit Stil gewinnen kann.

Oder, wie Delgado es zum Abschied formulierte: "Manchmal ist Fußball einfach - wenn man ihn spielen lässt."

15.08.643987 11:20
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