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Die 59.000 Zuschauer in der prall gefüllten Arena von Stuttgart dürften sich am Freitagabend mehr als bedient gefühlt haben: sieben Tore ihres VFL, ein Feuerwerk in der zweiten Halbzeit und Gegner FC Kreuzberg, der nach einer passablen ersten Hälfte kollektiv die Orientierung verlor. Am Ende stand ein 7:2 auf der Anzeigetafel - ein Ergebnis, das selbst in der datensatten Welt der Bundesliga selten vorkommt. Dabei hatte es zunächst gar nicht nach einem Stuttgarter Schützenfest ausgesehen. Kreuzberg kam mutig, ja fast frech aus der Kabine. In der 23. Minute drosch Ashton MacQuarrie den Ball aus halbrechter Position ins lange Eck - keine Chance für Keeper Oliveira. "Da dachte ich, heute wird’s ein langer Abend", gestand Stuttgarts Trainer Venni Mislintat später mit einem Grinsen. Doch der VFL antwortete prompt. Nur acht Minuten später zirkelte Miguel Nani den Ball nach feinem Zuspiel von Noach Van Duzen zum Ausgleich ins Netz - der Auftakt zu einer Gala des rechten Flügels. Dass Kreuzbergs Ingo Cabrero im direkten Gegenzug (32.) die Gäste wieder in Führung brachte, war nur ein kurzer Moment der Hoffnung. Denn kaum zwei Minuten später glich Maxim Tillman nach Vorarbeit von Nani erneut aus. Halbzeitstand: 2:2 - und die Zuschauer wussten schon, dass da noch etwas in der Luft lag. Was dann folgte, war ein Stuttgarter Orkan. "Wir wussten, dass wir einfach weiter Druck machen müssen", meinte Doppeltorschütze William Lujan später. "Und ehrlich gesagt: Es hat einfach Spaß gemacht." Spaß hatte er vor allem zwischen Minute 60 und 75, als der VFL nahezu im Minutentakt traf. Zunächst war es wieder Nani (60.), der mit seinem zweiten Treffer den Torreigen eröffnete. Kreuzbergs Abwehr wankte, als ob jemand den Stecker gezogen hätte. Lujan erhöhte (67.) nach feinem Pass von Ernesto Vaz, Uwe Schubert legte nach (73.) - diesmal nach Vorlage von Van Duzen. Und weil’s so schön war, traf Lujan gleich nochmal (75.). "Ich hätte ihn fast ausgewechselt, aber er hat mich freundlich überzeugt, es zu lassen", witzelte Mislintat. Der Trainer des FC Kreuzberg, Atze Matze, hingegen verzichtete auf Humor: "Wir haben das Spiel nach der Pause einfach hergeschenkt. Da war nichts mehr von der Ordnung zu sehen." Als Krönung durfte sich dann auch noch Innenverteidiger Eduardo Cabrero in die Torschützenliste eintragen (82.). Sein Kopfball nach Flanke von Marcel Breze war für den Kreuzberger Keeper Arne Henkel unhaltbar - das siebte Tor an diesem Abend. Die Gäste versuchten zwar mit späten Wechseln (Gregersen, Bloomfield), das Debakel zu stoppen, doch das Spiel war längst entschieden. In den letzten Minuten grinsten die Stuttgarter Spieler über das ganze Gesicht, während sich auf Kreuzberger Seite Ratlosigkeit breit machte. "7:2 - das ist brutal", sagte Kreuzbergs Mittelfeldmann Rui Molina nachdenklich. "In der ersten Halbzeit waren wir gleichwertig, in der zweiten wie gelähmt." Die Zahlen untermauern den Eindruck: Stuttgart mit 19 Torschüssen und 55 Prozent Ballbesitz, Kreuzberg mit 9 Versuchen - aber nach der Pause praktisch ohne Durchschlagskraft. Auch die Zweikampfquote (53 zu 46 Prozent) sprach für die Hausherren, die mit aggressivem, aber nicht überhartem Spiel den Ton angaben. Nur Guillaume Berthier (42.) und Riccardo Ottonello (69.) sahen Gelb - Mislintat kommentierte trocken: "Das ist für uns fast schon Fair-Play-Preis-Niveau." Ein kleines Kuriosum am Rande: Beim Stand von 5:2 brachte Mislintat den 19-jährigen Stanislaw Sanew für Doppelpacker Nani. "Er soll mal sehen, wie sich das anfühlt, wenn die Hütte tobt", meinte der Coach. Sanew grinste nur: "Ich hab’ einfach gehofft, dass ich nicht der Einzige ohne Tor bleibe." So verließ der VFL Stuttgart den Platz als verdienter, ja triumphaler Sieger. Kreuzberg hingegen dürfte eine lange Heimfahrt gehabt haben - mit viel Gesprächsstoff, aber wenig Trost. Die Fans im Stadion sangen noch lange, während Mislintat in der Pressekonferenz trocken anmerkte: "Sieben Tore - da kann ich selbst meinen Taktikblock mal liegen lassen." Ein Abend, der wieder einmal zeigt: Fußball ist keine Mathematik, aber manchmal fühlt sich ein 7:2 fast nach Rechenfehler an. 30.09.643987 18:48 |
Sprücheklopfer
Das, was ich schon die letzten 20 Jahre gemacht habe, mich wichtig machen und deppert reden!
Toni Polster auf die Frage, was er im Gladbach-Management tun werde