Jamaica News Bulletin
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Villagers siegen spät: Bull Bay verliert Drama in der Nachspielzeit

Ein Spiel wie eine Achterbahnfahrt - nur dass Bull Bay am Ende ohne Waggon dastand. Vor 66.690 Zuschauern im heimischen Stadion verlor das Team von Trainer Sports Mann am 13. Spieltag der 1. Liga Jamaica unglücklich, aber nicht unverdient, mit 1:2 gegen die Falmouth Villagers. Die Gäste aus Falmouth drehten das Match in der Schlussphase - und sorgten für einen jener Abende, über die man noch lange schmunzeln oder fluchen wird, je nachdem, welcher Seite man angehört.

Dabei sah es zunächst nach einem perfekten Abend für Bull Bay aus. Das Team begann offensiv, drängte über die Flügel und wurde in der 28. Minute belohnt: Rechtsaußen Ioakim Katranas traf nach einem feinen Zuspiel von Fehmi Karaer zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball irgendwo zwischen Torwart und Mond landet", grinste Katranas nach dem Spiel. Es war ein typischer Treffer für Bull Bay: direkt, wuchtig, mit viel Herz und etwas Glück.

Bis zur Pause hatten die Hausherren zwar nur leicht mehr Ballbesitz (50,4 Prozent), aber die besseren Szenen. Falmouth, unter Trainer Hermann Tüllinghoff taktisch zunächst defensiv und konterorientiert eingestellt, kam kaum zur Entfaltung. Sieben Torschüsse von Bull Bay standen bis dahin 17 der Gäste gegenüber - ein klares Zeichen, wer öfter abzog, aber nicht unbedingt, wer gefährlicher war.

Tüllinghoff sah das naturgemäß anders. "Wir haben sie laufen lassen. In der Hitze muss man clever sein, nicht hübsch spielen", knurrte er in der Pause und blätterte demonstrativ im Notizbuch, das mehr nach Kriegsplan als nach Taktiktafel aussah. Offenbar half’s: Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel der Ausgleich. Lucas Huxley, der 23-jährige Mittelfeldmotor der Villagers, zog nach einem schnellen Vorstoß über rechts aus zwanzig Metern ab - und traf flach ins Eck. Assistgeber war Amaury Sancho, der Rechtsverteidiger, der in diesem Moment kurzzeitig Flügelspieler spielte.

Ab da kippte das Spiel. Bull Bay wirkte überrascht, fast beleidigt, dass die Villagers plötzlich mutig wurden. Trainer Sports Mann versuchte, mit Wechseln gegenzuhalten, brachte in der 66. Minute Tibo Van Royen für Lucas Callahan, um das Zentrum zu stabilisieren. Doch Falmouth blieb bissig. "Wir wollten’s wissen. Wenn du einmal den Geschmack eines Tores hast, willst du mehr", meinte Huxley später mit einem breiten Grinsen.

Je länger die Partie dauerte, desto mehr verlagerte sich das Geschehen in die Hälfte der Gastgeber. Falmouths rechter Flügel - mit dem agilen Felix Bachmann und dem eingewechselten Lucas Duverger - machte Dampf, während Bull Bays Abwehr zunehmend flatterte. Rene Couture, der rechte Verteidiger der Hausherren, sah in der 59. Minute Gelb, nachdem er mehr Ball als Gegner traf - und zwar mit beiden Beinen gleichzeitig.

Während Bull Bay auf den Lucky Punch hoffte, schien Falmouth in der 90. Minute noch einmal alles zu riskieren. Duverger, gerade 22 und offenbar ohne jede Nerven, bekam in der Nachspielzeit den Ball von Bachmann und hämmerte ihn humorlos zum 2:1 unter die Latte. Jubel, der in Kingston vermutlich noch bis zum nächsten Morgen zu hören war. "Ich dachte, der Schiri pfeift vorher ab - aber wenn er weitermachen will, mach ich halt mit", sagte Duverger später mit einem schelmischen Lächeln.

Bull-Bay-Coach Sports Mann dagegen stapfte fassungslos über den Rasen. "So ein Ding kurz vor Schluss… da willst du als Trainer einfach den Rasen essen", knurrte er, ehe er sich doch zu einem ironischen Lächeln durchrang: "Naja, wenigstens war’s unterhaltsam. Für alle anderen."

Statistisch betrachtet war’s ein knappes Duell - 50 zu 49 Prozent Ballbesitz, aber 17:7 Torschüsse für Falmouth sprechen eine klare Sprache. Die Villagers zeigten mehr Biss (Tacklingquote 54 Prozent), mehr Mut und am Ende auch mehr Glück.

Und so endete ein Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte - aber wie so oft im Fußball, bekam ihn doch einer. Bull Bay bleibt damit im Mittelfeld der Tabelle stecken, während Falmouth mit diesem späten Triumph wieder leise vom internationalen Geschäft träumen darf.

Oder, wie Kapitän Bachmann es formulierte: "Wir sind keine Künstler, wir sind Maurer. Aber manchmal bauen auch wir ein schönes Torhaus."

Ein Satz, der das Spiel wohl ganz gut beschreibt: wenig Eleganz, viel Einsatz - und am Ende ein Ergebnis, das in Falmouths Geschichte ein kleines Kapitel bekommt. Bull Bay dagegen? Die werden’s in der nächsten Partie wieder versuchen. Und vielleicht diesmal den Hammer etwas fester halten.

07.06.643987 04:12
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