A Bola
+++ Sportzeitung für Portugal +++

Vitoria Setubal dreht das Spiel - Barros glänzt beim 3:1 gegen Gondomar

Wenn 31.828 Zuschauer an einem kühlen Freitagabend im Estádio do Bonfim zusammenkommen, dann hoffen sie auf eines: Tore, Drama und ein bisschen Fußballmagie. Und die bekamen sie - zumindest von Vitoria Setubal. Die Gastgeber gewannen am 16. Spieltag der 1. Liga Portugal verdient mit 3:1 gegen CD Gondomar, nachdem sie früh in Rückstand geraten waren.

Dabei sah es zunächst gar nicht rosig aus. Bereits in der 8. Minute jubelten die Gäste: Ricardo Frechaut, der 36-jährige Stoßstürmer mit der Eleganz eines Bulldozers, nutzte eine flache Hereingabe von Vicente Fernandes eiskalt. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Setubals Torhüter Nelio Andrade später mit einem gequälten Lächeln, "aber anscheinend dachte der Ball das nicht."

Gondomar, von Trainer Manuel Keeper gewohnt offensiv eingestellt, spielte mutig nach vorn, aber der frühe Treffer war eher ein Strohfeuer. "Wir waren wach - für genau acht Minuten", frotzelte Keeper nach dem Spiel. Danach übernahm Vitoria Setubal das Kommando.

In der 22. Minute sorgte Filipe Barros für den Ausgleich - sein erstes von zwei Toren an diesem Abend. Nach einem präzisen Zuspiel von Ingo Antonio setzte Barros zum Schuss an, der so trocken war wie die portugiesische Sommerluft. Keine Chance für Gondomar-Keeper Ezequiel Eximenonis. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Barros. "Wenn du zu viel nachdenkst, landet der Ball auf dem Parkplatz."

Nur vier Minuten später drehte Setubal die Partie komplett. Manuel Chalana, der flinke Mittelstürmer, schloss eine sehenswerte Kombination ab - diesmal war Barros der Vorlagengeber. 2:1 nach 26 Minuten, und das Stadion tobte. Trainer Ramon Seidel an der Seitenlinie ballte die Faust, drehte sich zu seinem Co-Trainer und sagte angeblich: "So spielt man Fußball - und nicht dieses Pingpong da hinten."

Gondomar versuchte, wieder in die Partie zu finden, aber die Gastgeber standen nun kompakt. Zudem sammelten die Gäste fleißig Gelbe Karten: Vicente Fernandes (15.), Fabio Moutinho (41.), Jose Enrique Costa (78.) und Louis Ledig (82.) - wer noch keinen Karton hatte, schien fast beleidigt. "Wir wollten Präsenz zeigen", rechtfertigte sich Fernandes nach dem Abpfiff, "vielleicht haben wir es etwas übertrieben."

Nach der Pause war Setubal klar das dominierende Team. Die Statistik spricht Bände: 15 Torschüsse gegenüber nur 7 von Gondomar, und ein Ballbesitz von 50,4 zu 49,6 Prozent - ausgeglichen nur auf dem Papier. Vitoria ließ Ball und Gegner laufen, manchmal auch ein bisschen den Spielwitz.

Der endgültige Knockout kam in der 62. Minute. Wieder war es Filipe Barros, der mit einem präzisen Schuss aus halbrechter Position das 3:1 markierte. Iker Varela hatte den Angriff mit einem langen Pass eingeleitet - "eigentlich sollte das ein Befreiungsschlag werden", gab der Innenverteidiger lachend zu. "Aber wenn’s klappt, nimmt man’s mit."

Danach war die Luft raus. Gondomar versuchte es noch mit einigen verzweifelten Abschlüssen - Frechaut in der 77., Vincent Jorge in der 83. und Luís Maniche in der 86. Minute -, doch Setubals Keeper Andrade war nun hellwach.

In der 88. Minute musste Jonatan Marcussen nach einer unglücklichen Kollision verletzt raus, wurde durch den routinierten Manuel Gomes ersetzt. Trainer Seidel winkte ihm tröstend zu: "Jetzt hast du wenigstens einen Grund, das nächste Spiel von der Couch zu schauen."

Nach dem Schlusspfiff fiel die Analyse entsprechend deutlich aus. "Wir waren die klar bessere Mannschaft", bilanzierte Seidel nüchtern. "Aber wir können noch besser. Filipe hat heute zwei Tore gemacht - ich hoffe, er hebt sich das dritte für nächste Woche auf."

Gondomar-Coach Keeper dagegen suchte nach Worten - und fand sie schließlich: "Wir haben das Spiel verloren, aber wenigstens nicht das Lachen. Und das ist ja auch was."

So blieb es beim 3:1 für Vitoria Setubal - ein Ergebnis, das die Fans zufrieden nach Hause schickte und die Gastgeber in der Tabelle weiter nach oben klettern ließ.

Zum Schluss blieb nur noch Stadionsprecher Rui mit seinem trockenen Kommentar über die Lautsprecher: "Danke für Ihren Besuch. Bitte nehmen Sie Ihre Stimmung mit - wir brauchen sie nächste Woche wieder."

Ein Satz, der nach diesem Abend wohl noch öfter zitiert wird als manches Spielerinterview.

02.08.643987 18:22
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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