A Bola
+++ Sportzeitung für Portugal +++

Vitoria Setubal schießt Figueira da Foz in Grund und Boden

Ein Abend zum Einrahmen am 6. Spieltag der 1. Liga Portugal: Vitoria Setubal fegte vor 28 932 begeisterten Zuschauern den bedauernswerten Gast Figueira da Foz mit 4:0 vom Platz. Und das nach einer ersten Halbzeit, in der man sich noch fragte, ob das Tor vielleicht zu klein oder der Ball zu rund sei. Nach der Pause aber platzte der Knoten - und wie.

Trainer Ramon Seidel hatte sein Team offensiv eingestellt, und das sah man von der ersten Minute an. Schon nach sechs Minuten donnerte Arnau Iniguez den Ball erstmals aufs Tor. In der 13. legte Jonatan Marcussen nach, in der 15. Gregor Vandermark. Ein Feuerwerk - nur leider ohne Explosion. "Ich dachte irgendwann, wir spielen Handball, so oft hatten wir den Ball am Strafraum", grinste Seidel später.

Figueira da Foz dagegen wirkte von Beginn an gehemmt. Ein einziger ernstzunehmender Schuss aufs Tor in der ersten Halbzeit - und der flog so weit drüber, dass ein Balljunge sich weigerte, ihn zurückzubringen. Linksverteidiger Christiano Brito versuchte, wenigstens körperlich Präsenz zu zeigen, holte sich aber schon in der 14. Minute Gelb. Als er in der 50. Minute dann zu spät kam, sah er Gelb-Rot - und Figueira war endgültig erledigt.

"Da wusste ich: Jetzt geht’s los", erzählte Callum Greaves, der rechte Flügelstürmer, nach dem Spiel. Und tatsächlich: Sechs Minuten nach Britos Platzverweis traf Greaves selbst. Nach feiner Vorarbeit von Iniguez drosch er den Ball in die Maschen - 1:0. Der Jubel war fast erleichtert, nach 25 vergebenen Torschüssen endlich zappelte das Netz.

Ab da wurde es ein Schaulaufen. In der 65. Minute marschierte Linksverteidiger Ryan Prentiss unbeirrt durch die verwaiste Abwehr der Gäste und traf flach zum 2:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später lachend zu. "Aber wenn’s passt, passt’s."

Figueira da Foz? Spielte nun mehr Verstecken als Fußball. Der Ballbesitz war mit 48 Prozent zwar ordentlich, aber was nützt das, wenn man nur zwei Schüsse aufs Tor bringt? Keeper Bruno Garcia hatte den Ball häufiger in der Hand, um ihn zum Abstoß zu legen, als um ihn zu halten.

In der 73. Minute sorgte Arnau Iniguez für das 3:0. Diesmal legte Greaves quer, und der Spanier schob überlegt ein. "Wir haben uns das gegenseitig gegönnt", meinte Greaves später und klopfte seinem Sturmpartner in der Mixed Zone auf die Schulter. "Einer trifft, der andere assistiert - so soll’s sein."

Doch damit nicht genug. In der Nachspielzeit, als viele Fans schon am Ausgang standen und der Stadionsprecher wohl schon den Sieg ansagte, kam Greaves noch einmal angerauscht. Julian Barbosa, gerade erst eingewechselt, spielte den perfekten Pass - Greaves zögerte nicht, 4:0 in der 92. Minute. Seidels Kaugummi fiel ihm aus dem Mund, so sehr jubelte er.

"Wir wollten zeigen, dass unser 0:0 zur Pause keine Schwäche war, sondern Geduld", erklärte Seidel nach dem Spiel. "Und Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend - zumindest, wenn man am Ende vier Tore schießt."

Die Statistik untermauerte das Spektakel: 25 Torschüsse zu 2, Ballbesitz knapp ausgeglichen, aber eine Zweikampfquote von fast 60 Prozent für Setubal. Das nennt man Dominanz mit Stil.

Bei Figueira hingegen herrschte Katzenjammer. Ein anonymer Spieler murmelte beim Verlassen des Stadions: "Ich wusste gar nicht, dass man 90 Minuten so tief stehen kann." Trainer Joao Mendes (der sich hinter seiner Kapuze versteckte) versprach "eine intensive Trainingswoche - sehr intensiv".

Am Ende blieb ein Abend, der die Fans von Setubal noch lange schwärmen lassen dürfte. Vier Tore, kein Gegentreffer, zwei überragende Flügelstürmer - und ein Publikum, das jede gelungene Aktion feierte, als ginge es um den Titel.

Oder, wie es ein alter Fan auf der Tribüne formulierte, als die Mannschaft sich nach dem Spiel verbeugte: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion."

Ein Satz, der an diesem Abend niemandem zu kühn erschien.

18.03.643987 05:22
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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